Interview mit Christian von MIRRORPLAIN

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Interview mit Christian von MIRRORPLAIN

Wir freuen uns, anlässlich der Review (geht in Kürze bei uns online) zum neuen Album ein Interview mit dem Frontmann von MIRRORPLAIN – Christian Döring – führen zu können.

Wir von metal-heads.de sind ein in Duisburg angesiedeltes Magazin, welches sich getreu unserem Motto DISTORSION IS OUR PASSION mit der härteren Musikschiene (Rock, Metal und Co.) befasst. Verzerrte Gitarren sind die Minimalanforderung, die ihr ja spielend erfüllt. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf einen Konzertbesuch auf der im August anstehenden QUEENSRYCHE-Tour bin ich auf euch als Support gestoßen und habe mir gleich mal euer aktuelles Album für eine Review (geht Ende Juni online) besorgt. Fairerweise muss ich gestehen…euer Debüt kenne ich nicht.

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Wohin geht die Reise?

MH: Zuerst einmal die Frage nach dem Unterschied. Im besten Fall entwickelt man sich ja von Album zu Album weiter. Wo seht ihr die entscheidenden Unterschiede im Vergleich zum Debüt?

CD: Hey Amir, schön, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wenn ich die Beiden in Relation zueinander setzen müsste würde ich sagen, dass die ‚Lost In Paradise‘ ein ganzes Stück härter ist als die ‚Path Of Salvation‘ es war. Die Songs auf der ‚Lost In Paradise‘ sind darüber hinaus um einiges zielstrebiger als die der ‚Path Of Salvation‘. Sie klingen mehr wie aus einem Guss, was der Tatsache geschuldet ist, dass wir den kompletten Schreibprozess in einem Jahr durchgezogen haben. Die Songs der ‚Path Of Salvation‘ sind, wenn man so will, in sechs Jahren Findungsphase entstanden. Alles in Allem lässt sich festhalten das definitiv beide Alben ihre Reize haben. Welches wem besser gefällt ist reine Geschmackssache. Ich persönlich lege euch beide wärmstens ans Herz!

MH: Für unsere Leser, die noch nie von euch gehört haben. Erzählt mal ein paar Takte dazu, wie es zur Gründung von MIRRORPLAIN kam.

Coversongs für Geld

CD:  Wie gründet sich eine Band… Das ist in der heutigen Zeit definitiv eine gute Frage. In der zunehmend kommerziell beeinflussten Musiklandschaft hat man es als Rockband mit eigenen Songs sowieso schon schwer, weshalb die meisten sich an Covern versuchen, weil es schneller zu Einnahmen führt. Die Zutaten unserer Ursuppe waren, wenn man das so sagen kann, absolute Unwissenheit, ein Faible für Rückschläge, Freundschaft und Spaß an der Musik. Kurz um: Fünf Typen von nebenan, die sich teils um fünf Ecken kannten, mochten Musik und haben einfach mal irgendwie was gemacht.

MH: Das RAGE AGAINST RACISM ist ja sehr spezielles Event mit einem besonderen Aufhänger. Der Name deutet es an. Wenn man sich das Billing anschaut, dann sind da natürlich einige kleinere Bands vertreten. Aber es sind auch immer echte Zugpferde mit klangvollen Namen am Start. Habt ich auch schon Erfahrung mit Festivalauftritten und falls ja, gab´s da auch ein übergeordnetes Motto?

CD: Das ein oder andere Festival haben wir schon gespielt, doch sind sie noch immer Highlights für uns. Es ist immer genial so viele neue Musiker kennenzulernen und sich die Bühne mit ihnen zu teilen. Mottos hatten die Festivals bisher nie wirklich.

MH: Jeder denkt da bestimmt anders, aber wie ist es bei euch…bevorzugt ihr den kleinen Gig im stickig heißen Club, die große Show in der riesigen Multifunktionshalle oder eher den Festivalauftritt (auch wenn das letztlich bedeutet, nachmittags im Sonnenlicht auf die Bühne zu gehen)? Erklärt uns bitte auch warum?

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Zufrieden auch mit 20 Zuschauern!?

CD:  Das ist grundsätzlich unterschiedlich. Die kleinen Gigs sind definitiv privater und man kann den Kontakt mit dem Zuhörer einfacher pflegen. Auf der anderen Seite ist es auch schön seine Musik einem größeren Publikum vorstellen zu können. Im Endeffekt lässt sich nur eins festhalten, und zwar, dass alles mit der Stimmung zusammenhängt. Egal ob kleiner Club, Halle oder Festival, wenn die Besucher keinen Spaß oder keine Lust haben wird es schwierig. Wir geben immer alles für das Publikum und wenn alle zufrieden nach Hause gehen sind auch wir zufrieden, egal ob 20, 200 oder 2000 Leute.

MH: Welchen Stellenwert hat Musik in eurem Leben…also einerseits das Hören und Konsumieren (z.B. bei Konzertbesuchen) und zum anderen das selber Komponieren und praktische Performen von Musik?

CD:  Natürlich hat jeder von uns seine ganz eigene Beziehung zur Musik. Sowohl der Konsum als auch das Praktizieren bedeuten uns Allen eine Menge, doch da müsste man schon jeden selber fragen. Ich kann an dieser Stelle nur betonen, dass ich ohne die fünf anderen Idioten weder wüsste was ich nachmittags machen soll, noch worüber ich mich aufregen soll. Wir sind in 8 Jahren zu einer Familie und einer Einheit geworden. Jeder hat seine Aufgaben und wir wissen immer, dass wir uns auf den anderen verlassen können. Das will ich auch nicht mehr missen.

MH: da ihr vermutlich noch weit davon entfernt seid, von der Musik alleine euren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Erzählt doch mal, was ihr so als Dayjobs betreibt und wie sich das mit dem Bandalltag (z.B. Proben, Studioaufenthalte und Touren) vereinbaren lässt.

Gemeinsam ein neues Auto „stanzen“…

CD:  Wir sind allesamt in der Industrie tätig, wir haben drei Werkzeugmechaniker, einen Industriemechaniker, einen Mechatroniker und einen QS-Mitarbeiter. Vier von uns arbeiten sogar in der gleichen Firma. Wenn unser Auto mal liegen bleibt können wir uns mit vereinten Kräften quasi ein neues stanzen (lacht). Wir haben wahnsinniges Glück, dass uns unsere Vorgesetzten keine Steine in den Weg legen, so ist es uns immer möglich durch Absprachen mit Kollegen oder kleinere Gefälligkeiten unsere Termine wahrzunehmen. Hin und wieder kommt das Schichtmodell dazwischen, sodass nicht alle bei der Probe zugegen sind doch machen wir das in solchen Fällen mit Sonderproben am Wochenende oder Eigeninitiative zu Hause wieder wett.

MH: In welche Schublade packt ihr eure Band vom Stil her selber? Und wie ordnet ihr MIRRORPLAIN heute innerhalb der deutschen Szene ein? Außerdem frage ich mich: wie sind die Pläne für die nähere Zukunft und was strebt ihr langfristig an?

CD:  MURRORPLAIN liegt irgendwo zwischen Rock, Metal und Alternative. Zu allgemeine Beschreibung? Ich weiß, aber die Frage nach dem Genre stellen wir uns tatsächlich seit der Gründung, kommen aber nirgendwo zu einer richtigen Einigung. Wir sind von allem etwas, haben es aber geschafft unserem Gefüge einen eigenen Touch zu verleihen. MIRRORPLAIN in der deutschen Szene einzuordnen ist nicht leicht, weil wir vielen Leuten nicht hart genug zu Werke gehen, dafür haben wir andere Vorzüge. Der Plan ist definitiv so weit zu kommen, wie es irgendwie geht und sollte uns der große Wurf gelingen (schickt Stoßgebet ‚gen Himmel) sind wir definitiv alle dabei.

MH: Wenn wir noch einmal an das Thema an Live-Auftritte denken…mit welcher Band würdet ihr mal gerne touren und warum gerade mit diesem Act?

Touren mit EDGUY und AMORPHIS

CD: Eigentlich gibt es da sogar zwei Acts. Auf Grund der Herkunft würden wir uns gern einmal die Bühne mit EDGUY teilen. Die Herren um Meister Sammet haben den Musikgeschmack unserer Jugend geprägt und sind für uns der Beweis, dass man auch als deutsche Band international etwas bewegen kann. Musikalisch gesehen würden wir gern einmal mit AMORPHIS auf Tour gehen, sie sind zwar ein Stück weit härter als wir, jedoch ist ihre Musik einfach unendlich inspirierend für uns.

MH: Kinder, wie die Zeit vergeht…unser heutiges Interview geht dem Ende zu. Die letzten Worte gebühren bei uns traditionell unserem jeweiligen Interviewpartner. Ihr habt jetzt die Chance, unseren Lesern und euren Fans da draußen mitzuteilen, was ihr schon immer mal loswerden wolltet. Zu MIRRORPLAIN, zu Musik, dem Business der Europawahl oder…

CD: An dieser Stelle einmal vielen Dank an den Leser, der tatsächlich bis hierhin durchgehalten hat! Du bist der Hammer, lass dir nichts anderes Erzählen! Des weiteren hoffe ich, dass der ein oder andere mal rein hört oder vielleicht sogar beim nächsten Konzert reinschaut! Wir freuen uns auf euch und denkt immer dran: sechs Landeier taugen nicht nur für ein Omelette!

Sechs Landeier taugen nicht nur für ein Omelette!

MH: Es war schön, Einiges über euch zu erfahren und unseren Lesern entsprechende Einblicke geben zu können. Danke für den Moment für eure Zeit und wir freuen uns, euch auf der Tour mit QUEENSRYCHE zu sehen und dann auch noch live on stage. Bis dahin eine gute Zeit und bleibt gesund!

 

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Bildquellen

  • mirrorplain_press_2019a: Fastball Music/Rock Promotion
  • Mirrorplain_Lost_In_Paradise_Cover_Front: Fastball Music/Rock Promotion
  • mirrorplain_press_2019a – Beitragsbild: Fastball Music/Rock Promotion
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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