DONG OPEN AIR 2019 – Sex & Glory

Steel Panther - Dong Open Air 2019
Steel Panther - Dong Open Air 2019 - 13.07.2019

DONG OPEN AIR 2019 – Sex & Glory

Wir sprechen über das erste Wochenende der NRW-Sommerferien. „Unser“ Festival, das RAGE AGAINST RACISM, wo wir von metal-heads.de als offizieller Medienpartner vielseitig aktiv sind, liegt gerade hinter uns. Und schon kommt das nächste Highlight der lokalen Festivalkultur. Wovon ich spreche? Vom höchst entspannten DONG OPEN AIR in Neukirchen-Vluyn. Dort sind wir auch an allen Tagen mit einem Team präsent und liefern euch Berichte in Wort und Bild.

Bloodywood - Publikum

Dong Open Air 2019 – 13.07.2019

Finale des Dong Open Air 2019 bei moderaten Temperaturen

Den ersten Teil (zum Donnerstag) könnt ihr hier finden. Teil 2 kommt hoffentlich bald. Wir machen da einfach mal etwas Verrücktes und ziehen Teil 3 vor!!! 😉 Hier soll es um den Abschluss des 2019er Events gehen…den DONG-Samstag. Nachdem es in den Vorjahren entweder gut geschüttet hat oder knallheiß war (was den Aufstieg auf den Dongberg mit dem ganzen Equipment – für uns als Fotografen eben die Fotoausrüstung, für die zeltenden Festivalbesucher halt das alltäglich benötigte Gepäck – zu einer schweißtreibenden Angelegenheit werden ließ), sind die Temperaturen dieses Jahr moderat und auch die Niederschläge sind ganz ok.

 

Kommen wir zur Musik. Bei eher drückender, aber durchaus erträglicher Schwüle bekam ich noch das Ende des Sets von BLESSED HELLLRIDE mit. Da stelle ich mir die Frage, ob man seine knappe Spielzeit für lange Vorstellungen der Bandmitglieder vergeuden muss!? Ansonsten kam die Band gut an und hatte sichtlich Spaß bei der Performance. Solide gemacht, aber eher unspektakulär, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. Gegen 16:00 Uhr enterten dann HIDEOUS DIVINITY die Bühne. Leider gab es von den Herrschaften aus Rom nur einfallsloses Geknüppel. Entsprechend war der Andrang vor der Bühne nach dem vorher recht gut gefüllten Zelt recht mau. Auch die Resonanz auf die Performance war beim Publikum gering. Da half es auch nichts, dass Sänger Enrico Schettino in den Fotopit sprang und die Nähe zu den Fans suchte. Man konnte kaum einen Song vom nächsten unterscheiden. Das war recht eintönig und auch wenn man sichtlich bemüht war und Alles gegeben hat.

 

Die Band des Tages?

Vielleicht die meist beachtete Band des Tages: STEEL PANTHER. Schon die angebotene Signing Session sorgte für einen Riesenandrang mit einer entsprechenden Schlange. Ordentlich harrte man aus, um Autogramme von Michael Starr und Co. zu bekommen. Ich habe noch nie so viele Spandexhosen in den abgefahrensten Farben in einem so kleinen Umkreis gesehen. Auch vom Hairstyling ahmten einige Fans den schrägen Vierer aus Kalifornien nach. Kreativ. Backstage waren STEEL PANTHER sehr entspannt, auch wenn teils viel Wirbel um ihre Präsenz gemacht wurde.

Steel Panther - Michael Starr

Steel Panther – Dong Open Air 219 – 13.07.2019

Aber jetzt mal zu einer Formation, die die allermeisten Anwesenden im Publikum überrascht haben sollte. Und zwar absolut positiv! Die Rede ist von BLOODYWOOD. Nein, kein Schreibfehler! Die 6 Herren aus Neu-Delhi heißen wirklich so und sie sorgen für frischen Wind in der Metalszene. Oder kennt ihr eine zweite Band weltweit, die Metal mit klassischen indischen Instrumenten (z.B. eine Flöte) und den damit verbundenen Klängen kombiniert. Gesanglich werden Sprechgesänge mit Growls abgestimmt, die beiden Frontmänner agierten gekonnt zusammen und man konnte kaum glauben, dass dies die erste Tour außerhalb der Heimat war, heute der allererste auswärtige Auftritt.

Positive Überraschung aus Indien – BLOODYWOOD

Routiniert und mit einer großen Spielfreude, die auch gewaltig auf das Publikum im Zelt übersprang, absolvierte man ein Set, dass den Besuchern und auch der Band noch länger in Erinnerung bleiben sollte. Herzlich aufgenommen, obwohl man allenfalls aus dem Netz die Musik kennen konnte, es gibt ja noch nicht einmal ein erstes Album auf dem Markt! Richtig Alarm auf der Bühne. Die harten Töne in Kombination mit den traditionellen Klängen aus Indien, der sympathische Akzent bei den Ansagen. Die erfrischende Andersartigkeit der Kompositionen. Einfach stark. Und so forderten die Leute in der Menge Z U G A B E ! ! ! Gänsehaut! Mehr zu dieser interessanten Kombo findet ihr HIER!

 

Als das Publikum aufgefordert wurde mit den erhobenen klassischen „Pommesgabeln“ zu indischer Musik zu tanzen…geschah es hundertfach. Bewegend. Man nahm sich in seinen Song auch ernste Themen wir die verbreitete Krankheit der Depression vor. Draußen zogen mal tiefdunkle Wolken auf, dann knallte zwischendurch wieder die Sonne vom Himmel. Crowdsurfen, eine Seifenblasenpistole und ein weißes Stoffeishorn am Stiel…was für eine Mischung.

Schwerer Stand nach Überraschungsauftritt

Da taten einem die nachfolgenden DUST BOLT schon fast leid, nach so einem gefeierten Auftritt auf die Bühne zu müssen. Aber man zeigte sich fair und beglückwünschte die indische Band für ihren tollen Gig. DUST BOLT – Thrash Metal aus Oberbayern. Seit mittlerweile 13 Jahren in der Szene unterwegs, gab man sich eingespielt. Man performte u.a. zwei Songs von der aktuellen Scheibe „Trapped in chaos“: „Killing time“ und „Rhythm to my madness“.

 

Vom 2016er-Album gab es den Track „Mind the gap“. Ja, man kann aus dem Vollen schöpfen. Auch die Nebelmaschinen liefen auf Hochtouren. Ziemlich früh im Set verletzte sich offenbar Jemand im Publikum. Der Auftritt wurde unterbrochen, die Menge wartete geduldig und bildete eine Gasse für den Abstransport. Metal friendly!! Aber es geht auch anders. Kraftvoll. Auf das Kommando von Frontmann Lenny Bruce bildet sich ein riesiger Circle Pit vor der Bühne. Im krassen Gegensatz dazu stehen die 3 Personen im Einhornkostüm in rosa etc. – cooler Aspekt dabei: die Metalkutte, die die 3 tragen. Gegensätze beim DONG OPEN AIR.

Circle Pit und amtliches Geknüppel

DESERTED FEAR folgten auf der Zeltbühne und lieferten dem Publikum Death Metal aus Thüringen. Ein Dutzend Jahre hat man bereits auf dem Buckel. Das Trio hat schon mit namhaften Acts getourt, aber es ist eben letztlich dann doch Geschmackssache. Prädikat: amtliches Geknüppel! DA werden einem die Gehörgänge mal ordentlich durchgepustet. Abgeklärt und eingespielt servierte man den Fans ein ca. einstündiges Set. Die Performance wurde dabei wohlwollend von der Menge aufgenommen.

 

Dann war es endlich soweit. Das Zelt war voll gepackt. Das Backdrop mit der pinken Schrift hing deutlich sichtbar an der Bühnenrückseite. Gespannte Erwartungshaltung bei den Fans von STEEL PANTHER und denen, die heute zum ersten Mal eine Show des Vierers aus LA sehen durften. Ja, Show ist das Stichwort, denn darum geht es bei dem Auftritt dieses etwas anderen Acts. Das vorherrschende Thema in den zahlreichen Ansagen von Frontmann Michael Starr und seinem Gitarristen Satchel ist Sex und Alles, was dazugehört. Dazu hat man sich extra die wesentlichen Begrifflichkeiten auf Deutsch drauf geschafft. Damit dieser Beitrag jugendfrei bleibt, wollen wir hier nicht auf Details eingehen.

Sex sells…STEEL PANTHER

Jeder spielt seine Rolle in der Aufführung. Drummer Stix Zadinia ist eher zurückhaltend und trommelt seine rockenden Beats. Dann gab es noch eine kleine Parodie zum DEF LEPPARD-Schlagzeuger Rick Allen. Bassist Lexxi Foxx nutzt jede Pause, um seinen Schminkspiegel hervorzuholen und etwas Lipgloss aufzutragen. Ansonsten hat er genug damit zu tun, seine Haare zu richten oder Haarspray nachzulegen. Satchel post mit der Gitarre und lässt den Rockstar raushängen, während der Frontmann den Kontakt zu den Fans hält. Zwischendurch holt man ein Mädel auf die Bühne, das textsicher immer wieder mitsingt.

 

Zum Track „17 girls in a row“ holt man eine entsprechende Anzahl von weiblichen Fans auf die Bühne, die zu der Musik von STEEL PANTHER tanzt. Was für eine Party! Weitere Songs im Set waren u.a. „Just like Tiger Woods“, „Death to all but metal“ und „Asian hooker“. Ansatzweise wurden Stücke gecovert. Besonders cool war „Crazy train“, wobei der Sänger als Ozzy Osbourne verkleidet auftrat. Wow, was für eine Ähnlichkeit. Auf jeden Fall hatten alle eine gute Zeit. Es gab massives Crowdsurfen (das hätte ich so nicht erwartet)

Crowdsurfen vor dem Finale des Dong Open Air 2019

Das große Finale. Auch wenn sich STEEL PANTHER in ihren Ansagen mal als Headliner bezeichnet hatten, so war der letzte Name auf dem Billing des heutigen Samstags auf dem DONG OPEN AIR ein anderer: GLORYHAMMER! Das Zelt war wieder gut voll, viele Arme oben. Mit leichter Verspätung begannen die 5 Herren ihren Auftritt, bei dem ein riesiger Hammer auf der Bühne zum Einsatz kam. Man spielte Stücke wie „Gloryhammer“, „The Hollywood hootsman“ (dieser Song stammt vom neuen Album) und „Masters of the galaxy“. In einer speziellen Maskerade performte man Power Metal und lieferte eine ansprechende Show. Die DONG-Besucher gingen auch noch um Mitternacht gut mit. Der GLORYHAMMER-Gitarrist hatte dann die Idee, man müsse mal etwas anders machen. Alle würden immer hübsche Frauen auf die Bühne holen. Also würde es jetzt mal um hübsche Männer gehen. So rief er einen Sexy Dance Competition aus und der Gewinner der sechs Herren aus dem Publikum bekam schließlich ein Bier, welches er unter dem Jubel der Fans auf Ex leerte…

 

Vorfreude auf das DONG OPEN AIR 2020

Es war wieder ein tolles Festival, wenn wir auch den Samstag etwas Death Metal-lastig fanden. Aber es war einmal mehr ein friedliches Event, die Stimmung war prima und auch das Wetter spielte insgesamt mit. Abwechslungsreiches musikalisches Programm, man konnte nette Leute wiedersehen. Auch die Anreise aus den benachbarten Niederlanden wurde nicht gescheut. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr und sind mehr als gespannt, was die Veranstalter da auf die Bühne bringen.

Wir von metal-heads.de wünschen noch einen schönen Festivalsommer!!!

Gloryhammer - Dong Open Air 2019 - Zelt

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Bildquellen

  • Blessed Hellride,Dong Open Air 2019,13.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Hideous Divinity,Dong Open Air 2019,13.07.2019-001: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Bloodywood,Dong Open Air 2019,13.07.2019-002: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Bloodywood,Dong Open Air 2019,13.07.2019-001-0102: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Dust Bolt,Dong Open Air 2019,13.07.2019-003: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Deserted Fear,Dong Open Air 2019,13.07.2019-001: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Steel Panther,Dong Open Air 2019,13.07.2019-002: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Gloryhammer,Dong Open Air 2019,13.07.2019-005: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Titelbild-Steel Panther,Dong Open Air 2019,13.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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