Joe Bonamassa in Düsseldorf – Mitsubishi Halle 12.05.17

Joe Bonamassa

Erneut unter dem Banner des ‚Guitar Event Of The Year‘, gastierte Joe Bonamassa in Düsseldorf mit seiner Band, am 12.05.17 in der Mitsubishi Electric Halle. Im März 2014 erlebte ich Bonamassa das letzte Mal in Oberhausen live. Das damalige Konzert gefiel mir sehr gut und und so erwartete ich einfach einen vergnüglichen Abend und sollte nicht enttäuscht werden.

Bernie, der Tourmanager, zeigte uns die Plätze zum Fotografieren und wunderte sich, das nur zwei Pressefotografen vor Ort waren. Lächelnd verschwand er wieder hinter der Bühne.

 

Überpünktlich um 19:59 Uhr ertönte das ‚Intro‘ vom Band und schon knappe 2 Minuten später startete Reese Wynans mit einem Klavierintro zum Song ‚This Train‘, vom letzten Album ‚Blues Of Desperation‘.

Bonamassa, wie immer in den letzten Jahren im feinen Sakko mit Sonnenbrille, beackerte fulminant eine Fender Stratocaster, welche eventuell vorher im Besitz von Rory Gallagher war. Diese Version rockt wie Sau und kommt live so richtig zur Geltung. Gerade auch durch den Einsatz der beiden Bläser Lee Thornburg und Paulie Cerra, gewinnt das Stück an zusätzlichem Reiz.

Joe Bonamassa in Höchstform an der Sechssaitigen

‚Mountain Climbing‘ in D-moll, für die Gitarristen unter uns, setzt das Konzert nahtlos fort. Hier fallen auch die beiden Backgroundsängerinnen Jade MacRae und Mahalia Barnes erst richtig auf, können sie doch nun ihrerseits Bonamassa gesanglich unterstützen. An dieser Stelle ist anzumerken, das mir persönlich der Sound in der Halle sehr gut gefiel und dieser auch nicht zu laut war. Zudem bekam man einen sehr gut gelaunten und spielfreudigen Joe Bonamassa in Höchstform an der Sechssaitigen.

Es folgte mit ‚Blues Of Desperation‘ das dritte Stück vom gleichnamigen Album. Leicht umarrangiert für die aktuelle Tourband und einiges länger als die Studioversion. Die Gibson wimmerte nur so unter Bonamassas Flitzefingern und auch Basser Michael Rhodes setzte Akzente. Dessen wuchtiger Sound des Viersaiters, welcher mich manchmal an Mel Schachers Bass von Grand Funk erinnerte, drang präsent ans Ohr.

Das Sakko und die Frisur litten

Die ‚Les Paul‘ hervorgeholt und schon wusste man, was nun kommt. Bluesige, gefühlvolle Gitarrentöne und präziser Gesang von Bonamassa. Der Song ‚No Good Place For The Lonely‘, welcher Gary Moore gut zu Gesicht gestanden hätte, ließ immer mehr das Sakko dunkler werden und auch die Frisur litt unter dem heißen Scheinwerferlicht. Jedoch ließ es sich Joe Bonamassa nicht nehmen, das Solo noch feuriger und länger zu spielen. Sobald Höhepunkte seines Spiels kurz Pause machten, bekam er Szenenapplaus seitens des Publikums.

 

‚How Deep This River Runs‘, der 5. und letzte Track von ‚Blues Of Desperation‘, lässt die Menge in der Mitsubishi Electric Halle das eine oder andere Mal erneut Beifall klatschen. Bonamassa lässt die Finger seiner Griffhand teils geradezu filigran über die Seiten huschen. Anton Fig an den Drums, kann gerade auch bei diesem Stück zeigen, das er alle Facetten des Kesselspiels beherrscht.

Led Zeppelin oder was?

‚Boogie With Stu‘ von Led Zeppelin! Wow, wer hätte das gedacht! Natürlich im Arrangement von Bonamassa und wie bei Jimmy Page sonst üblich, kommt hier die Telecaster ins Spiel. Die Mandoline des Originaltracks, wird hier durch die Gitarre ersetzt und ein fulminantes Saxophon-Solo von Paulie Cerra begeistert die Menge.

Dann kommen die nächsten zwei Coverversionen und zwar von Albert King. ‚Breaking Up Someone’s Home‘, ist ein Bluesklassiker, der auch auf der letzten Livescheibe ‚Live At The Greek Theatre‘ von Bonamassa, enthalten ist. Beim darauf folgendem ‚Angel Of Mercy‘ kann Anton Fig, ein in Los Angeles lebender und in Südafrika geborener Drummer, ein großartiges, mehrminütiges Schlagzeugsolo präsentieren. In den Staaten kennt man ihn auch von der TV Night Show von David Letterman, wo er in der Studioband spielte.

Bonamassa in Düsseldorf spricht!

Der bis hierhin wortkarge Joe Bonamassa spricht nun das erste Mal mit dem  Publikum:

„Mein Name ist Joe Bonamassa. Ich bin gerade erst 40 geworden. Das Wetter ist gut, die Sonne geht gerade unter und ich bin überrascht, das über 4000 Leute in die Halle kommen! Danke für euer Erscheinen!“

Danach werden alle Bandmitglieder einzeln vorgestellt, was seitens des Publikums bejubelt wird.

Die Höhepunkte steigern sich und mit ‚Love Ain’t A Love Song‘, vom Album ‚Different Shades Of Blue‘, kommt ein weiteres Highlight des Konzerts. Im langen Mittelteil des Songs, liefern sich Joe Bonamassa und Lee Thornburg ein spannendes Duell mit Gitarre und Trompete. Immer mehr hält es die Leute nicht mehr auf ihren Stühlen und Standing Ovations bleiben am Ende der jeweiligen Songs natürlich nicht aus.

Gibt es noch Steigerungen?

Joe Bonamassa in Düsseldorf hält was der Name verspricht! Die Reunion von Black Country Communion steht, das neue Album kommt im Herbst 2017 heraus und Joe Bonamassa spielt einen Klassiker der Band: ‚Song Of Yesterday‘. Über diesen Track braucht man nicht viel zu schreiben, er spricht für sich.

Joe Bonamassa fordert das Publikum aufzustehen und legt sich eine schwarze Gibson um, mit der er John Mayalls ‚Little Girl‘ spielt. Es wird getanzt und geklatscht und anscheinend ist die Menge in Düsseldorf bestens gelaunt, wobei ich die negativen Kommentare der vorangegangen Shows in Deutschland nicht nachvollziehen kann. Es ging um schlechten Sound und um Joe Bonamassa, der keinen Kontakt zum Publikum suchte… Richtig redselig war er noch nie in den letzten Jahren auf der Bühne, was mich persönlich nicht störte.

Gibt es denn in Düsseldorf noch Steigerungen? Selbstverständlich und zwar bei den letzten beiden Songs des regulären Konzertes, ‚Going Down‘ und ‚How Many More Times‘. Letzteres ist erneut ein Led Zeppelin-Cover, welches hier in der Bonamassa-Fassung seinen eigenen Reiz hat. Übrigens unterstützte Mike Hickey, Bonamassas Guitar-Roadie, die Band bei mehreren Stücken dezent im Hintergrund!

Schlussakkorde

Bonamassa feuert Gitarrensalven ins Publikum und die Band spielt sich die Seele aus dem Leib. Danach ist Schluss, jedoch dauert es nicht lange und er kehrt mit der Band auf die Bühne zurück, um B.B. Kings ‚Hummingbird‘ als Zugabe zu spielen.

Fazit: Ein grandioses Konzert mit knapp 130 Minuten Spielzeit. Ein nicht aufzuhaltender Joe Bonamassa mit seinen verschiedensten Gitarren, auf denen er sich im wahrsten Sinne des Wortes austoben kann. Tolles Düsseldorfer Publikum und ich bin auf jeden Fall wieder dabei bei der nächsten Tour!

 


 

 

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Bildquellen

  • Joe Bonamassa – Düsseldorf 12.05.17 – 22: (c) Wolf, metal-heads.de
Wolf

Wolf

Musikalisch aufgewachsen mit den Beatles und den Stones in der großen Ära der Rockmusik der 60/70er Jahre! Meine ersten gekauften Scheiben waren von Deep Purple, Grand Funk Railroad, Frank Zappa, Black Sabbath usw. Bevorzugte musikalische Ecke ist der sogenannte Classic- und Progressiv Rock, jedoch höre ich auch in fast allen anderen Bereichen stets rein.

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