DREAM THEATER – 11.02.2017 – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

DREAM THEATER – 11.02.2017 – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Wer kennt noch die Biskuithalle in Bonn? Finger hoch!! Für mich hat dieses Venue insofern eine besondere Bedeutung, als ich dort im Jahr 1993 den ersten DREAM THEATER-Gig erlebte. Knapp 50 weitere Auftritte von Basel bis New York sollten bis Heute folgen. Was die deutschen Konzerte anging, so wechselte man ab 1995 mit den meisten Shows in die Philipshalle nach Düsseldorf.

Und auch wenn die mittlerweile 45 Jahre alte Halle seit einigen Jahren auf den Namen Mitsubishi Electric Halle hört, so ist die Verbundenheit der Band geblieben.

DREAM THEATER – 11.02.2017 – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Dream Theater 11.02.17 Mitsubishi Electric Hall Düsseldorf

Nun sollte also auch am heutigen 11.02.2017 DREAM THEATER´s „Images, Words & Beyond – the 25. Anniversary Tour“ in der Stadt am Rhein Halt machen. Die New Yorker haben schon seit Jahren immer öfter mal das Konzept „An evening with…“ ausgepackt. Das bedeutet: DREAM THEATER pur und stundenlang. Keine Supportband vorab. Auch dieses Mal sollte es ein Alleingang der 5 Prog-Meister von der amerikanischen Ostküste werden.

Anlass!? Der 25. Geburtstag des Albums „Images and words“, welches – ja, richtig gerechnet – im Sommer 1992 veröffentlicht wurde. DREAM THEATER haben der Nachwelt einige denkwürdige Songs hinterlassen, aber „Pull me under“ und „Take the time“ haben schon massiv zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades beigetragen. Und auch „Metropolis – Part I“ hat eine besondere Geschichte, die sich erst einige Jahre später mit dem Release „Metropolis – Part 2 – Scenes from a memory“ auch bemerkenswerte Weise fortsetzen sollte…

25 Jahre „Images and words“

Nun hat „Images and words“ ja bekanntlich eine Spielzeit von einer knappen Stunde…das wäre ja ein kurzes Konzert. Man durfte also mehr als gespannt sein, was James LaBrie und Co. für die Fans in petto haben!!

Dream Theater 11.02.17 Mitsubishi Electric Hall Düsseldorf

Der erste Schock kam früh. Als pünktlich um 20:00 Uhr – nach einem Intro – mit „The dark eternal night“ der erste Song zu hören war, dachte ich sofort…“Hey, da stimmt was nicht!“. Das bestätigte sich auch umgehend in der Begrüßung durch Frontmann James LaBrie. Nachdem der Kanadier einen kurzen Stimmungscheck abgerufen hatte, machte er ein Geständnis. Er habe sich einen Virus eingefangen und sei schwer erkältet. Aber man solle sich davon nicht die Laune verderben lassen und man werde gemeinsam das Beste daraus machen. Später mehr dazu…

Den ersten Schock verdauen…

DREAM THEATER agierten heute in Düsseldorf auf einer schlichten Bühne und auch die heute eigentlich fast üblichen Projektionen (oder zumindest ein Backdrop) sparte man sich. Im Hintergrund der Bühne gab es zahlreiche Stoffquadrate, auf denen (und auch auf den Flächen dazwischen) die Lichteffekte schön zur Geltung kamen. Die Lightshow war teils recht schlicht aber effektvoll. Mit am, coolsten wirkte es optisch, als man die Farben des Regenbogens „durchlaufen“ ließ. Stark!

Dream Theater 11.02.17 Mitsubishi Electric Hall Düsseldorf

Schon am Anfang des Sets schnallte sich Keyboard-Wizard Jordan Rudess ein tragbares Instrument um und lief über die Bühne. Man performte mit „The bigger picture“, „Hell´s kitchen und „Our new world“ zunächst einmal andere Tracks, bevor es zum Highlight für viele kam. Nach einem verzichtbaren John Myung-Solo zu einem Jaco Pastorius-Song spielten DREAM THEATER eine Version von „As I am“ mit eingebauter Passage von einem Stück „Enter sandman“ (von METALLICA). Mit „Breaking all illusions“ endete nach ziemlich genau einer Stunde dann der erste Teil des Abends und der stimmlich angeschlagene Sänger rettete sich in eine 20-minütige Pause. Bis dahin hatte er sich wacker geschlagen. Der Gesang war halt oft deutlich tiefer als gewohnt und manche Worte wurden nicht so lang gezogen, wie üblich.

Angeschlagen gab der Sänger sein Bestes!

Auf längere Ansagen verzichtete der Frontmann jedoch nicht.Gerade nach der Unterbrechung erläuterte er Details zu manchem Song bzw. zu der Zeit der Aufnahmen. Begonnen hat die Performance des kompletten „Images and words“-Albums (schließlich feierten wir ja heute den 25. Geburtstag dieses Kult-Albums, dass den New Yorkern den Durchbruch bescherte, wie LaBrie anhand des Erfolgs der Single zu „Pull me under“ erläuterte!) mit einem coolen Intro, in dem einige Songs aus der Zeit eingespielt wurden. Da wurden Erinnerungen wach…

Jordan Rudess stand immer wieder im Mittelpunkt, wenn er das Ende oder auch mal den Einstieg (wie bei „Wait for sleep“) etwas ausgedehnter mit seinem Keyboard gestaltete. Bezüglich Geschwindigkeit und Ausdauer zeichnete sich das Drum-Solo aus, das Schlagzeuger Mike Mangini im Rahmen des Songs „Metropolis Pt. 1“ einbaute. Hammer!

Dream Theater 11.02.17 Mitsubishi Electric Hall Düsseldorf

Der Sound in der sehr gut gefüllten Mitsubishi Electric Halle schwächelte anfangs etwas, aber das bekam man bald in den Griff und mir gefiel vor allem das Spiel von Gitarrist John Petrucci, der präzise seine Parts rockte. Es ist immer wieder beeindruckend, wie diese Band solche Songs mit einem Gitarristen hinbekommt. Respekt! Die Tatsache, dass DREAM THEATER ja einige längere Instrumentalpassagen in ihren Kompositionen haben, kam dem Sänger natürlich heute insbesondere entgegen, um seine angeschlagene Stimme zu schonen, wo es eben ging. Ansonsten verausgabte er sich und gab Alles.

Ausgedehnte Zugabe…

Gegen 22:40 Uhr endete auch der zweite Teil des Konzertes. Wo viele Bands noch ein oder zwei Songs als Zugabe abliefern, spielen DREAM THEATER nur einen Track…nur!? Naja, es handelt sich um das 23-minütige Epos „A change of seasons“ mit seinen 7 Teilen. Das nenne ich einen würdigen Ausklang eines großartigen Konzertabends. Natürlich trübte die Erkrankung von James LaBrie den Genuss ein stückweit, aber insbesondere das Zelebrieren des kompletten Jubiläumsalbums kam bei den Tausenden Fans gut an. Besonders bei „Take the time“ wurde lautstark mitgesungen und so sollte am Ende jeder auf seine Kosten gekommen sein.

Hoffen wir, dass der gute James bald gesund ist und nicht zu viele Auftritte von der Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hier seht ihr die Fotos, die unser Fotograf Chipsy an dem Abend für euch geschossen hat:

 


 

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Bildquellen

  • Dream Theater 11.02.17 Mitsubishi Electric Hall Düsseldorf: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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