Tremonti war live in der Kantine – Ob’s geschmeckt hat?

Früh sind wir los. Bloß nicht zu spät kommen. Heute haben Mikel und ich einen Interviewtermin mit Mark Tremonti. Einen der innovativsten und besten Gitarristen der letzten Jahre. Gewinner etlicher Auszeichnungen und Best Player Awards. Noch ein wenig vor, und danach in der Halle warten, dann ist es endlich soweit. Wir werden Backstage ins Allerheiligste geführt, vorbei an mehreren Securities, die kleine Wendeltreppe hoch, bis ins gemütlich hergerichtete Zimmer, in dem das Interview stattfinden soll.

Meet the Star – Das Interview

Mark lächelt sympathisch und begrüßt uns per Handschlag. Seine lockere Art lässt die Nervosität schnell vergessen und das Interview kann beginnen. Mikel und Mark kommen schnell ins Plaudern. Man merkt Mark sichtlich an, dass er auch Spaß an Mikels Fragen hat, die nicht das zu erwartende 08/15 Repertoire abdecken, das von den meisten anderen Interviewern erfragt wird. Das gesamte Interview könnt ihr euch hier nochmal anschauen.

 

Nach der äusserst kurzweiligen und netten Begegnung mit Mark Tremonti habe ich natürlich noch mehr Lust auf den Auftritt, der gleich folgen soll. Heute geht es bereits um 19.00 Uhr los. Tremonti hat gleich zwei Bands mitgebracht, die die Menge auf Trab bringen sollen. Und das werden sie auch.

Shred Lesson One

Als erstes dürfen „Wearing Scars“ raus auf die Bühne. Die Band hat erst ein Album draussen, besteht aber mit Chris Clancy (Ex-Mutiny Within) am Gesang und Andy James (Ex-Sacred Mother Tongue) an der Gitarre, aus alten Hasen des Rockbusiness. Andy James ist auch bekannt als Gitarrenlehrer von licklibrary.com und seiner eigenen Lehrwebsite Andy James Guitar Academy. Ich bin mir sicher, dass Andy und Mark hinter der Bühne viel Spaß beim Traden von Licks haben werden. Wearing Scars haben mit Chris Clancy einen agilen Frontmann, der eine wirklich klasse Stimme besitzt. Die Nummern sind allesamt durchsetzt von eingängigen Refrains und wahnsinnig guten Gitarrensolos von Andy James. Ein sehr moderner Metalsound, der sofort zu gefallen weiß. Durch den recht frühen Beginn können leider nicht alle Gäste in den Genuss kommen, da der Einlass aufgrund strenger Sicherheitskontrollen etwas langsamer vonstatten geht als sonst. Für die anderen bleibt dann nur noch der Griff zur Konserve von Wearing Scars „A Thousand Words“. Die Stimmung war gut für eine Vorband, da der Auftritt mehr als solide war. Aber heute wollen alle nur Tremonti sehen.

No Number of the Beast

Als zweites gab’s dann „The Raven Age“. Die Jungs haben erst eine EP draußen, aber mit George Harris an der Gitarre, den Sohn von Iron Maiden Bassist Steve Harris an Bord. Wer denkt, hier gäb’s jetzt Maidensound hat sich getäuscht. Auch hier wird moderner Metal mit eingängigen Refrains gespielt. Musikalisch geht das doch ziemlich in die Richtung Trivium, da auch Sänger Michael Burrough an Matt Heafy erinnert. Mit „The Raven Age“ geht die Zeit dann auch sehr schnell um, da die Show der Londoner echt ansprechend war, und die Leute im Saal so langsam in Feierlaune gekommen sind. Trotz des guten Auftritts beider Supportbands, wartet aber jeder sehnsüchtig auf die Stars des Abends. „Tremonti“, die Band um Supergitarrist Mark Tremonti.

Flying Monkeys in der Kantine

Nach der spannungssteigernden Umbaupause kommen „Tremonti“ endlich auf die Bühne. Das Publikum feiert die Band noch vor dem ersten Ton. Mark Tremonti zieht direkt alle Augen auf sich und hat im Laufe des Abends die Zuschauer voll in der Hand. So zurückhaltend wie Mark eben noch im Interview war, so voller Energie rockt er jetzt hier ab. Auf den Punkt professionell. Mit „Cauterize“ vom gleichnamigen Album ist der erste Song natürlich auch ein Eisbrecher erster Klasse. Wem Creed zu harmlos und baladesk waren, Alter Bridge noch nicht heavy genug, der ist bei „Tremonti“ genau richtig. Das ist eindeutig die am härtesten rockende Band mit Mark Tremonti. „You waste your Time“ die Single des „All I was“ Albums wird als zweites gespielt. Ich hatte den Song eigentlich für die Zugabe erwartet. Auch gut, dass er jetzt schon gespielt wird. So kommen die Zuschauer direkt richtig in Fahrt. Jeder Song der Band wird abgefeiert. Während der ersten drei Songs stehe ich im Fotograben, um für euch ein paar stimmungsvolle Bilder einzufangen. Der Graben ist heute sehr schmal, ungefähr 40 cm. Das heißt, die Jungs und Mädels aus der ersten Reihe stehen direkt hinter mir, während ich fotografiere. Ausnahmslos alle kennen die Texte und singen lauthals mit. Das macht mir eine Gänsehaut. Mir fällt es schwer, die Kamera ruhig zu halten, da ich selbst auch gerne mitgröhlen würde. Ja, auch ich bin Tremonti Fan. 🙂

Tremonti 05.12.16 Kantine Köln
Nach erledigter Arbeit kann auch ich endlich mitsingen und feiern. Da Tremonti erst zwei Alben haben, ist die Songauswahl natürlich nicht sehr groß, aber das macht gar nichts. Für mich ist ausnahmslos jeder Titel ein Hit und ich bin mir sicher, dass alle anderen heute in der Halle das auch so sehen. Tanner Keegan am Bass vertritt den fehlenden Wolfgang van Halen würdig. Er flippt hin und her wie ein HB-Männchen und macht ordentlich Show. Garret Whitlock am Schlagzeug drischt wie Animal aus der Muppetshow bei einem epileptischen Anfall auf die Kessel ein. Sehr sehenswert und auch technisch brilliant, trotz des wilden Stageactings. Eric Friedmann, Tremontis Sidekick an der Gitarre rockt auch gut drauflos und steht den anderen in nichts nach. Über Mark Tremonti kann ich nicht viele Worte verlieren. Absolut großartig. Perfekt gespielte, fette Rhythmusgitarre, schnelle, melodische Soli und ein überragender Gesang. Beim Gesang hat Mark echt seit der letzten CD noch ne Scheibe draufgelegt. Übung macht den Meister.

Ein super Abend mit gut aufgelegten Bands und einem saustarken Headliner. Die Kantine hat da ein gutschmeckendes Menü gezaubert.

Mark Tremonti, ein echt auf dem Boden gebliebener Star zum Anfassen. Ich freue mich schon auf die nächste Tour im Frühling des nächsten Jahres, wenn Tremonti ihre nächste CD „Dust“ live vorstellen werden.

Eins ist sicher, ich bin auf jeden Fall wieder dabei.

Setlist Tremonti:
– Cauterize
– You Waste Your Time
– All I Was
– So You’re Afraid
– Flying Monkeys
– The Things I’ve Seen
– Radical Change
– Dark Trip
– Brains
– Providence
– Arm Yourself
– Decay
– Another Heart
– Sympathy
– Wish You Well


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Bildquellen

  • Tremonti 05.12.16 Kantine Köln: Chipsy (c) www.metal-heads.de
  • Tremonti 05.12.16 Kantine Köln: (c) metal-heads.de - Chipsy
  • Tremonti 05.12.15, Kantine Köln: Chipsy (c) www.metal-heads.de
  • Tremonti 05.12.16 Kantine Köln: Chipsy (c) www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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