NOFX und BAD RELIGION bei Punk in Drublic

Die Lokalmatadore 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater

Amphietheater Gelsenkirchen, Sonntag, 17.06.2018 – Enorme Spielfreude, verbale Steilvorlagen, musikalischer Höchstleistungssport – beim Punk in Drublic Festival zeigten sämtliche Bands wie BadCop/BadCop, Die Lokalmatadore, Mad Caddies, The Bronx, Bad Religion und NOFX definitv mehr Einsatz als die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Mexiko.

NOFX mit eigenem Festival Punk in Drublic

NOFX 17.06.18 Gelsenkirchen AmphitheaterDie Rampensau Fat Mike hatte die Idee, dem Aussterben des Punkrocks ein eigenes Event entgegenzusetzen. Fern ab von jeglichem Kommerzgedanken überredete die NOFX-Ikone befreundete Bands vom eigenen Label  Fat Wreck Chords sowie wechselnde Lokalmatadoren wie die Mülheimer Band „Die Lokalmatadore“ zu einem gemeinsamen Festival. Am Sonntag, den 17.06.2018, enterten daher sechs total unterschiedliche, aber höchst interessante Combos das Amphietheater Gelsenkirchen. Die Location ist vielen von euch sicherlich vom Rock Hard Festival bereits bekannt und allseits beliebt.

Das Fazit vorweg

Bevor wir euch zu allen Bands coole Fotostrecken zeigen und einige Highlights der jeweiligen Auftritte aufzählen, möchten wir unser Fazit vorwegnehmen. Und das heißt: geht zu diesem Festival. Am 19.06.2018 den Auftritt in Wien habt ihr vielleicht jetzt verpasst. Aber der Gig am
23.06. Wiesbaden im Kulturpark Schlachthof steht kurz bevor. Es lohnt sich mega. Für 55 Euro Eintritt wird einem Spaß, Pogo, Bierdusche, coole Mucke und eine partyfreudige Meute an Fans geboten.

Den Anfang machten Bad Cop / Bad Cop


Um 15:00 Uhr wurden die Türen geöffnet und um Punkt 16:00 Uhr startete das weibliche Quartett BadCop/BadCop. Die bad girls um die beiden Sängerinnen und Gitarristinnen Stacey Dee und Jennie Cotterill, Drummerin Myra Gallarza sowie Bassistin Linh Lee stehen ebenfalls bei Fat Mikes Label Fat Wreck Chords unter Vertrag und machten ordentlich Alarm.  Rotzige Ansagen, rotzige Texte, rotzige Musik. Die noch spärliche Meute vor der Bühne genoss den Auftritt der im Jahr 2011 in Südkalifornien gegründeten Frauen-Kapelle in echten Zügen und der erste Pogo des langen Tages machte seine Runde. Warum es so spärlich im Stehplatzbereich war, erklärt sich von selbst. Pünktlich zu Beginn der ersten Band war Anstoß zum WM-Spiel Deutschland-Mexiko und der Biergarten bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt. Schade für die fußballbegeisterten Punkfreunde, die eine echt starke Show der Mädels von Bad Cop / Bad Cop verpassten. Als Trost haben wir hier für euch einfach mal die letzten beiden CD´s dieser echten Punkrock-Hoffnung aufgelistet. Hört mal rein, es lohnt sich!

Bad Cop/Bad Cop 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater

Stimmung im Rüschenhemd – Die Lokalmatadore

Pünktlich zur Halbzeitpause folgten vier Schalke-Fans aus Mülheim/Ruhr. Seit 1982 gibt es sie schon. Die deutsche Punkrock-Legende „Die Lokalmatadore.“ Hervorgegangen aus der Band „Pissrinne.“ Aber genug der schlauen Vorworte. Sänger „ElFisch“ schaute ähnlich schlau wie wir, als er Gassenhauer wie „Fussball, Ficken, Alkohol“ oder „In den Arsch“ präsentierte, die vom Publikum lauthals mitgeschmettert wurden. Auch wenn Gitarrist Bubba, Bassist Rommel und Drummer Blüm irgendwie aussahen, als wenn sie einer Sonntags Nachmittags von der Couch direkt auf die Bühne gezogen hätte, machte es doch einen Mords-Spaß, den schrägen Typen und schrägen Tönen zu lauten. Punks Not Dead.  Wie die mächtig abgefeierte Hymne „Viva Lokalmatador“ eindrucksvoll unter Beweis stellte.


The Bronx lassen es krachen

Noch eindrucksvoller war allerdings der Hardcore-Sound der Kalifornierr von THE BRONX. Kreischende Shouts, Nebel, ein fetter Gitarrenteppich. Das war echt heavy, was das Quintett aus Los Angeles da für einen Abriss lieferte. Schade, dass auch hier immer noch die Fußballverrückten der Bühne fern blieben, anstatt dieser bereits im Jahr 2002 gegründeten Band ihre Aufwartung zu machen.


Die Mad Caddies aus Kalifornien

Extrem tanzbaren Ska-Punk lieferten danach die Mad Caddies ab und brachten die Meute zum Tanzen. Ein jeder bewegte sich rhythmisch bis unortodox zu der mit 2 Bläsern unterstützten Musik der Band. Die Mad Caddies brachten richtig Spaß ins Publikum, die ersten Bierbecher flogen und die Laune der Musikzuhörer und -zuschauer wurde immer besser.


Der eigentliche Hauptact?

Bad Religion 17.06.18 Gelsenkirchen AmphitheaterMit Bad Religion folgten die Helden der Jugend unseres metal-heads-Redakteurs. Optisch sind die Gründungsmitglieder Greg Graffin (Gesang) und Jay Bentley (Bass) schon etwas gealtert seit dem ersten Konzertbesuch des Autors im Jahr 1988. Aber an der druckvollen Punkrock-Kraft von Bad Religion hat sich bis heute nichts geändert. Drei Akkorde, Drums, Bass und ab geht´s. Pogo, Stage-diving, die Ordner hatten alle Hände voll zu tun. Punktgenau 30 Jahre nach der Veröffentlichung des wegweisenden Albums „Suffer“ (Epitaph Records) präsentieren die sechs Kalifornier viele Songs dieser Scheibe live. Bei „Best For You“ schmettern alle den Text mit. Natürlich auch später bei „21st Century Digital Boy“ und weiteren Hits der langen Bandhistorie wie „American Jesus“ oder „Infected.“ Es war ein wahres Fest, der Sound bei sämtlichen 23 Songs astrein, die Stimme glockenklar und der Auftritt musikalisch nur schwer zu toppen.


Fat Mike tanzt im Röckchen zu „Time Warp“

NOFX 17.06.18 Gelsenkirchen AmphitheaterDas dachte sich vermutlich auch die NOFX-Ikone Fat Mike, der im Röckchen mit seinem Bass auf die Bühne schlurfte. Gemeinsam mit den coolen Gitarristen El Hefe und Eric Melvin wurde erst einmal als Intro zum „The Rocky Horror Show“ – Klassiker „Time Warp“ getanzt. Bzw. to the left gejumpt. Das Publikum johlte. Fat Mike hatte zudem einen Clown gefrühstückt und machte launige Ansagen wie „Bad Religion sind musikalisch viel besser als wir, aber wir machen mehr Ansagen als die.“ Ach ja: Musik wurde auch gemacht. Und zwar richtig viel. Ohne Witz: 25 Songs sind schon ein Brett. Von „Six Years On Dope“ über „The Man I killed“ bis zu den Krachern „Stickin‘ in My Eye“ und dem Schluss-Akkord „Kill All the White Man“ war alles dabei, was Rang und Namen hat. Da Bilder jedoch mehr als Tausend Worte sagen, genießt einfach die Bilderstrecke zu NOFX. Wir freuen uns schon auf die nächstjährige Auflage von „Punk In Drublic.“


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Bildquellen

  • Bad Cop/Bad Cop 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Die Lokalmatadore 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • The Bronx 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Mad Caddies 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Bad Religion 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • NOFX 17.06.18 Gelsenkirchen Amphitheater: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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2 Antworten

  1. Thomas sagt:

    Brett Gurewitz spielt schon seit Jahren nicht mehr live mit bei Bad Religion…

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