Mothers Cake + Support – Bollwerk Moers 16.04.16

Mother's Cake (AT) 16.04.16 Bollwerk Moers

Hup Holland Hup

Mit einer halben Stunde Verspätung wird die geräumige Halle des Bollwerks in Moers geöffnet. Als erste Band tritt heute „The naked sweat drips“ aus Boxmeer in den Niederlanden auf. Eine sechsköpfige Truppe, bestehend aus den beiden Gitarristen Winand Derks van de Ven und Kristian Strik, dem Tieftöner Rick Veldkamp, Luc Jeuken an der Hammondorgel, Stefan Kollee (Sänger und Bodenturner), und Jimmi Vos, der Ausflipper an den Drums.

The naked sweat drips (NL) 16.04.16 Bollwerk Moers

Psychedelic 70s

Der Sound erinnert schwer an die 70er Jahre. Teils agressive, teils ruhige, spacig verspielte Elemente, durchsetzt von überraschenden Breaks, erwarten die Zuschauer. Die Jungs legen los, wie die holländische Brandweer und auf der Bühne herrscht eine Menge Bewegung. Alles wirkt energiegeladen und roh; direkt „In your face“, wie man so schön sagt. Der doch sehr progressiv, psychedelische Rocksound wird durch den auf der Bühne wild herumwirbelnden Sänger Stefan Kollee, mit tiefer Stimme und ausladenden, waldorfschulischen Bewegungen, sehr gut unterstützt.
Jimmi Vos, das Beast an den Drums, treibt die Band gnadenlos nach vorne. Auch die beiden Gitarristen flippen ordentlich über die Bühne, wobei Rick Veldkamp am Bass ein wenig den Ruhepol auf der Bühne gibt. Stefan Kollee kniet mal vor dem Monitor und legt dort seinen Kopf ab, mal lässt er sich einfach von der Bühne hängen, bis er sich davor auf dem Boden rollt. Das nenne ich emotionale Interpretation der Musik, und Körpereinsatz außerhalb der normalen Bewegungsmuster.The naked sweat drips (NL) 16.04.16 Bollwerk Moers
„The naked sweat drips“ machen eine Menge Spaß und verlassen nach acht Songs, natürlich verschwitzt, aber nicht nackt, die Bühne. Alle, die auf 70s angehauchten progressiven Rocksound stehen, sollten sich die Band mal näher ansehen. Toller Stoff aus Holland, wie immer. 😉

Gimme your Cake, funky Mother

Nach kurzer Umbaupause hat sich die Halle noch um einiges mehr gefüllt. So um die 100 Besucher tummeln sich nun hier, um „Mothers Cake“ aus Österreich bei der Arbeit zuzusehen.
„Mothers Cake“ sind ein Trio bestehend aus Yves Krismer (Gesang/Gitarre), Benedikt Trenkwalder am Bass, und Jan Haußels am Schlagzeug. Sie spielen eine Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen. Ich würde es progressive Rockmusik, durchsetzt von einem großen Teil funkiger Elemente nennen. Das geht schnell ins Bein und das Publikum schwingt auch selbiges. Die Band kommt sympathisch und cool rüber. Das liegt nicht zuletzt an den humorigen Ansagen von Sänger Yves.Mothers Cake (AT) 16.04.16 Bollwerk Moers
Bis auf ausufernde Instrumentalstellen wird Stageacting nicht allzu groß geschrieben. Das ist natürlich auch dem Triodasein geschuldet, da Yves zur Gitarre ja auch noch den Gesang übernimmt. Jan am Schlagzeug gibt jedoch alles und es macht Spaß, ihm beim Spielen auf die Stöcke zu schauen. Yves spielt einen tollen funkigen Fender Singlecoil-Sound, mal clean, mal rotzig rockig. Großartig! Hier  kommt alles auf den Punkt und Benedikt am Bass hält die Band zusammen. Die Stimme von Yves erinnert mich ein wenig an die von Perry Farrell, den Sänger von „Jane’s Addiction“ Das Ganze kann von Musikliebhabern der „Red Hot Chilli Peppers“, „Porcupine Tree“, „The Mars Volta“ und teilweise auch „Tool“, bedenkenlos mal in den CD-Player geschoben werden. Am besten aber mal bei einem Liveauftritt von „Mothers Cake“ vorbeischauen. Man wird auf keinen Fall enttäuscht werden. Die Setlist von „Mothers Cake“ darf ich euch in Bildform nicht vorenthalten. Selten so eine schöne Setlist gesehen. Und genau aus diesem Grund habe ich das Meisterwerk nur fotografiert und nicht mitgenommen. Diese Setlist sollte noch mehr Bühnen dieser Welt zu Gesicht bekommen. 🙂

Mothers Cake

Hallo…, Hallo?, Hallooooo, kann mal jemand Licht machen?

Apropos enttäuscht. Was mich an dem Abend enttäuscht hat, ist zum Einen, dass nicht mehr Leute ins Bollwerk nach Moers gekommen sind. Ein toller, großer Laden und ein nettes Team. Jeder der nicht da gewesen ist, hat zwei tolle, spielfreudige Bands verpasst.
Zum Anderen war ich vom Licht bei den Auftritten der Bands enttäuscht. Einerseits hatte ich als Mann an der Kamera so meine lieben Probleme im Halbdunkel bzw. bei rotem oder blauem Licht, einige schöne Bilder zu schießen, die euch die Atmosphäre des Abends näherbringen sollen. Andererseits war ich aber auch als Zuschauer und Zuhörer an dem Abend anwesend. Manchmal war es auf der Bühne so dunkel, dass man kaum erkennen konnte, wer da oben überhaupt gerade steht. Aber gerade deswegen bin ich ja bei einem Livekonzert, damit ich der Band auch mal beim Musizieren zusehen kann. Ein wenig weißes Licht auf der Bühne kann da manchmal Wunder wirken.

Nichtsdestotrotz war der Abend aus musikalischer Hinsicht ein voller Erfolg und ich hatte eine Menge Spaß mit „The naked sweat drips“ und „Mothers Cake“.

Rock on!

Setlist „The naked sweat drips“
– Into Sixths
– Psycho Sister
– The Raw
– Bordeaux
– Framed
– Gaining Entrée
– The Lethe
– Agony Abides

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Bildquellen

  • Mothers Cake (AT) 16.04.16 Bollwerk Moers: Chipsy (c) www.metal-heads.de
  • The naked sweat drips (NL) 16.04.16 Bollwerk Moers: Chipsy (c) www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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