MYRATH spielten auf ihrer Shehili-Tour im Jungle-Club in Köln (14.03.2018)

MYRATH  als Headliner mit MANIGANCE als Support

Melodischer französischer Power Metal von MANIGANCE

Mangance 14.03.18 Jungle Club KölnMANIGANCE, die in Frankreich zu den etablierten Bands gehören, eröffneten den Abend mit dem Song „Face contre Terre“ von ihrem Album „Machine Nation“, das im Februar 2018 erschien. Dieser und alle weiteren Texte werden von Frontfrau Carine Pinto, die erst seit diesem Jahr die Vocals übernahm, in Französisch gesungen.

Mit diesem und den folgenden Songs präsentierten MANIGANCE melodischen Power Metal, der durch kraftvolle und ausgearbeitete Gitarrenlinien geprägt ist. Hinzu kommen immer wieder antreibende Riffs, die den drängenden Rhythmus von Drums und Bass aufgreifen und variieren.

Das Publikum, dem die Band wohl eher unbekannt war, ließ sich aber gut ein und von Songs wie „Machination“ oder „Ennemi“ mitreißen.

Mir hat „En Mon Nom“ am besten gefallen, da er nicht nur repetitives Riffing, eine eingängige Melodie, ein temporeiches Gitarrensolo, sondern auch interessante rhythmische Varianten zu bieten hat.

Insgesamt konnten MANIGANCE zeigen, dass sie – was das Songwriting betrifft – ihr Handwerk verstehen.

Und hier in der Fotostrecke einige sehenswerte Bilder vom Auftritt der Band. (Bilder von Chipsy)


Die neue Stimme ist gewöhnungsbedürftig

An Carine Pinto als Frontfrau habe ich mich – trotz ihres sicheren Stageactings – an diesem Abend über nicht gewöhnen können. Dafür hatte ich die Songs noch zu deutlich mit der männlichen Stimme im Ohr.

Didier Delsaux hat die Band aufgrund von Problemen mit der Stimme verlassen. Die Band arbeitet bereits an neuem Material, wie mir Gitarrist François Merle im Anschluss erzählte. Da Carine als Sängerin bleibt, wird sie in neuen Songs ihre stimmlichen Möglichkeiten sicher anders und stimmiger einbringen können.

 

Myrath 14.03.18 Jungle Club KölnMYRATH setzen orientalische Akzente

Die Show von MYRATH beginnt mit einem Element, das man bei einem Metal-Konzert nicht unbedingt erwartet: mit klassischem Bauchtanz, der von Kahina Spirit charmant und gekonnt dargebracht und vom Publikum mit Bewunderung und Applaus bedacht wurde.

Inzwischen hatte sich der Jungle-Club deutlich gefüllt, was darauf hindeutet, dass MYRATH mit ihrer Musik zunehmend auf Resonanz stoßen und ihre Fans auch an einem Mittwoch vor die Bühne holen können.

Songs vom noch nicht veröffentlichten Album

MYRATH begannen mit einem Song vom kommenden Album. Er klingt weniger progressiv dafür eingängiger als gewohnt.

Ich habe MYRATH schon häufiger und an verschiedenen Orten gesehen, habe aber immer den Eindruck, dass Sänger Zaher Zorgati gerne nach Köln kommt. Und dass es ihm Spaß macht, seine sich stetig erweiternden Deutschkenntnisse anzubringen. So hatte er das Publikum mit der Frage: „Was geht ab?“ und seinem einnehmenden Lächeln schnell gewonnen und plauderte eine Weile mit ihm.

Es folgten Songs von allen bisher erschienen Alben, wobei „Endure The Silence“,“Merciless Times“, „Jasmin“ und „Believer“ am deutlichsten vom Publikum gefeiert und mitgesunden wurden.

Arabische Elemente ….

Meine Favoriten sind nach wie vor „Merciless Times“ und „Believer“, da sie für mich eine anregende und gelungene Verbindung aus progressivem Metal und Elementen der tunesischen Musik sind. Außerdem zeigen hier Gitarrist Malek Ben Arbia und Bassist Anis Jouini, dass sie technisch auf hohem Niveau spielen.

Morgan Berthet an den Drums sorgt für druckvolle Rhythmen und Kevin Codfert an den Keys für weiteren Unterbau sowie Verzierungen im melodischen Bereich.

…und politische Akzente

Dass die politische Situation nach dem sogenannten „Arabischen Frühling“ auch die Band beschäftigt hat, wird in dem Song „Get Your Freedom Back“ deutlich.

Insgesamt haben MYRATH die in ihrer Musik entstandene Symbiose aus Metal und traditionellen Elemente engagiert und auf einem hohen Niveau vermittelt. Zaher Zorgati konnte auch stimmlich wieder absolut mit seinen Variationsmöglichkeiten und der durchgehenden Sicherheit überzeugen.

Wie MYRATH sich auf der Bühne präsentierten sowie Bilder von den Bauchtanzmomenten könnt ihr in dieser Fotostrecke sehen (auch diese Fotos hat Chipsy gemacht).


Die neuen Songs

Die neuen Songs zeigen einen gekonnten Songaufbau und klingen eingängiger als gewohnt. Die Zusammenarbeit mit dem Tunesischen Philharmonischen Orchester lässt eine Ausrichtung in den symphonischen Bereich vermuten. Aber ich will hier nicht zu viel spekulieren. Sobald es etwas über das neue Album, das voraussichtlich im Sommer auf den Markt kommt, zu berichten gibt, werdet ihr es hier auf metal-heads.de erfahren.

The history goes on – Believe and carry on

Nach dem Konzert hatte ich die Gelegenheit, mich mit dem Producer Kevin Codfert zu unterhalten (der anstelle des aus beruflichen Gründen diesmal nicht zur Verfügung stehenden Eyes Bouchoucha die Keys bediente). Er erzählte mir, dass es ein Konzeptalbum wird, das auch mit den anderen Medien, wie z.B. den Videos, eine Einheit bilden soll.

Die Geschichte, die in dem Video zu „Believer“ angelegt wurde, soll weitergeführt werden. Die Bandmitglieder werden „special skills“ bekommen, die in Videos, die ihre Geschichte erzählen,  vorgestellt werden.

Die Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester biete die Möglichkeit, alle Instrumente original einzuspielen und somit auf Samples zu verzichten.

Da darf man wirklich gespannt sein, wie die Geschichte weiter geht und welche speziellen Fähigkeiten den einzelnen Bandmitgliedern zugeordnet werden.

Setlist MANIGANCE

01 Face Contre Terre
02 Heritier
03 Machination
04 En Mon Nom
05 Ennemi
06 Volte-Face
07 Loin d’Ici
08 Pur Sang
09 Larmes De L’Univers

Setlist MYRATH

01 Born To Survive (neu)
02 Storm Of Lies
03 Dance (neu)
04 Wide Shut
05 Merciless Times
06 Get Your Freedom Back
07 Endure The Silence
08 Nobody’s Lives
09 Madness
10 Sour Sigh
11 The Unburnt
12 Tales Of The Sands
13 Jasmin
14 Believer
15 No Holding back (neu)
16 Beyond The Stars

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Bildquellen

  • Manigance 14.03.18 Jungle Club Köln: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Myrath 14.03.18 Jungle Club Köln: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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