Persistence Tour – Oberhausen – Teil 2

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Konzertbericht von der Persistence-Tour am 26.01.2019 in Oberhausen.


Persistence Tour – Oberhausen – 26.01.2019 – Teil 2


Wie ihr schon im ersten Teil unseres Persistence-Tourberichtes erfahren konntet (TEIL1) , war die Redaktion von Metal-Heads.de auch im Jahre 2019 wieder zu Gast in der Oberhausener Turbinenhalle. Im ersten Teil nahmen wir die Auftritte von Cutthroat LA, Take Offense, Siberian Meat Grinder, Billy Bio und Booze & Glory unter die Lupe. Alle genannten Bands machten einen erstlassigen Job und kamen beim Oberhausener Publikum super an. Dabei machten sie richtig Stimmung! Aber diese Bands waren nur die Vorboten dessen, was in der Turbinenhalle noch geschehen sollte. Wir wünschen Euch viel Spaß mit dem 2. Teil des Persistence-Tourberichts vom 26.01.2019!


Walls Of Jericho

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Walls Of Jericho – Oberhausen 2019

Mit der Band aus Detroit weht kurz nach Booze & Glory stilistisch wieder ein ganz anderer Wind durch die Turbinenhalle. Und ehrlich gesagt frage ich mich noch kurz vor dem Auftritt, warum die Band wieder auf dem Billing steht. Der dritte Auftritt innerhalb von 5 Jahren, ohne ein neues Album in der Pipeline zu haben. Nicht, dass hier Missverständnisse auftauchen. Ich feiere die Band richtig ab, aber interessant finde ich es schon. Egal! Meine zweifelhaften Gedanken werden bereits während des „Relentless“ -Intros förmlich zertrampelt! Walls Of Jericho kommen mit der Kraft einer Dampfwalze angerauscht! Mit fettem Sound, aggressiv und angepisst wie eh und je!

Death-Thrash Metal im Hardcore Gewand

Frontkämpferin Candace Puopolo growlt sich Death Metal-like die Seele aus dem durchtrainierten Körper. Die Performance überträgt sich direkt auf den Moshpit, der einem Circle-Pit weicht. Von jetzt an wird es keine Pause mehr geben! Die Band ist fest entschlossen, alles niederzureißen! Grandios! Diese absolut bösartige Aggression schlägt uns voll und ganz entgegen. Dazu eine absolut energiegeladene Bühnen-Performance! Es werden Songs wie „No One Can Save You From Yourself,“ „Forever Militant“ und „Feeding Frenzy“ intoniert. Die Band ist über alle maße hinaus arrangiert und zieht ihr Ding kompromisslos von der ersten Note an durch.

Wohltätigkeitsveranstaltungen und Rollstuhlfahrer

Zwischenzeitlich übt Frontdame Candace ordentliche Kritik an der amerikanischen Politik und ruft zu Spendenaktionen für gemeinnützige Organisationen auf. Die Band selber ist ja dafür bekannt, verschiedenste soziale Projekte zu unterstützen. Und mit diesem Aufruf gipfelt der Auftritt der Detroiter-Powerformation als Highlight: „(Fxxx) The American Dream“ ! Das reicht als Statement! Folgt im Anschluss noch die Mitsing-Hymne „Revival never goes out of style,“ die Candace und Bassist Aaron zusammen auf den Händen des Publikums zu Ende bringen. Erwähnenswert an dieser Stelle ist noch die wahnsinnige Crowd-Surfing-Aktion eines Rollstuhlfahrers! Hier wird niemand ausgegrenzt! Granatenstarker Auftritt, einer (zurecht gebuchten) genialen Band!



Municipal Waste

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Municipal Waste – Oberhausen 2019

Zu den Fans des aktuellen amerikanischen Präsidenten gehört die folgende Band sicherlich auch nicht: Municipal Waste aus Richmond/Virginia. Diese Band hat heute Abend definitiv das aussagekräftigste Merchandise am Start. Der Slogan: „The only walls we build are Walls-of-Death!“ trifft den Nagel auf den Kopf! Und so stampft das Crossover-Thrash-Core-Quintett mit ihrem Song: „Bourbon discipline“ von ihrem aktuellen Album „Slime And Punishment“ in die Schlacht! Optisch kommen die Männer wie Alte-Schule-Thrash Metaller rüber und geben sich auch so.

The only walls we build are walls of death

Hier steht Moshing und Gitarrenriffing im Vordergrund. Die Band um Frontmann Tony Foresta legt sich arg ins Zeug und versucht beim Publikum zu punkten. Tracks wie „Sadistic Magician,“ „Thrashing of the Christ“ und „Thrashing is my business..and business is good“ kommen zwar auf Platte sehr gut rüber und werden heute Abend auch fehlerfrei dargeboten, können mich aber leider nicht so recht überzeugen. Der Sound ist ordentlich und der Einsatz der Thrash-Core-Punker geht auch in Ordnung, kann aber leider mit den Vorbands nicht mithalten. Daran kann auch der Schluss-Song „Born To Party“ nichts ändern. Immerhin gibt es noch eine Wall-Of-Death und alle Fans scheinen zufrieden zu sein.



Ignite

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Ignite – Oberhausen 2019

Pünktlich um 22:30 Uhr betritt der diesjährige Co-Headliner Ignite die Stage. Die Band um Sänger Zoli Téglás war auch schon sehr oft in Oberhausen zu Gast und kann sich auf eine große Fanbasis verlassen. Die Männer werden dementsprechend lautstark empfangen. Nachdem alle Musiker ihre Plätze eingenommen haben, starten die Orange County Hardcorer mit dem Song: „Povertry for all“ von ihrem Album „Our darkest days„. Es folgt „Veteran,“ der dem Titel entsprechend bereits schon 19 Jahre auf dem Buckel hat. Zóli ist gut drauf und seine Stimme immer noch eine der angenehmsten der ganzen (melodic) Hardcore-Punk-Szene. Ignite machen einfach immer Spaß! Auch wenn die Texte oftmals kritisch und ernsterer Natur sind.

This is a war

Tracks wie „This Is A War“ und „My judgement day“ werden vom Publikum begeisternd aufgesogen und lautstark mitgesungen. Zóli versucht den Texten mit seiner Mimik und Gestik extra Ausdruck zu verleihen. In den kleinen Spielpausen wettert er gelegentlich gegen alle Politiker und gegen den Kommerz. Alle bekommen hier ihr Fett weg. Aber bei aller Wut wie im Song: „This Is A War“ gibt es auch genügend ruhigere, nachdenklichere Momente. Wie zum Beispiel in „My Judgement Day“ oder in „Slowdown“ .

Zóli, Billy Biohazard und Bad Religion

Ein Höhepunkt der Show wird dann die Bad Religion-Coverversion von „We only gonna die,“ zu der Billy Biohazard auf die Bühne gerufen wird. Anscheinend ist der aber gerade nicht in unmittelbarer Nähe und verpasst so fast seinen Gastbeitrag. Aber Billy schafft es doch noch auf die Bühne und macht erstmal das, was er am besten kann. Nämlich entertainen. Coole Sache, dieser (Gast-) Auftritt. Das Publikum feiert derweil die Band und sich selbst richtig ab und rennt wie irre im Kreis! Wobei wahrscheinlich schon fast die gesamte Energie verheizt wird. Es folgen noch die Tracks „Alive“ und „In My Time,“ bevor die Überhits „Live For Better Days“ und „Bleeding“ nach einer Stunde Circle-Pit die Show beenden. Gewohnt sympathischer Auftritt der Band, der keinen Anlass zur Klage bietet.



It´s clobberin´ time

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Sick Of It All – Oberhausen 2019

Wie oben schon angesprochen, hat sich das Oberhausener Publikum bisher nicht geschont und seit dem Auftritt von Walls Of Jericho schon etliche Kilometer zurück gelegt. Wir sind gespannt, wie der Pit jetzt noch auf Sick Of It All reagieren möchte. Die jedenfalls stürmen um 23:30 Uhr die Bühne und scheinen taufrisch zu sein! Frontturner Lou Koller, sein Bruder und Gitarrist Pete Koller, Bass-Legende Craig Setari und Schlagzeuger Armand Majidi kommen mit der Wucht eines Tornados. Vor ihrem riesigen „Wake The Sleeping Dragon“ – Backdrop geht es direkt mit „Take The Night Off“ los. Und schon wieder werden die Mittelfinger in Richtung Übersee in den Himmel gestreckt. Jetzt gibt es kein Halten mehr! Und zumindest auf der Bühne ist die Hölle los!

Oberhausen are you tired?

Es folgt mit „Inner Vision“ der erste Track des neuen Albums „Wake The Sleeping Dragon“ . Der haut gut rein und wird sehr gut angenommen. Aber anscheinend bemerkt Lou da schon, dass der Pit sich schon etwas mit seiner Lautstärke zurückhält. „Oberhausen are you tired?“ fragt er dann auch sofort. Denn der nächste Song lebt eigentlich von seinen Publikumsreaktionen. Nämlich dann, wenn es „Us versus Them“ heißt. Aber Oberhausen ist zur Stelle und lässt die New Yorker nicht allein zurück! Die Jungs ihrerseits haben richtig Bock und zelebrieren jede einzelne Note ihrer Songs. Immer wieder eine Bank diese Band, die mit „Self Important Shithead“ sofort noch einen ganz neuen Song heraus holt.

New York City Hardcore

Persistence Tour - Oberhausen - 26.01.2019 - Teil 2

Persistence Tour 2019 – Oberhausen

Danach geht alles seinen gewohnten Gang. Eskalation vor und auf der Bühne. Der Auftritt gerät zum Siegeszug und die Amis untermauern ihre Position als Headliner! Keine Auszeit, keine Pausen durch überlange Ansprachen. Das ist es, was diese Band seit jeher auszeichnet. Dazu eine Setlist, die keine Wünsche offen lässt! Das Alter der Songs spielt keine Rolle. Egal ob es „Machete,“ „Road Less Travelled“ oder „Black Venom“ sind. Die Qualität bleibt durchweg auf höchstem Niveau! Einzig das Publikum wird hin und wieder etwas angezählt und soll noch ein paar Kräfte mobilisieren. Aber wir sind ja hier im Ruhrpott! Und deswegen werden hier auch nochmal die Ärmel hochgekrempelt.

Wall-Of-Death auf der Bühne

Und so geht die Persistence-Tour in Oberhausen ihrem Ende entgegen. Im Verlauf der Spielzeit haben sich mittlerweile alle Bands und Betreuer seitlich auf der Bühne eingefunden. Und zu „Scratch The Surface“ bietet sich uns vom Presse-Vip-Bereich (der übrigens von Lou Koller nur belächelt wird) ein geniales Bild. Wie immer rufen die New Yorker das Publikum zu einer Wall-Of-Death auf. Aber auch auf der Bühne scharren jetzt die Kämpfer mit den Hufen. Auf Kommando rennen alle aufeinander zu. Und Sick Of It All sind mitten drin! Richtig, richtig cool! Lou kann es anscheinend selbst kaum glauben und amüsiert sich prächtig.

It’s a golden day we can force them to stepdown

Den krönenden Tourabschluss (jedenfalls für Oberhausen) setzt dann wie so oft der Song „Step Down.“ Lou klettert dazu in den Fotograben und lässt sich abfeiern. Anschließend gibt es ausreichend „High Fives,“ bevor er und seine Mitstreiter in den Katakomben der Turbinenhalle verschwinden.



No More War

Wow, was für ein Abend! Erstklassige Bands und hochkarätige Auftritte. Schade nur, dass die Show bis vor Beginn nicht ausverkauft war. Am Billing hat es jedenfalls nicht gelegen. Jede einzelne Kapelle war ihr Geld wert! Wir sind schon gespannt, wer im nächsten Jahr den Weg nach Oberhausen finden wird. Metal-Heads.de wird für euch sicherlich wieder live vor Ort sein! Bis dahin: No more war!


1: Walls Of Jericho:

2: Municipal Waste:

3: Ignite:

4: Sick Of It All:


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Bildquellen

  • Walls Of Jericho,Oberhausen,26.01.2019-004-2110: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Municipal Waste,Oberhausen,26.01.2019-015-0218: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Ignite,Oberhausen,26.01.2019-003-0397: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Sick Of It All,Oberhausen,26.01.2019-005-0717: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Titelbild: Walls Of Jericho-Oberhausen-26.01.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
Treasureman

Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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