Tag 3 bei Rock am Ring 2026 (07.06.2026)
Getreu dem Motto „Früher Vogel fängt den Wurm“ finden wir uns am Festival-Sonntag von Rock am Ring 2026 bereits um 12.00 Uhr im Medienzentrum ein. Den ersten Gig an diesem proppenvollen und erfreulich metal-lastigen Schlusstag gibt es nämlich bereits um 12.20 Uhr. Auf geht’s mit unserer Berichterstattung zu Tag 3.
Guter Start bei Rock am Ring
Mit feinstem Indie-Alternative Pop-Rock startet der Sonntag auf der kleinsten der drei Bühnen, der Orbit Stage. Die passende Musik hierzu kommt von Mouth Culture, einem jungen Quartett aus dem britischen Leicester. Interessante Info am Rande: Die Band gibt es seit dem Jahr 2018 und besteht aus einer Dreier-Wohngemeinschaft. Und das Trio kümmert sich um alles (Booking, Werbung, Management…) selbst. Ein Do It Yourself (DIY)-Unternehmen in Reinkultur also. Zum Line-Up von Mouth Culture zählen Jack Voss (Gesang), Todd Groome (Bass) und Mason Clifford (Gitarre). Live komplettiert werden sie durch den Festival-Drummer Max Nicolai.
Mouth Culture als Koffein-Ersatz
Und das zum Live-Quartett angewachsene DIY-Trio dreht heute direkt mächtig auf. Vor allem Sänger Jack sprintet von einem Bühnenrand hin zur nächsten Ecke, dass man kaum ein vernünftiges Standbild knipsen kann. Hier bekommt man seinen Kick für den Tag auch ohne Koffein serviert. Kein Wunder, dass sich das Publikum schon ab dem 4. Song im circle pit dreht. Und Sänger Jack bereits mit nacktem Oberkörper performt. Ist schon ganz schön schweisstreibend die Show von Mouth Culture. Aber richtig, richtig gut. Schaut gerne mal bei den Band-Accounts auf Facebook oder Instagram vorbei und folgt der Band. So unterstützt ihr die fröhlichen Jungs von Mouth Culture. Hier kommen ein paar Bilder zum Gig:
BAD NERVES als Vorboten für OASIS?
Im Spurt geht es von der kleinen Orbit Stage quer übers Gelände zurück ins Medienzentrum. Dies alles nur, um gerade noch rechtzeitig 10 Minuten vor Beginn der nächsten Show mit der übrigen Fotografen-Meute in den Graben vor der Hauptbühne begleitet zu werden. Denn hier spielen gleich um 12.55 Uhr BAD NERVES für eine Dreiviertelstunde. Und zwar Punkrock aus Essex. Moment? Schon wieder eine junge britische Combo? Jawoll. Soll dies etwa bereits als Vorhut für OASIS im kommenden Jahr verstanden werden? Schön wär’s.
Auf alle Fälle sind die fünf Engländer weder nervös (das erste Album heißt „Still Nervous“ ) noch fallen sie den Anwesenden auf die Nerven. Denn ihre Mucke passt astrein zur Intro-Musik. Denn da ballern THE RAMONES aus den Boxen. Und wenn ihr euch dann das Duracell-Häschen auf Speed vorstellt, dann wisst ihr in etwa, wie schnell, laut und hart BAD NERVES so klingen. Auf den Bildern kann man förmlich die Energie sehen, die die Band um Sänger Bobby Nerves versprüht. Wer Lust hast und spontan ist, kann die Band am 28. Juni in Dresden und am 30. Juni in Essen live on stage erleben. Hier die Fotostrecke von uns für euch:
Düster und energetisch: Black Veil Brides
Und es geht munter weiter auf der Utopia Stage. Nach den Bad Nerves treten hier auf der Hauptbühne um 14.10 Uhr die Black Veil Brides auf. Mit ihrem Emo-Image begeistern Sänger Andrew „Andy“ Biersack und seine Mitstreiter nicht nur optisch das vornehmlich weibliche Publikum. Musikalisch lässt sich das Ganze auch gut an. Die Black Veil Brides bieten einen schönen Mix aus Hardrock mit kreischenden Screams aus ihrer Metalcore-Band-Vergangenheit. Der subtile Humor von Sänger Biersack (nein, heute gibt es keine weiteren Wortwitze) blitzt in dessen Ansagen immer mal wieder auf. Zwischen den beiden Tracks „Blenders“ sowie „Hallelujah“ meint er nämlich ganz süffisant:
„Wir freuen uns sehr, dass ihr hier vor der Bühne (rum-)steht. Okay, es bewegt sich keiner, aber ihr seid da. Das ist doch schon was. Danke dafür. “
Recht hat er, aber vermutlich ist es einfach noch zu früh am Tag, um komplett auszuflippen und durchzutanzen. Gleichwohl genießen die Black Veil Brides ihren Auftritt bei schönstem Sonnenschein und hauen den Fans insgesamt 7 Songs um die Ohren. Nach dem Lied „Revenger“ heißt es dann auch leider schon wieder Feierabend für die Black Veil Brides. Hier kommt unsere Bilderstrecke (und ja, wir haben auch einmal den Schlagzeuger erwischt, der ziemlich weit hinten am Bühnenrand saß):
US-Alternative Metal mit Breaking Benjamin
Nichts anbrennen lassen anschließend auch die Mannen von Breaking Benjamin um Sänger und Namensgeber Benjamin Burnley. Die Band spielt einen mitreißenden Gig auf der Mandora Stage. Leider zur viel zu frühen Stunde. Bereits um 16.45h ist die US-amerikanische Post-Grunge-Alternative-Rock-Metal-Combo aus Pennsylvania an der Reihe. Was ein engmaschig getakteter Terminplan. Da bleibt keinerlei Zeit zum Überziehen oder für eine Zugabe. Breaking Benjamin, die sich gerade auf EU/UK-Tour befinden, sind auch heute wieder in bester Spiellaune und verbreiten pure Energie. Wer kann, sollte sich zu einem der anstehenden Gigs – unter anderem ab 11. Juni in die Schweiz, am 15. Juni in Hamburg (Inselpark Arena), einen Tag später in Köln (Live Music Hall) und am 22.06. in Berlin (Huxley´s Neue Welt) – begeben. Es lohnt sich. Wir hoffen, die Spielfreude der Jungs kommt ansatzweise anhand der nachfolgenden Bilder vom Gig hier bei Rock am Ring 2026 rüber:
California Punkrock mit Social Distortion
Für uns geht es heute auch auf Zeitreise in die eigene Punk-Vergangenheit. Bereits seit 1979 gibt es diese US-amerikanische Legende und Inspirationsquelle unzähliger Nachfolge-Bands (wie z.B. The Offspring). Und auch wenn vom Gründungs-Line Up niemand mehr dabei ist und auch wenn Social Distortion gerade einmal 7 Alben auf die Welt gebracht haben, so sind und bleiben sie eine der wichtigsten Stil-Ikonen für diesen besonderen Musikmix aus Rock ´n´Roll, Blues, Rockabilly und Country. Fein verschnürt in ein Punk-Korsett. Bevor wir hier weiter ins Schwärmen geraten, hört euch einfach Songs wie „Mummy´s Little Monster“ oder „Reach For The Sky“ an. Dann wisst ihr, was wir meinen. Hier kommen unsere – zugegebermaßen – recht statischen Bilder. Mehr bewegen sich Sänger und Gitarrist Mike Ness, Bassist Brent Harding, Rhythmus-Gitarrist Jonny Wickersham sowie Drummer David Hidalgo Jr. halt nicht…;-)
Das Highlight des Wochenendes: Alter Bridge
Machen wir uns nichts vor: Jeder Besucher eines Musik-Festivals hat seine absolute Lieblings-Band. Für unseren Redaktionskollegen vor Ort war es Alter Bridge. Und dies liegt nicht daran, dass wir die absoluten Headliner wie Linkin Park, Volbeat oder Iron Maiden jetzt schlechtreden möchten. Oder gar einen auf beleidigt machen wollen, weil wir als Hobby-Journalisten vor Ort (zurecht) nicht zu den (bezahlten) Presse-Profis zählen und daher die Headliner nicht fotografieren durften. Nein, es liegt einzig und allein am persönlichen Geschmack. Und für uns waren in den 90´er Jahren des alten Jahrtausends Creed einfach die absoluten Metal-Götter. Kein Wunder, dass die „Nachfolge-Band“ (mit 75%iger Personenidentität) Alter Bridge diesen Platz im neuen Jahrtausend ab dem Jahr 2004 quasi 1:1 für uns eingenommen hat. Ein Gesang, der einfach unter die Haut geht. Dann diese Perfektion an den Gitarren mit den ausgefeilten Kompositionen und einer Rhythmus-Sektion, die seinesgleichen sucht. Dazu dieser gelungene Mix von Härte und Melodie. Besser geht es nicht. Finden wir.

Und da mag man auch keinen der vier Herren hier herausheben. Keine andere Band kann Sänger und Gitarrist Myles Kennedy, dem absoluten Gitarren-Gott Mark Tremonti, Brian Marshall am Bass und Scott Phillips an den Drums unserer Ansicht nach bei Rock am Ring 2026 in dieser Qualitätsdichte das Wasser reichen. Daher ist der Gig schnell erzählt: Alter-Bridge-Fans feiern den Auftritt ebenfalls zurecht. Einige beschweren sich aber im Nachgang in den sozialen Medien darüber, dass manche ihrer Lieblings-Songs im viel zu kurzen Set gefehlt hätten. Andere Hardcore-Fans wiederum trösten die Mecker-Fraktion mit dem Hinweis, dass bei Festivals halt üblicherweise kein 2-3stündiges Tourkonzert-Set erwartet werden kann. Für uns ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Wir genießen es einfach.
Sänger Myles Kennedy bricht im Refrain ab

Denn vom Opener „Silent Devine“ über „Cry of Achilles“ und „Fortress“ bis hin zu „Metalingus“ und dem Schluss-Song „Isolation“ ist schon viel schönes dabei. Herauszuheben ist ein besonders emotionaler Moment. Beim Lied „Blackbird“ weint ein Mädel hemmungslos. Und just als diese Szene vom RAR-Kamera-Team eingefangen und auf die Großbild-Leinwände übertragen wird, setzt Myles Kennedy zum wiederholten Refrain („Blackbird, fly away“ ) an, sieht plötzlich den weinenden Fan und bricht mitten im Text mit einem sowohl überraschten als auch hörbar mitfühlenden „Blackbird, fly…fuck“ ab. Auch dieser Moment zeigt, wie nahbar und gefühlvoll diese einzigartige Band ist. Dass die Jungs gleichwohl mächtig Spaß hatten und gute Werbung in eigener Sache für einen Headliner-Auftritt hier in naher Zukunft betrieben haben, sieht man hoffentlich anhand der nachfolgenden Bilder. Sie zeigen viele fröhliche Gesichter. Hier kommt unsere ausführlichste Fotostrecke dieses Wochenendes:
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei
Nach diesem einzigartigen Gig von Alter Bridge sind wir glücklich und zufrieden, kehren ins Medienzentrum zurück und bearbeiten wie wild unsere Fotos. Denn unser Anspruch vor Ort mit dem Ein-Mann-Team war es in diesem Jahr nicht, möglichst viele Bands zu knipsen und dann erst Tage oder Wochen danach mit den Bildern um die Ecke zu kommen. Sondern die Fotos quasi in Echtzeit zu sichten und ein erstes „Best Of“ bei Instagram hochzuladen, noch während die Band live spielt. Damit ihr Fans vor Ort und Daheim direkt einen visuellen Eindruck von den Shows eurer Lieblings-Bands erhaltet. Und richtig groß ist unsere Freude, dass Bands wie Ankor, Black Veil Brides und vor allem Alter Bridge diese Aktualität offensichtlich ebenfalls zu schätzen wissen. Und daher unsere Bilder auf ihren Instagram-Kanälen reposten. Alter Bridge teilt unsere Instagram-Beitrag sogar auf ihrer Seite. Vielen Dank dafür. Das ehrt uns. Und spornt uns an, auch im kommenden Jahr wieder schnell „zu liefern“.
IRON MAIDEN – leider nicht im Stream

Neben The Offspring, A Perfect Circle und Sabaton sind natürlich die Mitbegründer des New Wave Of British Heavy Metal, die Titanen von IRON MAIDEN, als Headliner des Sonntags der absolute Kracher. Und für viele Fans vor Ort der absolute Headliner unter den Headlinern des Wochenendes. Leider wird deren Auftritt aber nicht im Live-Stream übertragen, was daheim vor der Glotze natürlich viele Sessel-Pupser ärgert. Diejenigen, die eins der begehrten Festival-Tickets ergattern können, sind umso happyer (eine Wortneuschöpfung pro Bericht wird doch wohl erlaubt sein), hier und heute live dabei sein zu können. Wir hingegen sind ein wenig irritiert, dass Sänger Bruce Dickinson und seine Männer den Auftritt für ihre Verhältnisse einigermaßen gesittet – ja nahezu schon zurückhaltend – angehen. Immer wieder erhaschen wir einen visuellen Eindruck von der Pressetribüne und sehen – mit Ausnahme des ersten Fan-Blocks direkt vor der Hauptbühne – auch nicht wirklich ekstatische Stimmung in den hinteren Besucherreihen.
IRON MAIDEN nach hinten raus stark
Gerade bei „Rime of the Ancient Mariner“ ist nicht gerade ausgelassene Partystimmung – im Gegensatz zu den Abenden zuvor bei Linkin Park und Volbeat. Aber zum Glück haben IRON MAIDEN anschließend noch genug Hits mit im Gepäck. Denn gleich anschließend mit „Run to the Hills“ , „Seventh Son of a Seventh Son“ , „The Trooper“ und im Zugabteil mit „Fear Of The Dark“ sowie „Wasted Years“ bebt der Nürburg-Ring doch noch einmal kräftig. Mit dem passenden Feuerwerk werden die glücklichen Wochenend-Besucher dann zurück in ihre Zelte oder heim auf die Autobahnen quer durch die Republik geschickt. Und offenbar wirkt Rock am Ring 2026 noch sehr nach. Denn schon beim Vorverkaufsstart am Dienstag, den 09. Juni 2026, gingen bereits innerhalb von einer (!) Stunde satte 48.000 Tickets über die Ladentheke. Offenbar hat der Veranstalter mit dem Namen des 1. Headliners alles richtig gemacht. Wir freuen uns auch schon auf Rock am Ring 2027. Und auf Blink 182. Wer weiß, ob sich nicht OASIS oder System Of A Down noch dazu gesellen möchten….
In eigener Sache
Tag 1 von ROCK AM RING 2026 könnt ihr hier und Tag 2 von ROCK AM RING 2026 könnt ihr hier nachlesen. Und natürlich gibt es noch viele weitere News, Reviews und Live-Berichte aus der Szene der harten Töne bei uns. Doch um ja nichts zu verpassen, abonniert Ihr am besten unseren kostenlosen Newsletter. Oder Ihr folgt uns bei Facebook. Die besten Bilder findet Ihr dann bei Instagram. Und unser YouTube Channel hält schon jetzt einiges bereit. Also schaut mal rein!
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