Wir müssen reden, Rock am Ring 2026 – Samstag, 6. Juni 2026 (Tag 2)
Am zweiten Tag bei Rock am Ring (RAR) 2026 beschäftigen wir uns von metal-heads.de neben der tollen Musik mit wichtigen Fragen zum Festival: Was klappt gut? Was noch nicht so? Und vor allem: Fehlt da nicht was? Hier kommt unsere „gemischte Tüte“ zum 6. Juni 2026. Beginnen wir mit den ersten Bands.
Heute, am Samstag, stehen mit Volbeat, Electric Callboy, Tom Morelli, Three Days Grace und Bad Omens wieder namhafte Bands und echte Hochkaräter auf dem Programm. Aber auch Acts wie Ice Nine Kills, Landmvrks, Marteria, Bury Tomorrow, Palaye Royale, The Pretty Reckless, The Subways und, und, und….lassen die Fan-Herzen höherschlagen. Wir hingegen befriedigen unsere Neugierde zur Mittagszeit an der Orbit Stage, indem wir uns kurz die Auftakt-Show des deutschsprachigen Rap-Nachwuchses Max Grimm anschauen. Man muss ja auch mal über den eigenen musikalischen Tellerrand schauen und hören. Danach geht es für uns für metal-heads.de in den Fotograben.
Hopp Schwiiz mit Paleface Swiss
Heute machen die Schweizer Eidgenossen von Paleface Swiss bereits um 15.15 Uhr den Tag zur Nacht. Mit der ersten Wall Of Death nämlich. Und auch ihrer Aufforderung zum Stage Diven kommen die glücklichen Fans hier vor der Mandora Stage gerne nach. Und die Crowdsufer-Fraktion setzt sich munter in Bewegung. Ist auch kein Wunder. Denn mit ihrem energiegeladenen Metal verzücken die Jungs von Paleface Swiss um Sänger Marc „Zelli“ Zellweger hier nicht nur die Fans vor dem Wellenbrecher, sondern auch die Journalisten-Meute im Fotograben. Hier kommen ein paar Bilder für euch:
The Pretty Reckless bei Rock am Ring
Die größte Transformation bei der Jobausübung hat wohl das Ex-Gossip Girl Taylor Momsen durchlebt. Von der Schauspielerin über die Modell-Karriere bis hin zur angesehenen Rock-Röhre. Mit ihrer Band The Pretty Reckless ist Taylor Momsen bereits seit 2009 unterwegs und spielt inzwischen unter anderem als Vorband für AC/DC und die Foo Fighters. Die umtriebige Band hat schon eine ansehnliche Diskographie mit vier Platten am Start. Und diese wird Ende Juni um ein weiteres neues Album (Titel: Dear God) erweitert. Grund genug für die US-amerikanische Rockband The Pretty Reckless, hierfür bei RAR 2026 ordentlich die Werbetrommel zu rühren. Und dies ist mehr als gelungen. Der Auftritt am Nachmittag auf der Utopia Stage (Hauptbühne) hätte unseres Erachtens noch mehr Zuschauer verdient gehabt. Zumindest bei uns vorne im Fotograben war der Sound glasklar. Im hinteren Teil des Infields soll er hingegen leider etwas basslastig gewesen sein. Aber gemeckert wird ja hier eh immer. Zu voll, zu leer, zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken. Von uns jedenfalls Daumen hoch für den erstmaligen – und bestimmt nicht letzten – Auftritt von Taylor Momsen und ihren Jungs. Hier noch eine kleine Bildauswahl:
Horror-Metalcore mit Ice Nine Kills
Kettensägen-Massaker, Schauspieler in Zwangsjacken, abgetrennte (hoffentlich Schauspiel-Attrappen-) Gliedmaßen, Feuer-Fontänen – es ist echt der blanke Horror, was die Bostonier von ICE NINE KILLS da auf der Bühne für eine Show abziehen. Zum Musikhören kommen wir gar nicht. Die Ohren machen nämlich trotz Gehörschutz schlapp bei dieser unheimlich drückenden Lautstärke hier ganz vorne an der Mandora Stage. Dafür gibt es zahlreiche Fotomotive. Und viel Hitze dank der bengalischen Feuer. Es flammt und zündelt ganz gewaltig. Sänger Spencer Chartas hat einiges zu tun. Am Mikro und beim Abtrennen von Köpfen und Armen etc. Ganz ehrlich, Leute. Etwas weniger Show und dafür ein bisschen mehr Musikalität täten es auch. Unsere höchsteigene Meinung. Den Leuten direkt vor der Bühne gefällt es aber 1A. Die ersten Gäste ziehen sich schon Horror-Masken über (siehe Fotostrecke). Daher nichts wie lebend weg hier…
75 Minuten Sprechchöre „Three Days Grace“
An der Utopia Stage hingegen ist ab kurz vor 19 Uhr bereits bessere Stimmung als in manchem Erstliga-Fussball-Stadion. Die Fans skandieren „Three Days Grace, Three Days Grace…“ . Und dies in einer Lautstärke, dass man im Fotograben derart fasziniert ist und daher fast den Beginn der Show um 19.05 Uhr verpasst. Ab dem ersten Moment rocken die Kanadier los, als wenn es keinen Morgen gäbe. Inklusive Intro kommen Three Days Grace am Ende ihres bärenstarken Sets auf satte 17 Songs. Unterbrochen wird dies zwar immer wieder durch besagte Sprechchöre. Aber diese hören Leadsänger und Gitarrist Adam Gontier, Matt Walst (Co-Leadsänger),
Brad Walst (Bass), Neil Sanderson (Drums), Ausnahme-Gitarrist Barry Stock sowie Keyboarder Dani Rosenoer mehr als gerne. Und alle grinsen um die Wette wie Honigkuchenpferde. Was man hoffentlich auf den Fotos unten ansatzweise erkennen kann. Die Fans sind seelig, als dann der größte Hit von Three Days Grace erklingt.“I Hate Everything About You“ nämlich. Wir hassen diese großartige Sextett keineswegs. Ganz im Gegenteil Der Auftritt von Three Days Grace hier auf der Hauptbühne am frühen Abend war eines unserer persönlichen Highlights am Samstag. Und hier kommen noch ein paar Bildchen zum Gig:
Party-Stimmung mit Electric Callboy
Auch nicht ganz so unsere Leserschaft-Zielgruppe sind anschließend die beiden Gute-Laune-Bären von Electric Callboy. Aber was soll´s. Wir sind ja auch zum Fotografieren hier. Also rein in den Graben vor der Utopia (Main) Stage. Und schon geht´s los mit eingebauten Klassiker-Covern wie „Hypa, hypa“ . Bei jedem Song entledigen sich Frontmann Nico und Shouter Kevin ein wenig mehr ihrer Klamotten und machen wild Party – genau wie das Publikum. Also kommt man in den Genuss von viel Pyro. Und sieht Raumanzüge, aber auch halbnackte Oberkörper. Also quasi alles, was der Herkunftsort der Band, Castrop-Rauxel, so hergibt. Hier unsere Bilder zu Electric Callboy:
Rock am Ring – wir müssen über Bier reden
Etwas irritiert von den letzten beiden Auftritten stolpern wir halb taub übers Gelände. Und wundern uns. Schon am Auftakt-Freitag hatten wir das Gefühl, dass irgendwas fehlen würde. Aber wir konnten diesen Gedanken nicht so recht zu Ende denken. Aber mit klarem Blick und tauben Ohren wird uns auf einmal bewusst: Es gibt in diesem Jahr erstmalig gar kein Riesenrad. Och wie schade. Von dort oben aus gab es abends immer die besten Shots von den vibrierenden Fan-Vibes vor den Bühnen.
Wir gehen weiter und treffen Juraj. Der regt sich über seinen halbvollen Bierbecher auf. Für den Halbliter-Getränke-Preis von 6,90 € hat er ja grundsätzlich Verständnis, denn so ein tolles Festival muss schließlich auch finanziert werden. Aber die Becher werden offenbar nur an den abends übervollen Bierständen vom freundlichen Personal vernünftig gefüllt. Hingegen produziert der automatische Bierautomat eine übergroße Schaumkrone. Wie auch schon beim Kunden vor ihm hier an der Maschine, verrät Juraj. Hebt man mit den Fingern das Weiße aus seinem Pfandbecher ab, bleibt nicht mehr viel, nämlich eigentlich nur noch genau die Hälfte an Flüssigkeit im Becher übrig. Hier besteht wohl dringend Nachbesserungsbedarf. Und apropos Pfandbecher: Die kann man links oben am Getränkeautomat einwerfen, um seine 3 Euro zurückzuerhalten. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine Mindest-Körpergröße von 1,75m und viel Sprungkraft. Also nix für kleine Leute. Auch an dieser Stelle müsste nochmal der Ingenieur nachbessern, finden wir.
Nachgebessert haben die Organisatoren bereits. Bei der Takt-Frequenz der roten Buslinien nämlich. Die fahren ab dem 2. Tag nicht nur bis 2.00 Uhr morgens, sondern in dieser Nacht bis 4.00 Uhr die glücklichen aber erschöpften Fans zu ihren Zelt-Plätzen zurück. Das finden wir klasse. Hier wird die aktuelle Besucher-Kritik vor Ort ganz zeitnah in optimiertere Abläufe umgesetzt. Von uns an dieser Stelle daher auch mal ein Lob an die Veranstalter.
Marcel und seine Zwiebeln

Erzählen wollten wir euch noch von einem Bollerwagen voller frisch geschnittener Zwiebel-Ringe, dem wir morgens auf dem Fussweg zur Orbit Stage begegnen. An uns vorbei fährt nämlich gerade der super-sympathische Mitarbeiter Marcel. Und zwar mit Säcken voller Gemüse-Zwiebeln. Dies sieht man auf einer ehemaligen Formel-1-Ring-Strecke auch selten. Ziel ist der Pommes-Stand neben der Orbit Stage. Marcel erzählt, er habe jahrelang bei Rock im Park gearbeitet, wäre zum ersten Mal hier und ganz begeistert. Für ihn geht die Open-Air-Arbeits-Saison gerade erst so richtig los. Viel arbeiten, wenig Schlaf, kaum Zeit für einen Besuch in der Heimat Niederlande. Am Donnerstag wird er seine Zwiebeln in Stuttgart den Fans der TOTEN HOSEN servieren. Dort dann getreu dem Motto: Esst auf, wir müssen gehen. In diesem Sinne: Eet smakelijk.
Der Lern-Effekt nach LINKIN PARK
Bei VOLBEAT wirkt es am Samstagabend im Infield vor der Utopia Stage wieder so überfüllt wie schon am Freitag bei LINKIN PARK. Hierzu hatten wir mit Jörg ein längeres Gespräch. Der Jörg, zarte 59 Jahre jung, hatte sich nämlich sofort, als LINKIN PARK als erster Headliner benannt wurden, erstmalig zwei Tickets für Rock am Ring gekauft. Und war Freitag mit seinem Kumpel bereits recht früh auf dem Gelände. Hat sich sofort nach vorne zur Utopia Stage aufgemacht. Irgendwann müssen beide mal raus, „aufs Klo und Getränke holen. Und als wir zurückgehen wollten, kamen wir natürlich nicht mehr auf unsere Plätze. Und mussten die Show ganz vom Rand aus gucken. Wären wir wohl besser mal nacheinander gegangen und der eine hätte für den anderen den Platz freigehalten. Wieder was gelernt fürs nächste Mal.“

Für VOLBEAT auf den Zaun
Wer nicht der oder die Größte ist und keine Lust auf bloße Videowürfel-Unterhaltung hat, muss sich beim Hauptact des Samstags mächtig strecken. Sonst kann man von der Bühne kaum bis gar nichts sehen. Eine junge Bochumer Studentin behilft sich und klettert einfach auf einen Bau-Zaun, um Michael Poulsen selbst live anhimmeln zu können. Bleibt nur zur hoffen, dass sie nicht einen der Hits von VOLBEAT nachspielt. „Fallen“ nämlich…;-)
Wir sind geschafft von Tag 2 und verlassen das Medienzentrum für heute. Eine halbe Stunde Autofahrt später fallen wir ins weiche Hotelbett. Man(n) ist halt keine 23 mehr so wie die Studentin vorhin. Gute Nacht, ihr Ringrocker. Wir freuen uns auf Sonntag. Wer unsere Reportage zu Tag 1 verpasst haben sollte, wird hier fündig.
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Bildquellen
- Paleface Swiss @Rock am Ring 20264: ©2026 by Ralf@metal-heads.de
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- The Pretty Reckless live @RAR 2026: (c) Ralf, metal-heads.de
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- Ice Nine Kills @Rock am Ring 2026: ©2026 by Ralf@metal-heads.de
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- Impressionen Rock am Ring 2026: ©2026 by Ralf@metal-heads.de
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