TYKETTO – Don´t come easy – Live in Weert…

TYKETTO – Don´t come easy – Live in Weert…

Tyketto 14.01.17 Weert de Bosuil

TYKETTO, Support: Dany Lademacher´s WILD ROMANCE

Don´t come easy…das war der Titel des 1991 erschienenen Albums der amerikanischen Formation TYKETTO. Es könnte aber auch das Motto sein, wenn es darum ging, 25 Jahre später auf Tour nach Europa zu kommen, um den Fans das 2016 veröffentlichte neueste Werk im Katalog der Herren um Frontmann Danny Vaughn live zu präsentieren (Wir haben davon berichtet und so könnt ihr die Review zu „Reach“ nachlesen und hier lest ihr von der Tourabsage).

Tragische familiäre Umstände in den USA hatten bei der Band dazu geführt, dass die für 2016 geplanten Dates in Deutschland und anderen angrenzenden Ländern gecancelt werden mussten. Man versprach schon damals für 2017 Nachholtermine und zur großen Freude in der Fangemeinde (wie auch in der Redaktion von metal-heads.de) kam schon bald die Nachricht, dass TYKETTO bereits ab Januar über den großen Teich kommen.

TYKETTO – Don´t come easy – Live in Weert…

Aufgrund der langfristigen Buchungen mancher Clubs und Konzerthallen konnte man leider die ursprünglich geplante Route nicht so einhalten. So waren auch wir gezwungen auf einen Gig in den angrenzenden Niederlanden auszuweichen. Da unsere Redaktion ja in Duisburg beheimatet ist, keine allzu weite Reise.

Ich habe schon zahlreiche Venues in unserem Nachbarland persönlich im Rahmen von entsprechenden Konzerten „getestet“. Aber heute war im Muziekcentrum de Bosuil in Weert die Premiere. Das Ganze muss man sich als einen großen Raum (mit einem Balkon – heute aus Mangel an Ansturm geschlossen) zentral hinten im Gebäude vorstellen. Und nicht nur, dass der Konzertbeginn vorab auf 21 Uhr festgelegt war. Bevor wir endlich den heiß ersehnten Auftritt des Fünfers erleben durften, sollte es erst einmal eine Supportband geben.

Wild Romance 14.01.17 Weert de Bosuil

Diese hörte auf den etwas unhandlichen Namen Dany Lademacher´s WILD ROMANCE und feierte 2016 ihr 40. Bandjubiläum! Respekt! Es würden uns also musikalische Urgesteine erwarten…

Angesichts des langjährigen Bestehens standen entsprechend erfahrene Musiker auf der Bühne. Das zeigte sich auch in einer top eingespielten Truppe, die durch blindes Verständnis brillierte. Ungewöhnlich war eine Spielzeit von einer ganzen Stunde! Man nutzte die Zeit und verschwendete keine unnötigen Minuten für lange Ansagen, sondern rockte sein Programm runter.

Eine eingespielte Truppe rockt „Personal jesus“

Es handelte sich bei der in Amsterdam beheimateten Band ja um eine nationale Größe. So war es wenig verwunderlich, dass viele Leute im niederländischen Publikum die Songs mitsingen konnten. Die (und das ist heutzutage eher ungewöhnlich) handgeschriebene Setlist umfasste 15 Stücke. Darunter neben „Saturday night“ (wie passend!) und „Sleeping bird“ auch eine Coverversion des DEPECHE MODE-Klassikers „Personal jesus“.

Nach einer sehr langen Umbaupause von einer Dreiviertelstunde (warum muss man die Kabel seelenruhig auf der Bühne zusammenrollen und in Kisten verstauen…!?) ging es dann mit einem Intro vom Band los…aber gewaltig!

Der 55-jährige Frontmann von TYKETTO zeigte von Anfang an, dass er Rockmusik im Blut hat und nichts anbrennen lassen würde. Nach dem Opener „Kick like a mule“ ging es mit Klassikern wie „Wings“ und „Rescue me“, die man untrennbar mit der Band verbindet. Sänger Danny Vaughn gab immer mal Erklärungen zu den Songs ab. So erläuterte er zu „Standing alone“, das Stück sei in einem Keller in einer nicht sehr schönen Zeit geschrieben worden. Zum Glück gebe es solche Zeiten heute nur noch selten.

Dankbar für den Erfolg – bereit zu Rocken

TYKETTO zeigten sich dankbar für den Erfolg ihres aktuellen Albums in den Playlists und rockten das Venue mit  Tracks wie „Reach“ und „Faithless“. Es wurden aber auch durchaus ruhigere Töne angeschlagen, wie etwa mit „Catch my fall“. Eine großartige Mischung…vielleicht hätte man sich noch den einen oder anderen Song gewünscht, aber die 90 Minuten der Performance waren absolut kurzweilig!!

Tyketto 14.01.17 Weert de Bosuil

Drummer Michael Clayton Albeeny trommelte mit einem Krafteinsatz, dass ihm schon bald der Schweiß herunterlief. Ged Rylands hatte als Keyboarder naturgemäß nicht viel Bewegungsspielraum. Bassist Chris Childs stellte im Line up so etwas wie den Ruhepol dar und ging nur selten etwas aus sich heraus.

Neben Mr. Vaughn lag so der Fokus des Publikums auf dem Gitarristen. Chris Green ließ die lange schwarz-blonde Mähne wirbeln und poste gekonnt mit seinem Instrument. Sicherlich für den weiblichen Anteil im Zuschauerraum ein Hingucker…

Nach anderthalb Stunden war dann (leider) Schluss. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis eine wertige Sache der Konzertabend.

Absolut positives Fazit!

Fazit: Die Vorband an jenem von Schneeregen geprägten Januarabend war eine echte Hausnummer. Routiniert ohne Ende und doch mit einer ordentlichen Portion Spaß bei der Sache. Vielleicht am faszinierensten der 66-jährige Gitarrist und Namensgeber der Band, der technisch unheimlich versiert war und unseren Fotografen und langjährigen Gitarristen Chipsy zur Begeisterung brachte.

Tyketto 14.01.17 Weert de Bosuil

TYKETTO spielten eine gelungene Mischung an Songs verschiedener Alben. Man fühlte sich echt um mindestens 20 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Ein toller Abend und eine großartige Stimmung im Publikum.

Interessante Randnotiz: oberhalb des Mischpults hing eine Anzeige, die die Lautstärke im Raum in dB sichtbar machte. Höchstwerte wurden bei der Vorband mit ca. 135dB erreicht!

Einen optischen Eindruck des Abends verdanken wir unserem Fotografen Chipsy, der für uns die Fotos in diesem Artikel und auch in den Slidern unten geschossen hat. Hoffen wir, dass TYKETTO uns nicht wieder so lange warten lassen, bis sie auf die hiesigen Bühnen zurückkehren…

 

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Bildquellen

  • Wild Romance 14.01.17 Weert de Bosuil: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Tyketto 14.01.17 Weert de Bosuil: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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