Alice Cooper – „Detroit stories“ (VÖ: 26.02.2021)

Alice Cooper - Albumcover - Detroit Stories - Beitragsbild 2

Alice Cooper – „Detroit stories“ (VÖ: 26.02.2021)

Ach, ist es schön, wenn es Dinge gibt, die einem Freude bereiten. Die unsägliche Pandemie mit Covid-19 und dem zähen Verlauf mit monatelangen Kontaktbeschränkungen zählt sicher nicht dazu. Aber es gibt etwas, auf das man sich verlassen kann. Seit nunmehr an die 50 Jahre begeistert uns der Mann, den wohl kaum Jemand unter seinem wirklichen Namen Vincent Furnier kennt, mit seiner Musik. Ihr wisst sicher, von wem die Rede ist. Ich meine Alice Cooper, der 1974 seine Solo-Karriere begann. Der gute Mann ist vom Personalausweis her längst im besten Rentenalter.

Detroit – da schließt sich der Kreis…

Aber wenn man seinen Job mag, warum dann aufhören. Gebürtig kommt er aus Detroit im Osten der USA, an den großen Seen gelegen. Und da schließt sich der Kreis mit dem brandaktuellen Alice Cooper-Album mit dem Titel „Detroit stories“, das am 26.02.2021 in die Läden kommt. Das neue Studiowerk soll eine Hommage an die goldene Zeit des Rock in Detroit darstellen. Heavy Rock! Los Angeles, New York, San Francisco…nirgendwo passte Alice Cooper damals mit seiner harten Marschrichtung hin. Aber in einer Stadt wie Detroit, da wurde er aufgenommen, da fand er Platz, konnte live auftreten…Zeit, sich zu erinnern und mit neuem Material – aufgenommen natürlich in Detroit – einen Blick zurückzuwerfen. Man hat sich eine Menge legendäre Detroiter Musiker dazu geholt.

Was ist dabei herausgekommen? Eine Scheibe mit 15 Stücken…und die wollen wir euch jetzt einmal näher vorstellen. Einen Vorgeschmack in Form des Openers „Rock & roll“ hatten wir euch hier bereits gegeben. Da könnt ihr mal reinhören. Ein starker Einstieg in das neue Material, wie ich finde. Es geht direkt und ohne Umwege zur Sache mit einem Rocksong. Prima! Bei dieser Lou Reed-Nummer konnte man u.a. auf Joe Bonamassa an der Gitarre bauen.

Alice Cooper – „Detroit stories“ (VÖ: 26.02.2021)

Alice Cooper - Albumcover - Detroit Stories

Auch der zweite Track legt gleich flott los. Mitreißende Vocals eines Frontmanns, dem man sein Alter in keinster Weise anhören kann. Flinke Finger auf den Gitarrensaiten. Das rockt. Gut so. Bisher legt man ein gutes Tempo vor. Mit „Out love will change the world“ empfinde ich so etwas wie einen BEATLES-Vibe. Vom Stil her ein ganz anderes Ding, aber das kommt lebendig rüber. So einen Song hätte man dem „Schockrocker“ nicht unbedingt zugeordnet…aber warum nicht. Hier haben wir das Lyric-Video dazu für euch:

Aber diese fröhliche und unbeschwerte Attitude hält nicht lange vor. Schon Track 4 rockt wieder mit einem Text, der sich inhaltlich um „sozialen Abschaum“ dreht. Wollen wir es sozialkritisch nennen!? Seine Vielseitigkeit beweist Alice Cooper mit dem nachfolgenden Song. Bei „$1000 High heel shoes“ wirkt instrumental eine Bläser-Combo mit, die Backing Vocals werden von den bekannten Soul- und Funksängerinnen von SISTER SLEDGE übernommen. Mal was ganz anderes. Kommt aber cool! Mehr in Richtung Blues Rock geht „Hail Mary“, entsprechend gehen die Gitarren steil. Wer da nicht mitwippen muss, ist klinisch tot.

Detroit 2021 – der Brückenschlag gelingt…

„Detroit City 2021“ – was will uns der Sänger mit dieser Nummer sagen? Das „seine Stadt“ auch in der heutigen Zeit noch mithalten kann. Inhaltlich schlägt Alice Cooper hier die Brücke von damals zur Neuzeit. Für das nachfolgende Stück begeben wir uns in einen schleppenden Blues-Modus, bei der der Frontmann nicht nur singt, sondern auch die Mundharmonika ansetzt. Auch Joe Bonamassa bringt sich mit seinem Saiteninstrument noch einmal ein. Oh yeah…

Alice Cooper Copyright earMUSIC Photo Credit Jenny Risher

Weiter geht es mit „Independence Dave“, da wirbeln die Drumsticks von Johnny „Bee“ Badanjek ordentlich herum. Bei „I hate you“ singen sich der Sänger und die Musiker gegenseitig an – das klingt wenig ernst gemeint, eher im Sinne einer Parodie. Mit einem Groove zum Finger schnippen kommen wir zu „Wonderful world“. Die Stimmung ist eher gedämpft und auch das Tempo eher gedrosselt. Man muss ja auch nicht immer mit im Vollgasmodus unterwegs sein. Aber schon der nächste Track hat wieder amtliche Power. Nach den ganzen eigenen Stücken haben wir hier wieder ein Cover. „Sister Anne“ von Fred Smith hat satte 50 Jahre auf dem Buckel…passend also für einen Rückblick auf die oben angesprochene „gute alte Zeit“. Da packt Mr. Cooper doch gleich noch mal seine Mundharmonika aus. Ansonsten geht es fein bluesrockig zur Sache.

Neben Coversongs vor allem eigenes Material – Alice Cooper

„Don’t give up“ ist vielleicht DIE Parole in der für die meisten von uns schwierigen Zeit, die wir gerade weltweit durchleben. Es soll Hoffnung machen, aufrütteln. Mir gefällt der „Sprechgesang“ von Alice Cooper, den er zwischendurch einstreut. Ein starker Song und für mich einer der Glanzpunkte des Albums. Hier bekommt ihr auch noch das Video dazu serviert.

Am Ende bekommt der geneigte Hörer auch noch 2 Bonustracks. Zum einen haben wir da mit „Shut up and rock“ eine Aufforderung, die ja recht eindeutig ist und der Beat, den der Song transportiert, lässt einem wieder Energie in die müden Knochen fahren. Seine 70 plus X Lenze hört man dem Sänger wirklich nicht an. Zuletzt kommt dann „East side story“, ein Stück, das bereits 55 Jahre alt ist und von Bob Seger stammt. Was soll ich sagen? Ich habe mir das Original mal zu Gemüte geführt und finde, die Version von Alice Cooper greift den Vibe des Originals auf und macht doch was Eigenes daraus.

Das Fazit bei metal-heads.de

Unser Fazit bei metal-heads.de: auch nach 5 Dekaden auf dem Buckel muss sich Vincent Furnier aka Alice Cooper nicht vor dem Nachwuchs verstecken. Mit dem neuen Album „Detroit stories“ ehrt er seine Geburtsstadt, in der er musikalisch das Laufen lernte. Stilistisch ungewöhnlich vielseitig überzeugt er auch bei bluesigeren Tönen (nicht nur dank Joe Bonamassa) und beim Einsatz von SISTER SLEDGE. Bei manchen Songs hat man eher das Gefühl, es handelt sich um Füllmaterial. Nicht schlecht, aber auch nicht so herausragend. Da wäre vielleicht an mancher Stelle weniger mehr gewesen. Alles in allem ist das aber ein gelungenes Studioalbum von Alice Cooper – mit vielen eigenen Songs und ein paar Cover-Versionen. Man darf gespannt sein, ob er – nach der Corona-Pandemie – mit dem neuen Material auf Tour kommt und ob es danach noch weitere Releases geben wird. Rocken kann er noch, so viel ist sicher!

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Bildquellen

  • Alice Cooper – Albumcover – Detroit Stories: Networking Media
  • Alice Cooper Copyright earMUSIC Photo Credit Jenny Risher: Networking Media/Copyright earMUSIC Photo Credit Jenny Risher
  • Alice Cooper – Albumcover – Detroit Stories – Beitragsbild 2: Networking Media
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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