ALL NINE YARDS – Blue

VÖ: 14.08.2020

Frischer moderner Rock!

Die Bielefelder Formation ALL NINE YARDS hat sich im Jahre 2017 zusammengetan und sie waren seitdem sehr fleißig. 2018 haben sie direkt EP „Just A Demo“ mit 4 Tracks veröffentlich und 2019 folgte die nächste Platte „The Silver EP“ mit 6 Tracks. Nun haben sie das Album „Blue“ fertiggestellt und zeigen sich mit einer

enormen Bandbreite

an Songs, die ganz verschiedenen Stilrichtungen bedienen. Wenn man sich das Album anhört, dann wird man schnell merken, dass sich die Band scheinbar nicht in eine bestimmte Schublade stecken lassen möchte. Denn die Songs sind sehr unterschiedlich gestaltet und decken die Palette von dreckigen rohen Rocknummern bis hin zu seichten Poprocknummern ab. Dabei besitzen die Jungs einen gewissen Hang für technische Spielereien. Öffnen wir also das Überraschungspaket und hören, was die Songs so zu bieten haben.

Ein flotter Einstieg

wird durch den Opener „True Lies“ geboten, der mit einem fetzigen Groove und schmissigen Riffs glänzt. Dazu gesellt sich Sänger E.D. Matthews mit seiner tollen Stimme, die sich dem treibenden Sound hervorragend anpasst. Alles ist auf den Punkt genau gespielt und auch der geschickt eingewobene Chorgesang kommt richtig gut rüber. Mit dieser taffen Rocknummer bekommt man schon mal richtig Lust auf den Rest des Albums. Der zweite Track „Monsters Dancing“ hat mich dann auch voll abgeholt. Ein waschechte Mid-Tempo-Rocknummer mit einem Wahnsinnsfeeling, die wirklich pfiffig und frech umgesetzt wird. Mit den ersten beiden Songs setzen ALL NINE YARDS schon mal ein fettes Ausrufezeichen!

Die Welt des Poprock

betritt die Band mit Songs wie z.B. „Out Of The Light“, „Wrong Side Of Mercy“ und „Creatures Of The Night“. Haben die beiden erstgenannten Songs noch eine gewisse rockige Attitüde, so befindet man sich mit „Creatures Of The Night“ mitten in der Pop-Welt, obwohl man hinsichtlich des Titels etwas anderes erwarten würde. Es ist kein schlechter Song, aber mir persönlich ist er schlichtweg zu poppig und mit diesen Technosynthies erreicht man mich nicht, aber das ist mit Sicherheit eine reine Geschmacksfrage. Für andere mag es ein toller Song sein, der bei einer Party mit seiner spritzigen Leichtigkeit und Frohsinn die Tanzfläche füllen dürfte. Eine Rockband würde aber kaum jemand dahinter vermuten. Mit der gefühlvollen Ballade „More Than A Memory“ wird man mit Sicherheit bei jedem Radiosender offene Türen einrennen. Allerdings gefällt mir die Ballade „Soul Asylum“ besser. Sie entwickelt mehr Atmosphäre und besticht durch prima Ideen beim Songwriting und die Instrumentalisierung ist ansprechender, wobei unter anderem das tolle akustische Gitarrenspiel hervorzuheben wäre. Eine wirklich schöne Nummer. Noch viel lieber widme ich mich jedoch einer modernen astreinen Rocknummer wie „Leave My Scars Alone“, die auch mit einem Video zu genießen ist.

Man darf sich auf härtere Riffs und grandiose Hooklines gefasst machen, die den Song sehr eingängig gestalten und sich wunderbar im Kopf festsetzen. „The Jester“ und „Room 101“ bieten noch mal astreinen fetzigen Rock, so dass sich der Kreis zum Anfang des Albums wieder schließt.

Fazit

ALL NINE YARDS empfehlen sich mit einer großen Vielfältigkeit und besitzen eine sehr moderne Ader. Derweil haben sie einen Sinn für groovige und schöne Melodien, die sich mal dreckig rockig geben, aber sich auch gerne mal softer und poppiger präsentieren. Dabei fällt auf, dass sie sehr viel Wert auf Details legen, die manchmal klein aber fein ausfallen und den Sound bereichern. Der Gesang von Frontmann E.D. Matthews ist vielseitig und der Chorusgesang wird in den Songs variabel und geschickt eingesetzt. Die Vielseitigkeit birgt viele Vorteile, aber auch Probleme. Welche Fans will man erreichen? Denn die Kluft zwischen Poprock und zünftigem Hardrock ist bisweilen schon groß und es könnte schwierig sein die Fans beider Lager zu bedienen. Songs wie „Creatures Of The Night“ gegenüber „The Jester“ oder „Room 101“ zeigen sich beispielsweise grundverschieden. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ALL NINE YARDS diese Kluft größtenteils gut überbrücken kann. Es klingt jedenfalls sehr vielversprechend und es sind echte Topsongs auf dem Album. Ich denke, dass die handwerklich sehr versierte Truppe ihren Weg erfolgreich bestreiten wird, denn insgesamt ist es ein echt gutes Album geworden. Fans von modernem Rock sollten auf jeden Fall reinhören!

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Bildquellen

  • Bewertung 7 von 10: Feuerzeug-Comfreak / Daumen -Clker-Free-Vector-Images--Thanks to pixabay
  • Cover + Info: A9Y Cover + Background -- Presskit über Frozen-Heart-Music
  • Bandfoto: Bandfoto A9Y -Presskit über Frozen-Heart-Music

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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