Black Flame von BURY TOMORROW

BURY TOMORROW Black Flame Album Cover

Da ist es also: Black Flame, das fünfte Album der britischen Metalcore Band BURY TOMORROW, das am 13. Juli 2018 via Music For Nations/Sony Music erscheint. Mit diesem Album wollen BURY TOMORROW  der Metal-Flamme weitere Nahrung geben.  Das ist ihnen gelungen. Und auch das Ziel, eine breitere Masse anzusprechen, könnte durchaus erreichbar sein. Zur Beruhigung an alle Fans:

BURY TOMORROW sind sich treu geblieben

No less violent beginnt mit sanften Tönen. Aber dann knallt es mit donnernden Drums aus den Boxen. Die Vocals sind gewohnt aggressiv und in Verbindung mit den Clean Vocals unverwechselbar. Der Song hat alles, um ein guter Livesong zu werden, da er richtig groovt. Er ist nicht nur ein massiver Einstieg in das Album, sondern stellt eine direkte Verbindung zum Vorgängeralbum Earthbound her. Mit Adrenaline geht es direkt so weiter, wobei das Tempo noch ein wenig mehr anzieht. Das Schlagzeug betont den Rhythmus der Gitarren in gewaltigen Breakdowns, es gibt tolle Riffs und djentartige Gitarrenparts.

Black Flame – das ist BURY TOMORROW

Der Titelsong Black Flame hat alles, was die Musik der Band ausmacht. Und schon habe ich einen Ohrwurm vom Refrain, dessen Melodie durch die kontrastierende Aggressivität der Shouts verstärkt wird. Die gut entwickelten Leads runden das Ganze ab und bringen den Song zu einem interessanten Abschluss. My Revenge beginnt pulsierend, wird dann energisch und verfügt ebenfalls über einen recht eingängigen Refrain. Er ist so dynamisch, dass ich mich gegen den Mitwippimpuls nicht wehren kann. Die tief angelegten Riffs bereiten die Melodielinien so vor, dass sie sich hell über das Spiel der Rhythmusabteilung erheben.

More Than Mortal forciert dies durch gut gesetzte Breakdowns, die einen nicht zur Ruhe kommen lassen. Dies ist der längste Song des Albums, auf den grundsätzlich auch das zutrifft, was ich bereits bei Black Flame und Adrenaline genannt habe.

Knife of Gold – es gibt doch etwas Anderes

Knife of Gold ist mein Highlight dieses Albums. Die Vocals sind sowohl in den Höhen als auch den Tiefen voller Leidenschaft. Aufregung in den Shouts, die mit dem – was ja sonst eher selten passiert – in die Tiefe gehenden klaren Gesang wieder aufgelöst wird. Es gibt interessante und überraschende rhythmische Strukturen, die sich gut mit den Vocals verbinden. Daher war es auch eine gute Wahl, diesen Song schon einmal vorab mit einem Video vorzustellen, da er sich durchaus von den anderen Songs des Albums unterscheidet.

 

The Age enthält gut aufeinander abgestimmte Gitarrenpassagen und knüppelnde Drums,  während sich diese bei Stormbringer mit den Gitarren ein Rennen liefern und sich scheinbar gegenseitig zu überholen versuchen. Die Taktwechsel bauen eine Spannung auf, in die sich tolle Riffs und grandiose Breakdowns einfügen. Auch dies wird sicher ein toller Livesong. Overcast ist deutlich langsamer angelegt und hält sich mit tiefergestimmten Gitarren  im Wortsinne bedeckter aber damit nicht ruhiger. Die akzentuierten Drumparts und die fließenden Melodien der Saiteninstrumente, die dann wieder vom typischen Metalcoregeknüppel aufgenommen werden, zeigen die musikalischen Möglichkeiten, die BURY TOMORROW ausmachen. Abschließend gibt es mit Peacekeeper noch mal ordentlich was auf die Ohren. Auch dieser Song lässt mich mitwippen und aufmerksam auf die Arbeit der Saitenfraktion werden, die eingängige Leads und Riffs hervorbringt. Nach einem langsamen Zwischenstück, gehen Song und Album mit flehenden, fast brechenden Vocals zu Ende.

BURRY TOMORROW zelebrieren sich und den Metalcore

Mit Black Flame sind BURY TOMORROW  bestehend aus den Brüdern Daniel Winter Bates (Vocals) und Davyd Winter Bates (Bass), Kristan Dawson (Gitarre), Jason Cameron (Gitarre, Vocals) und Adam Jackson (Drums) ihrem Stil treu geblieben und haben auf Experimente oder Innovationen verzichtet. Dennoch ist eine Weiterentwicklung hinsichtlich des Songwritings und auch der handwerklichen Aspekte zu hören.

Mit diesem Album haben sie durchaus die Chance, ein breiteres Publikum zu erreichen, da die Songs trotz der durchaus komplexen Struktur eingängig sind. Es ist ein poppiges Album geworden. Das meine ich im positiven Sinne, denn BURY TOMORROW haben an der Temposchraube gedreht und die Songs auf ein höheres Energielevel gebracht. Die Songs sind dynamisch und treibend. Der wie gewohnt angenehme Gesang von Jason Cameron, der mit den Clean Vocals nicht nach Boygroup klingt,  und die kontrastierenden aggressiven Shouts von Daniel Winter Bates machen den Wiedererkennungswert aus. Donnernde Drums, die von ebensolchen Basslinien verstärkt werden und für so manche rhythmische Überraschung sorgen, melodische Refrains und interessante Songabschlüsse machen den Charakter dieses Albums aus. Einfach gut sind die Stellen, in denen es zunächst richtig groovt und einem dann die Riffs und Breakdowns, bekräftigt durch die Vocals um die Ohren gehauen werden.

Ein gelungenes Album, das den Fans das bietet, was sie sich von dieser Band wünschen. Ein wenig mehr Mut zum Experiment, wie er bei Knife of Gold anklingt, können sich BURY TOMORROW durchaus erlauben, da sie das Metalcore-Handwerk wunderbar beherrschen.

Fazit: Ein nicht nur für anspruchsvolle Metalcore-Hörer absolut unterhaltsames Album.

Tracklist:

01 No Less Violent
02 Adrenaline
03 Black Flame
04 My Revenge
05 More Than Mortal
06 Knife Of Gold
07 The Age
08 Stormbringer
09 Overcast
10 Peacekeeper

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Bildquellen

  • bury tomorrow band 2 sony music: Sony Music
  • BURY TOMORROW Black Flame Album Cover: Sony Music
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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