Bones UK angriffslustig mit ihrem Debüt „Bones UK“

Bones UK Beitragsbild

Bereits am 12. Juli 2019 erschien bei Sumerian Records / Ada Warner das selbstbetitelte Debüt von Bones UK. Mittlerweile in Los Angeles beheimatet wäre es doch zu schade, wenn die Platte (produziert von Filippo Cimatti) von Bones UK im Festival Sommer untergehen würde. Denn was Sängerin Rosie Bones und Gitarristin Carmen Vandenberg da vom Stapel lassen ist aller Ehren wert. Sozusagen ein Rundumschlag gegen Sexismus in der Musikindustrie, toxische Maskulinität und die Schönheitsindustrie. Und außerdem können Frauen doch sowieso nicht Gitarre spielen, oder? Kommt im Video zu „Girls Can’t Play Guitar“ der Gegenbeweis?

 

Bones UK – Beautiful Is Boring

Industrial Riffs treffen auf einen poppigen Electro-Beat und vereinen sich mit einem grandiosem Chorus: „Beautiful Is Boring“ Simpel und doch so wahr. Überall strahlen uns die selben perfekten und makellosen Schönheiten entgegen. So langeilig und austauschbar, machen doch erst die kleinen Makel, die Ecken und Kanten einen Menschen interessant. Es folgt „Filthy Freaks“ in der Album Version und das ist ein Song, der schön mit dem Widersprüchlichen spielt und mit Gitarrenlicks von Carmen veredelt wird. Aber überzeugt euch selbst im Video unten. Frauen sind entweder schön oder intelligent? Sozusagen „Pretty Waste“? Der Song ist bei mir definitiv ein Ohrwurm, auch wenn ich ihn einfach nicht einordnen kann und das passt doch irgendwie wieder perfekt zur Aussage, oder? „Leach“ überrascht mich dann mit Flamenco-Anklängen und klingt nur oberflächlich poppig. Unterschwellig kommt ein bitterböser Sarkasmus zum Tragen.

 

Bones UK mit einem starken Cover

Selten hat ein Cover besser in die Zeit gepasst. „I’m Afraid Of Americans“ von David Bowie kriegt den Bones UK-Stempel aufgedrückt und das passt wunderbar. „Souls“ ist eine Ballade die auch von No Doubt oder Pink stammen könnte. Alles kein Metal, aber richtig gut. Gleiches trifft auf „Skeletone“ zu. Atmosphärische Gitarren treffen auf ausdrucksstarken Gesang. Dazu noch ein paar düstere Elektroeinflüsse und gut ist. Nicht zum Ersticken ist „Choke“, obwohl es die Abhängigkeit in der Liebe behandelt. Aber Bones UK können auch rockig. „Creature“ ist gitarrenmäßig ein astreiner Rocksong, aber gesanglich modern interpretiert. Akustisch können sie auch. „Black Blood“ ist bluesig, ist Country, aber mit einem düsteren Unterton. Und prompt folgt wieder ein krasser Wechsel. „Limbs“ ist abgehackter Industrial Electro whatever… Es folgt das eingangs erwähnte, bluesige „Girls Can’t Play Guitar“, toller Song. Und zu guter Letzt noch einmal „Filthy Freaks“. Diesmal in der Radio Version.

 

Bones UK mit einem beeindruckendem Debüt

Stilistisch lässt sich das gar nicht so leicht einordnen, was Bones UK hier fabriziert haben. Also lasse ich es lieber gleich und sage einfach, dass es vielfältig gut ist. Bones UK könnten kommerziell sein, wenn sie künstlerisch nicht so gut wären. Radiotauglich zu klingen und dabei sowohl unterschwellig wie auch ganz unverblümt Kritisches zu transportieren, das ist für mich ganz großes Kino. Es ist natürlich kein Heavy Metal, aber wer de Trueness mal beiseite legen kann und offen für anderes ist, der sollte hier zugreifen. Ein spannendes, vielfältiges, intelligentes, kritisches und anklagendes Debüt haben Bones UK hier hingelegt. Ich bin auf weiteres gespannt und hoffe die Band auch bald mal hierzulande live erleben zu können. Prädikat künstlerisch wertvoll!

Bones UK – Line-Up und Kontakt

Rosie Bones – Gesang
Carmen Vandenberg – Gitarre
Heavy – Schlagzeug

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Bildquellen

  • Bones UK Beitragsbild: Starkult Promotion
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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