DARK DELIRIUM – „Sulphur“ Review

(English review down below)

Melodic Death Metal

aus Norwegen bringen uns DARK DELIRIUM (Facebook). Man kann es schon fast als Familienprojekt bezeichnen. Die beiden Brüder Simeon Ekse and David Jakob Ekse haben sich mit ihrem Cousin Halvar Moen zusammengetan. Zwei sehr gute Freunde, Daniel Logi Thorsteinsson und Daniel Bryne, sind ebenfalls eingestiegen und so hat man schon ein sehr solides Line-Up zu präsentieren. Kurios dabei ist, dass sie erst im Juni letzten Jahres das Album „Fallen“ veröffentlicht hatten und bereits sechs Monate später den neuen Longplayer „Sulphur“ (Schwefel) raushauen.

Das Debütalbum „Fallen“

bietet schon ganz solide Kost. Es zeigt, in welche Richtung DARK DELIRIUM gehen und bietet individuelle Ansätze anstatt nur Vorbilder zu kopieren. Auf dem Album hat mir „Slave To The Darkness“ am besten gefallen. Die auf diesem Album schon vorhandenen Stärken wurden mit dem Nachfolger „Sulphur“ weiter ausgebaut. Es fand eine Weiterentwicklung in allen Bereichen statt. Insgesamt geht es auf dem Nachfolger „Sulphur“ konsequenter und finsterer zur Sache. Also ab in die Dunkelheit…

Unheimlich

erklingen die ersten Töne vom Song „Destruction Of Empathy“. Langsam aber sicher wird Druck aufgebaut und der Song entwickelt sich zu einem massiven Soundmonster. Die Vocals werden wütend und unerbittlich geschmettert. Die Stimme wirkt heiser und rau und hat einen diabolischen Touch, was gut ins Thema passt. Die Songs haben eine beeindruckende Dynamik. Da ist richtig Leben drin, egal ob es jetzt stringent nach vorne geht oder ob man sich im wuchtigen Midtempo bewegt.

Massiv

schreiten die Songs voran. Die Abmischung bzw. die Produktion gefällt mir außerordentlich gut. Es entsteht eine starke Soundmaschine, die sich ihren Weg unaufhaltsam ebnet. Die Gitarrenarbeit ist hervorragend und es werden fantastische Leads entfesselt, die sich im Ohr festsetzen. Sie verschaffen dem Sound einen hochmelodischen Background. Auch die Drums kommen lebendiger und druckvoller als auf dem Vorgängeralbum. Lediglich der Bass fällt im Sound etwas zurück. Der hätte meiner Meinung nach insgesamt noch etwas dominanter hervortreten können, wie er z.B. bei dem Song

„Forest Hymn“.

besonders in einer Passage hervortritt. „Forest Hymn“ legt einen fulminanten Start hin, fährt dann das Tempo zurück, behält aber seinen munteren Groove. Zwischendurch werden ruhigere trommelbetonte Parts eingestreut, wobei sich in einer Sequenz vor dem Gitarrensolo der Bass mächtig in den Vordergrund schwingt. Ich mag so etwas! Der absolute Wahnsinn ist dann das anschließende Gitarrensolo. Es fängt ganz beschaulich an, wird aber zu einem epischen Höhepunkt. Sehr genial gemacht!

Eine Hetzjagd

findet mit dem Song „Familiar“ statt. Der Song treibt mehr nach vorne. Er ist dabei geradliniger als viele andere Songs auf dem Album. Mir gefällt grundsätzlich, wenn DARK DELIRIUM an Fahrt aufnehmen und es schneller vorwärts geht. Doch es funktioniert auch in gegensätzlicher Richtung, nämlich dann, wenn DARK DELIRIUM langsame dunkle stimmungsvolle Songs erschafft. So hat mich der Song „Caught In The Spiders Web“ wunderbar

eingefangen.

Hier wird der Focus auf die instrumentale Ausgestaltung gelegt wird. Mit einem geradezu zarten Gitarrenspiel wird der Hörer mit traumhaften Klangfäden umgarnt. Doch bevor es zu träumerisch und friedvoll wird, erklingt der martialische diabolische Gesang, der zwar in dem Song nicht so eine große Rolle einnimmt, aber trotzdem in den zwei Sequenzen für besondere Momente im Song sorgt. Denn zusammen mit dezentem Riffing ergibt sich ein bemerkenswerter Kontrast zu der sanften Melodik des Songs, die durch die Leadgitarre erzeugt wird.

Der letzte Song „Awaken The Inside“ zeigt, dass DARK DELIRIUM auch auf ungewöhnliche Songs setzen. Denn bei diesem langsamen Song, der mit einem Piano begleitet wird, wird der Text mehr gesprochen als gesungen. Das hat irgendwie seinen besonderen Reiz und schafft eine spezielle Atmosphäre. Und der Song ist perfekt für das Ende des Albums gewählt.

Aber es gibt noch mehr Besonderheiten zu entdecken…

Mit einem dunklen orientalischen Soundgewand

umhüllt den Hörer der Song „Sarcophagus“. Das ist auch mit über acht Minuten Spielzeit der längste Song auf dem Album. Das Thema Orient findet sich nach der sphärischen Synthieeinleitung auch in den melodischen Leads wieder. Die Riffs sägen schön fies durch den Song. Die lange Spielzeit des Songs wird mit geschicktem abwechslungsreichen Songwriting kurz gehalten. Dies ist der einzige Song, wo kurz mal cleane Vocals eingesetzt werden.

Fazit

Gesanglich fühlt sich der Sänger im extremen und wütenden Bereich wohl und verleiht dem Sound einen passenden diabolischen Charakter. Die Gitarristen sorgen für immer wieder für Highlights. Der Drummer setzt lebendige Akzente mit seinem druckvollen Sound. Der Basser macht auch einen guten Job, könnte hier und da hervorstechender eingesetzt werden.

DARK DELIRIUM haben innerhalb kürzester Zeit einen großen Schritt gemacht. Das gute Debütalbum „Fallen“ hat mit „Sulphur“ einen ausgereifteren und konsequenteren Nachfolger bekommen. Die Songs knallen mit mehr Druck aus den Boxen. Der Songmix auf „Sulphur“ ist schön wechselhaft, wobei das Grundthema nicht aus den Augen verloren wird. So ergibt sich eine stimmiges Album, dass mit Spannung zu unterhalten weiß. DARK DELIRIUM präsentieren sich auf den ersten beiden Alben angenehm vielseitig. Die junge Band agiert technisch einwandfrei und auf hohem Niveau. Man darf gespannt sein, wie sich diese Band noch entwickelt. So gebe ich dem Sulphur dicke fette acht Punkte mit einer deutlichen Tendenz nach oben.

Sulphur | Dark Delirium (bandcamp.com)

English review

Melodic Death Metal

from Norway bring us DARK DELIRIUM (Facebook). You can almost call it a family project. The two brothers Simeon Ekse and David Jakob Ekse have joined forces with their cousin Halvar Moen. Two very good friends, Daniel Logi Thorsteinsson and Daniel Bryne, have joined as well and so they have a very solid line-up to present. It is curious that they released the album „Fallen“ only in June last year and already six months later they released the new longplayer „Sulphur“.

Debut album „Fallen“

already offers quite solid songs. It shows in which direction DARK DELIRIUM go and offers individual approaches instead of just copying their influences. On the album I liked „Slave To The Darkness“ best. The strengths already present on this album were further developed with the successor „Sulphur“. There was a further development in all areas. All in all it is much more consequent and darker. So off into the darkness! The first notes of the song „Destruction Of Empathy“ introduce the album with an

eerie sound.

Slowly but surely the pressure is built up and the song develops into a massive sound monster. The vocals are belted furiously and relentlessly. The voice sounds hoarse and rough and has a diabolic touch, which fits well into the whole theme. There is an impressive dynamic, no matter whether it now briskly goes forward or whether the songs move in massive midtempo.

Strong production

I like the mixing and the production extraordinarily well. A strong sound machine is created that paves its way inexorably. The guitar work is excellent and pleases with fantastic leads and riffs. They provide the sound with a highly melodic elements. The drums also seem even more lively and punchy than on the previous album. Only the bass falls back a bit in the sound. In my opinion, it could have been a bit more dominant, as it is e.g. in the song

„Forest Hymn“.

This one gets off to a brute start, then slows down the tempo, but keeps its imposing appearance. In between, quieter drum-accented parts are interspersed, whereby in a sequence before the guitar solo the bass swings powerfully into the foreground. I like something like that! The absolute madness is then the following guitar solo. It starts quite contemplative, but becomes an epic climax. Very ingeniously done!

A hunt

takes place with the song „Familiar“. I basically like when DARK DELIRIUM picks up speed and it goes faster forward. But it also works in the opposite direction, namely when DARK DELIRIUM creates slow dark atmospheric songs like

„Caught In The Spiders Web“

has me wonderfully captured me. Here the focus is put on the instrumental arrangement. With an almost delicate guitar playing the listener is ensnared with dreamlike sound threads. But before it becomes too dreamy and peaceful, the martial diabolic vocals sound rises up. The vocals do not take such a big role in the song, but deliver two times special moments in the song. Together with discreet riffing a remarkable contrast to the gentle melodicism is created, which is given by the lead guitar.

With a dark oriental sound garb

the listener is enveloped by the song „Sarcophagus“. This is also the longest song on the album with over eight minutes of playing time. The theme of the Orient can be found in the melodic leads after the spherical synth introduction. The riffs saw nicely nasty through the song. The long playing time of the song is kept short with clever varied songwriting. This is the only song where clean vocals are used briefly.

Conclusion

Vocally, the singer feels comfortable in the extreme and furious range and gives the sound a fitting diabolical character. The guitarists provide highlights again and again and the drummer sets lively accents with his powerful sound. The bassist also does a good job, could be used more prominently here and there.

DARK DELIRIUM have made a big step within a very short time. The good debut album „Fallen“ has got a more mature and consistent successor with „Sulphur“. It bangs with more pressure out of the speakers. The song mix on „Sulphur“ is nicely changeable, whereby the basic theme is not lost sight of. This results in a coherent album that knows how to entertain with tension. DARK DELIRIUM present themselves pleasantly versatile on the first two albums. The young band acts technically flawless and on a high level. One may be curious how this band still develops. So I give „Sulphur“ big fat eight points with a clear tendency upwards.

Sulphur | Dark Delirium (bandcamp.com)

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Bildquellen

  • DARK DELIRIUM Sulphur Cover+Infos: Cover-->Simeon Ekse von DARK DELIRIUM / Rest-->Pixabay
  • DARK DELIRIUM Titelbild: Simeon Ekse von DARK DELIRIUM

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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