EP von Äera: Schattenfall

Das Cover der EP von Äera: Schattenfall. Es zeigt eine dunkle, triste Felsenlandschaft. In der Mitte ist eine Art Höhle hell erleuchtet. Darin sitzen Menschen um ein Feuer.

Black Metal aus Deutschland: Schattenfall heißt die bereits im Frühling 2021 erschienene EP von Äera. Und die gibt es als Download und als Vinyl. Dort ist dann noch ein Bonustrack beigegeben. Nämlich die ein Jahr zuvor erschienene Single Gram. Der Song wurde hierfür extra nochmal remastert. Mit dem Bonustrack läuft die Scheibe über 33 Minuten. Ohne den Bonustrack kommt die Veröffentlichung auf 23 Minuten. Wer kann, greift also besser zu Vinyl.

Der erste Song auf der EP von Äera, Schattenfall, heißt Äer. Er beginnt langsam, ruhig und clean, ohne Verzerrung, ohne Druck oder Aggression. Und er hangelt sich in seinen lyrischen Bildern entlang an einer traurig-melancholischen Schilderung einer lebenslangen, emotional aber wechselhaften Verbundenheit. Diese Beziehung scheint auf den ersten Blick eine zwischenmenschliche zu sein.

EP von Äera: Schattenfall ist atmosphärisch dicht

Eine zentrale Phrase in Äer lautet: „Mutter, nimm mich zurück“. Gemeint ist aber nicht – oder wenn, nur vordergründig – der Mutterleib. Denn Äer heißt im Münsterländischen die Erde. Der Song spannt also einen Bogen über die Lebenszeit. Vom Anfang bis zum Ende. Von der Geburt bis zum Tod. Deshalb passt der dichte Sound von Äera hervorragend. Hier wird viel mehr mit Melancholie und Atmosphäre gearbeitet als mit Blastbeats und Geknüppel. Das überschreitet auch Subgenre-Grenzen. Und das dürfte deshalb vielleicht sogar jenen Fans gefallen, die sonst eher Doom Metal und Co. huldigen. Zumindest für manche Black-Metal-Traditionalisten und Freunde langsamerer Spielart des Genres findet sich hier ein kleine Perle.

Stilistisch folgt der zweite Song dem ersten, ohne dabei eintönig zu wirken. Zwar geht es bei Der Masse Geborgenheit von Anfang an schneller los. Aber die Spielweise mit aufgelösten Akkorden unter instrumental ruhigen Melodien bleibt auch hier erhalten. Soli und Instrumentalteile klingen in Sound und Komposition deshalb wenig aufgeregt und hektisch. Und das unterstreicht die Stimmung, die sich über die einzelnen Songs in den jeweils über zehn Minuten aufbaut. Die Musik auf der aktuellen EP von Äera, Schattenfall, setzt vor allem auf in sich stimmige, harmonische und melancholische Atmosphäre. Aggression und Finsternis werden hier sehr viel subtiler erzeugt, als im Genre des Black Metal üblich. Hierzu setzt die Band auch immer wieder Samples von zufällig wirkenden Alltagsgeräuschen ein. Und diese mischen sich mit der Musik wie zu einer regelrechten Klanginstallation. So unterstreichen diese Geräusche die Themen der Lieder noch einmal deutlich.

Die Texte beider Tracks bieten auf mehreren Ebenen immer wieder Möglichkeiten zur Interpretation. Obwohl die Lyrics deutliche Worte finden, bleiben sie genau genommen uneindeutig und vage. Das macht die EP von Äera, Schattenfall, zu einem spannenden Werk. Textlich und musikalisch.

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Bildquellen

  • Äera-Schattenfall-EP: Amazon

Matt

In der Unterstufe Metallica und lange Haare. Heute vor allem Black- und Death-Metal, aber nur noch Buzz-Cut. Innere Langhaarigkeit muss reichen... ;)

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