FALL OF AUTUMN- „Omen“ – Review

Deutsch/Englisch

Progressive-Metal

Ich kann das letzte Jahr 2020 noch nicht komplett abhaken, denn tatsächlich sind noch einige Schätze vom Weihnachtsschlitten gefallen, die ich im Nachhinein nicht unerwähnt lassen möchte. So hätte ich noch FALL OF AUTUMN (Facebook ) im Angebot mit dem Album „Omen“, welches kurz vor Heiligabend am 23.12.2020 veröffentlicht wurde. Bei FALL OF AUTUMN handelt es ich um den Songwriter und Multi-Instrumentalisten Alfred Sjölander aus der schönen idyllischen Stadt Lidköping in Schweden.

Einen finsteren Wald

durchschreitet der Hörer. Die Musik ist düster und aggressiv gehalten und es baut sich eine bedrohliche Stimmung auf. Allerdings trifft man im dunklen Dickicht des Waldes auf die eine oder andere sonnenbestrahlte Lichtung, die der ganzen Düsternis einen Schimmer Hoffnung verleiht. Es ist somit nicht ganz so einfach den Sound von FALL OF AUTUMN zu kategorisieren, da die Musik mit progressiven Elementen versetzt ist. Ich würde die Musik am ehesten in die dunkle doomige Kategorie einordnen. Man könnte die Musik auch im Bereich des Death-Metal ansiedeln und würde auch nicht so falsch liegen. Am ehesten bietet sich der Vergleich mit der sehr bekannten schwedischen Band OPETH an, die sich mit den letzten Alben progressiver entwickelt haben.

Es ist ein langer Weg,

der mit fast 60 Minuten Spielzeit eine ganz beträchtliche Wegstrecke aufweist. Begleitet wird man mit vier Songs, denn der Track „The Will“ stellt in der Mitte des Albums nur ein kurzes instrumentales Zwischenstück dar. Das hat im Umkehrschluss natürlich eine lange Spielzeit der einzelnen Tracks zur Folge und bedeutet ein nicht sehr einfaches Unterfangen für das Songwriting. Denn so etwas kann mal schnell in Langeweile ausarten. Hören wir mal, ob der Spaziergang durch den schwedischen Wald eine spannende Angelegenheit wird oder eher zum Einschlafen anregt.

Verschmelzung der Gegensätze

Brachiale Gitarrenriffs gehen eine Symbiose mit leichten akustischen Gitarrenklängen ein oder wechseln sich gegenseitig ab. Mit diesem Markenzeichen von FALL OF AUTUMN wird man somit umgehend beim Opener „Ailment“ konfrontiert, der zunächst mit melodischen Gitarrenleads unter wuchtigem Trommelgewitter intensiv einsteigt. Und schon nach kurzer Zeit erklingen akustische Gitarrenklänge begleitet von cleaner Stimme. So wird vorerst eine versöhnliche Stimmung erzeugt. Es folgt ein kleines, aber feines bluesig angehauchtes E-Gitarrensolo, bis es dann langsam aber sicher gekonnt in die aggressiv bedrohliche Stimmung übergeht. Das ist wirklich sehr gut umgesetzt. Die Melodien werden nie aus den Augen verloren. Damit einhergehend zieht sich trotz der Gegensätze ein roter Faden durch den Song.

Inspiration

Alfred Sjölander

schöpft Alfred Sjölander aus seiner kleinen Heimatstadt Lidköping.

Ich bin mir bewusst, dass die Texte bis zu einem gewissen Grad ziemlich dunkel sind, und ich denke, das hat damit zu tun, dass ich aus einem kleinen Dorf in Schweden komme, das direkt neben einem ziemlich großen und dunklen Wald liegt, und dort bekomme ich die meiste Inspiration.

Alfred Sjölander
Der Song thematisiert den Verlust eines Kindes und den Schmerz der Eltern diesbezüglich. Der „Geist“ des Kindes ist für sie nach wie vor omnipräsent und verfolgt sie in all ihren Gedanken, auch in ihren Träumen.

Das emotionale Wechselspiel

bleibt ein Markenzeichen auf dem Album und wird sowohl instrumental als auch gesanglich durch unterschiedliche Stilelemente umgesetzt. Das Songwriting ist gelungen und es blitzen bei jedem der Songs immer wieder die eine oder andere spezifische Besonderheit auf. So funktionieren die Songs gut und wissen zu unterhalten. Man nehme beispielsweise den finsteren Song „Incarnation“, den ich als den boshaftesten Song von allen empfunden habe. Dazu passt z.B. auch das „wahnsinnige“ klingende Gitarrensolo ab Minute 07:23.

Im finsteren Song „Incarnation“ verfolgen Dämonen und Geister aus dem Jenseits einen Menschen.

Dunkle Abgründe

tun sich bei dem Album auf. Die spiegelt sich ebenfalls in den Texten wieder, die es durchaus wert sind beachtet zu werden. Die Texte sind sehr lyrisch verfasst und lassen Raum für Interpretationen. Okkulte und mystische Dinge sind einbezogen und beinhalten aber auch Anspielungen auf den christlichen Glauben, was sich vor allem im Song „Omen“ niederschlägt. Die Songs behandeln spezifische Erlebnisse, Empfindungen und Umstände imaginärer Personen, lassen sich aber meiner Meinung nach auch auf eine allgemeinere Ebene Ebene transportieren. So interpretiere ich daraus, dass die Welt und die Menschen immer mehr und auf verschiedene Weise mit der Dunkelheit konfrontiert werden. Die Menschen verlieren ihren Glauben, ob an sich selbst oder an Gott. Somit erlischen die Leuchttürme bzw. Leuchtfeuer des Lebens, die Orientierung geht verloren in der Dunkelheit. Und so droht man an den Klippen des Chaos und des Wahnsinns zu zerschellen.

Fazit

FALL OF AUTUMN ist mit „Omen“ ein beachtliches Werk gelungen , dass ein gekonntes Zusammenspiel verschiedener Elemente in sich vereint und so ein Wechselbad der Gefühle auf der dunklen Seite des Lebens und des Glaubens offeriert. Es ist ein qualitativ hochwertiges Album entstanden, das es schafft eine interessante und fühlbare Atmosphäre entstehen zu lassen.

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Review english

Progressive-Metal

I can not yet completely tick off the last year 2020, because in fact some treasures have fallen from Santa’s sleigh, which I would not like to leave unmentioned in retrospect. So I would still mention FALL OF AUTUMN (Facebook ) with the album „Omen“, which was released shortly before Christmas Eve on 23.12.2020. FALL OF AUTUMN is presented by songwriter Alfred Sjölander, a multi-instrumentalist from the beautiful idyllic town of Lidköping in Sweden.

A gloomy forest

the listener passes through. The music is kept dark and aggressive and it builds up a threatening mood. However, in the dark thicket there are some forest clearing. So sometimes the sun shines through the darkness and gives the whole gloom a glimmer of hope. It is not so easy to categorize the progressive sound of FALL OF AUTUMN. I would most likely place the music in the dark doomy category. One could also place the music in the realm of death metal and wouldn’t be wrong. The most likely comparison is with the very well-known Swedish band OPETH, which developed more progressive with the last albums.

It’s a long way

with almost 60 minutes of playing time. This considerable distance is accompanied with four songs. The track „The Will“ represents only a short instrumental interlude in the middle of the album. This, of course, results in a long playing time of the individual tracks and means a not easy undertaking for the songwriting. Because something like that can quickly degenerate into boredom. Let’s hear whether the walk through the Swedish forest will be an exciting affair or rather inspires to fall asleep.

Fusion of opposites

Brute guitar riffs enter into a symbiosis with light acoustic guitar sounds or alternate with each other. With this trademark of FALL OF AUTUMN you are immediately confronted with the opener „Ailment“. It starts impressively with melodic guitar leads under a massive drum storm. And already acoustic guitar sounds accompanied by clean voice and create a for the beginning a conciliatory mood. An interlude follows with a small almost bluesy electric guitar solo, until it then slowly but surely skillfully transitions into the aggressively threatening part. This is really very well executed. The melodies are never lost sight of and there is a common thread running through the song despite the contrasts.

Inspiration

Alfred Sjölander

Alfred Sjölander draws from his small hometown of Lidköping.

I am aware of that the lyrics are quite dark to a certain extent and I think that has to do with the fact that I come from a small village in Sweden that is located next to a pretty vast and dark forest and it is there I get most of my inspiration.

Alfred Sjölander
„Omen“ deals with the loss of a child and the pain of the parents in this regard. The „ghost“ of the child is still omnipresent for them and haunts them in all their thoughts, even in their dreams.

The emotional interplay

remains a trademark on the album and is implemented both instrumentally and vocally through different stylistic elements. The songwriting is successful and there are always flashes of one or the other specific feature in each of the songs. Thus, the songs work well and know how to entertain. Take for example the sinister song „Incarnation“, which I found to be the most vicious song of all. In this song the insane sounding guitar solo from minute 07:23 also fits enthusiastically.

In the sinister song „Incarnation“ demons and spirits from the afterlife haunt a man.

Dark abysses

open up with the album. This is also reflected in the lyrics, which are well worth paying attention to. The lyrics are written very lyrically and leave room for interpretation. Occult and mystical things are included and include but also allusions to the Christian faith, which is reflected especially in the song „Omen“.

The songs deal with specific experiences, feelings and circumstances of imaginary people, but in my opinion can also be transported to a more general level. Thus I interpret from it that the world and people are confronted with darkness more and more and in different ways. People lose their faith, whether in themselves or in God. Thus, the lighthouses or bonfires of life go out, orientation is lost in the darkness. And so humankind threatens to break on the cliffs of chaos and madness.

Result

FALL OF AUTUMN has succeeded with „Omen“ a remarkable work that combines a skillful interplay of different elements in itself and so offers an of emotional experiance on the dark side of life and faith. A high-quality album has been created, which succeeds in creating an interesting and palpable atmosphere.

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Bildquellen

  • image 2: Alfred Sjölander
  • FALL OF AUTUMN Omen-Cover+Infos-1-: Cover+Infos-->Alfred Sjölander//Background/Amboss--> Pixabay
  • FALL OF AUTUMN-Titelbild: Background-->Pixabay

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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