Nichts zu lächeln – Epitaph von And Now The Owls Are Smiling (VÖ: 02.09.22)

Albumcover von Epitaph von And Now The Owls Are Smiling: Eine holzschnittartige Szene im Wald. Ein weinendes Mädchen hält einen toten Hasen im Arm. Links und rechts liegen tote Hasen mit Pfeilen in ihren Körpern. Die Szene nimmt in ihrer Gestaltung Bezug auf Märchendarstellungen.

Epitaph heißt das neue Album von And Now The Owls Are Smiling. Und zu lächeln gibt es bei diesem Black-Metal-Album absolut gar nichts. Der north-norfolker Solokünstler Nre liefert verstörenden, depressiven, atmosphärischen Black Metal ab. Darin rufen und heulen natürlich auch mal Eulen. Aber ansonsten schreit vor allem Nre teils ganz finster, teils schon fast weinerlich.

Epitaph, das vierte Album der Band, erschien am 2. September 2022. Es beinhaltet acht Tracks über 51 Minuten. Die einzelnen, epischen Tracks sind bis zu neun Minuten lang. Und sie haben lange, lyrische Titel, jeder für sich schon ein Gedicht. Sie drücken die beklemmende, depressive Stimmung der Musik treffend aus. Every Day Another Piece Of Me Is Removed, heißt der erste Track mit Gastmusiker JJ Flames (Shadowflag, Gorgonchrist). Monochrome Visions Of What Life Used To Be ein anderer. Oder In Darkness, Light Candles So The Demons Can Find Me. Alles ein bisschen depressiv, ein bisschen angsteinflösend. Übrigens ganz anders aufgebaut ist der Vorgänger, Dirges. Auf dem dritten Album heißen nämlich alle acht Tracks „Dirge„, wurden dann durchnummeriert und ganz nüchtern mit einem weiteren Schlagwort versehen.

Epitaph von And Now The Owls Are Smiling: düster, depressiv und desolat

Die ersten drei Tracks auf „Epitaph“ fallen recht solide in die Kategorie Atmospheric Black Metal. Doch hier sticht vor allem der emotional völlig verloren und weinerlich schluchzend wirkende Gesang heraus, auch wenn Nre clean singt. Und das ist wirklich extrem düster, depressiv und desolat.

Doch ganz anders der vierte Track. Winter’s Elegy Part II nimmt nämlich Bezug auf das zweite Album der Band. Und dort, auf The Comforting Grip Of Misery, findet sich der namensgleiche Auftakt. Dieser Track ist langsam, mit Gastsängerin Linds Bestwicke im Duett clean gesungen, mit cleanen Gitarren. Schön, aber auch schön depressiv. Und auf seine ganz eigene Weise eingängig wie ein Traditional oder Folksong.

Nach diesem Interludium galoppiert der Black Metal weiter. The Miserable Grip Of Comfort überspannt ein eingängiger, melodiöser Bogen, der den Song im 6/8-Takt etwas hymnenhaftes verleiht. Darüber hinaus ist noch das Radiohead Cover Street Spirit (Fade Out) erwähnenswert. Und das hat als Black-Metal-Variante einen sehr eigenen, bemerkenswerten Charakter. Dieser fügt sich gut in das gesamte Album ein.

And Now The Owls Are Smiling trägt sich selbst zu Grabe

Mit dem vierten und letzten Album trägt sich And Now The Owls Are Smiling selbst zu Grabe. Denn das musikalische Schaffen findet mit Epitaph sein Ende. Das ist beschlossene Sache. Folglich passt der Albumtitel auch ungemein gut. Deshalb ist das Album Grabmal und Grabinschrift zugleich.

Warum das Ende? Gegenüber metal-heads.de erklärte Solokünstler Nre: „Ich finde, dass ich alle Begeisterung und Inspiration für alles verloren habe – Musik, Kunst, alles, was mir früher Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass nach einer erholsamen Pause meine Freude an den Dingen zurückkehrt und wer weiß, vielleicht etwas mehr Musik unter einem anderen Namen, aber jetzt werde ich verschwinden.“ Doch was bleibt, ist das Epitaph.

Solokünstler Nre vor einem Schriftzug einer Leuchtreklame. Darauf steht "MegAfun". Im Kontrast dazu ist alles finster und schwarz-weiß.

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Bildquellen

  • Epitaph Cover And Now The Owls Are Smiling 740px: Imperative PR

Matt

In der Unterstufe Metallica und lange Haare. Heute vor allem Black- und Death-Metal, aber nur noch Buzz-Cut. Innere Langhaarigkeit muss reichen... ;)

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