CONCEPTION – 4 Klassiker der 90’er auf Vinyl

Eine innovative Band schwimmt gegen den Strom

Drehen wird die Uhr mal weit zurück in das Jahr 1989. In Norwegen hatte sich eine Band namens CONCEPTION (Homepage/Facebook) gegründet. Initiator war damals Tore Østby. Nach nur einem Jahr tauschte man den ersten Sänger aus und Roy Kahn betrat die Bühne. Außergewöhnlich an ihm war, dass er ein ausgebildetet Opernsänger war und dies auch studiert hatte. Er ist nach wie vor einer der besten Sänger in diesem Business.

Bis 1997 brachten CONCEPTION vier Alben heraus. Die Band löste sich dann leider auf, wobei Roy Kahn als Sänger bei der sehr bekannten Band KAMELOT einstieg. Dort verbrachte er bis 2010 viele sehr erfolgreiche Jahre. Danach nahm er aus gesundheitlichen Gründen eine lange Auszeit, bevor er sich 2018 mit CONCEPTION die Wiedervereinigung feierte.

Ehre, wem Ehre gebührt

Nun hat man sich bei BMG/NOISE RECORDS entschieden die ersten vier Alben nochmals als Re-Release neu zu veröffentlichen, was viele Fans sehr fröhlich stimmen dürfte. Veröffentlichung ist heute!

Wie kann man den Sound von CONCEPTION am besten beschreiben. Grundsätzlich bewegt man sich im Bereich (Power) Metal, der nicht mit hymnenhaften Passagen geizt und sich im Extremfall auch am spanischen Flamenco bedient. Die Songs bieten dabei eine breite Palette an Eindrücken mit leicht progressivem Einfluß. Für die damalige Zeit, in der gerade die straightenThrash-Bands angesagt waren, bedeutete dies eine besondere Herausforderung.

Gründer Toré kommentiert:

Die Band zusammenzustellen und sich gemeinsam auf diese musikalische Reise zu begeben war ein wahres Abenteuer. Mit einem gemeinsamen Drang zu entdecken und uns selbst und unsere Musik weiterzuentwickeln zeigt jedes Album ganz klar die verschiedenen Phasen, die wir von Album zu Album durchlaufen haben. Wir sind heute genauso stolz auf jedes Album wie an den Tagen, als wir die Arbeit an ihnen abgeschlossen hatten.

Pressetext CMM-Marketing

Innovativer Sound beim Debüt „The Last Sunset“

So musste das Debütalbum „The Last Sunset“ auch im Alleingang finanziert und produziert werden und die Band hatte eigens dafür sogar ein eigenes Label gegründet. Das Album zeigte bereits sehr ungewöhnliche Ansätze, die damals schon ziemlich exotisch waren und aus der Masse heraustachen. Zumindest so einen Song wie „War Of Hate“ gab es meines Wissen nach damals kein zweites Mal. Und auch bis heute ist mir kein Power Metal Song bekannt, der mit klassischem Gitarren-Flamenco-Style überrascht. Dieser Flamenco Style findet sich hin und wieder auf dem gesamten Album wieder. Vor allem im überlangen 10-Minuten Track „Among The Gods“ finden sich diese Einlagen häufiger. Nebenbei ein Wahnsinnstrack, der auch mit coolen Keys glänzt. Da haben sich CONCEPTION für ihr Debütalbum ganz schön was getraut.

So etwas würde man sicherlich nicht erwarten, wenn man zu Beginn des Albums so einen temporeichen harten Song wie „Building Force“ vor den Latz geballert bekommt, der noch ohne große progressive Elemente auskommt, aber dafür mit einem supergeilen Gitarrensolo. Die Solos sorgen im übrigen durchweg für tolle Momente. Das hohe technische Level der Band wird schon beim Debüt sehr deutlich. Der charakteristische Gesang von Roy Khan ist unverwechselbar und man merkt ihm die professionelle Gesangsausbildung an. Eine tolle Kontrolle über die Stimme, mit der er auch fantastische Melodien hervorzaubern kann.

Der Erfolg stellt sich ein

Das Debütalbum kam sehr gut an und die super Leistung der Band wurde honoriert. Sie erspielten sich ebenfalls einen sehr guten Ruf als Live-Band. So wurde das Label Noise Records aufmerksam und nahm diese unter Vertrag.

Mit jedem weiteren Album verfeinerte und wandelte CONCEPTION ihren Sound, so dass die Handschrift von CONCEPTION zwar jederzeit zu erkennen war, aber jedes Album keine Kopie des anderen darstellte.

Das zweite Album „Parallel Minds“

Verfasser

Die atmosphärische Ausstrahlung der Song verdichtet sich. „Roll The Fire“ ist ein perfektes Beispiel dafür. Die schwebenden Synthies im Hintergrund mit den harten Riffs und der supermelodischen Stimmte von Roy funktionieren einfach hervorragend. Die Band hatte das Lied für das 2020’er Album „State of Deception“ noch mal neu aufgenommen. So könnt Ihr beide Versionen vergleichen. Man wird schnell erkennen, dass die Band es heutzutage immer noch voll drauf hat. Herrlich!

Fallenlassen kann man sich bei Balladen wie „Silver Shine“, die eine epische Offenbarung sind. Auch die klassische Ballade „Silent Crying“ ist ein Traum und wie geschaffen für Sänger Roy Kahn. Einfach nur hören und genießen! Insgesamt erscheint mir das Album nicht ganz so progressiv. Experimente und ungewöhnliche Zutaten sind hier nicht zu finden, aber ein rundum tolles Album!

In Your Multitude

Das Album wirkt einen Tick härter und aggressiver. Schon beim Opener „Under A Mourning Star“ kommen die Riffs knackig trocken aus den Boxen geschossen. Atmosphäre wird weiterin groß geschrieben, was besonders bei Songs wie z.B. „Retrorespect“ zum Ausdruck kommt. Die Synthies spielen dabei keine unerhebliche Rolle. Relativ düster gibt sich der Track „Guilt“ mit seinen schon fast doomigen Ansätzen.

Auf diesem Album kommt die Liebe zum folkloristischen spanischen Gitarrenspiel wieder zum Vorschein, die schon beim Debüt häufiger eine Rolle spielte. Dafür höre man sich z.B. den Song „Sanctuary“ oder „A Million Gods“ an. Immer wieder fällt mir das phänomenale Gitarrenspiel auf, dass ebenfalls für unglaublich intensive Momente sorgt. Tore Østby ist wirklich ein begnadeter und vielseitiger Gitarrist. Sehr ansprechend finde ich gleichermaßen die prägnanten Basslinien im Sound, was man besonders gut beim Song „Solar Serpent“ bewundern kann. Aber nicht nur dort. Grandios! Der Schlusstrack „In Your Multitude“ lässt den Hörer wieder in epische Gefilde entschwinden. Das sind einmalige Songs! Traumhaft zeitlos schön!

Das Album „Flow“

Das letzte Album dieser Ära wirkt etwas ruhiger und zurückhaltender, aber ohne dabei an Faszination einzubüßen. Schon der Opener „Gethsemane“ mit seinem muskelösen Bass ist ein höchst atmosphärischer Track, der mit tollen Meldodien direkt ein Highlight setzt.

Es ist allerdings schon ein kleiner Stilwechsel zu verzeichnen. Nicht nur der Bandschriftzug hat sich verändert. Die Riffs sind dezenter und weicher. Man könnte den Sound hier eher als modernen Rock mit heavy Momenten bezeichnen. Dafür steht z.B. der Song „Tell Me Then I’m Gone“ Pate, der mit viel Groove und lässig coolem Charme punkten kann. Die Songs haben einen modernen Charakter und kommen teils mit technischen Spielereien daher.

Der kernige Bass kommt auf diesem Album oft sehr dominant rüber und steht of mehr als das Riffing im Vordergrund. Das verursacht einen unverwechselbaren Groove und besonderen Sound. Fetzige Gitarrensoli finden sich aber auch auf diesem Album, genauso wie gefühlvolle Balladen. „Hold On“ ist eine Monsterballade mit maximalem Gefühlsoutput, die man nicht besser machen kann. Streicher, barocke Synthies und die gute alte Flamenco Gitarre zusammen mit dem zartschmelzenden Gesang von Roy….Emotion pur!

Fazit

CONCEPTION haben zeitlose Alben erschaffen. Jedes Alben hat seinen eigenen Charme und die Songs sind auch heute noch Klassiker und absolut hörenswert. Dazu kommt noch die verbesserte Soundqualität durch das Remastering. Die Vinyls hören sich spitze an. Satter warmer druckvoller Sound, der die Qualität der Songs noch mal auf ein anderes Level hebt. Auch die Auswahl bisher unveröffentlichter Demosongs sind eine wahre Bereicherung für diese musikalische Erfahrung. Ich kann keines der Alben besonders empfehlen, da sie alle eine tolle Erfahrung bieten. Stilistisch ähneln sich „Parallel Minds“ und „In Your Multitude“. Das ungewöhnlichste Album aus der Reihe ist wohl „Flow“. Doch die gesamte Diskografie ist wirklich eine wertvolle hochwertige Sammlung, die man sich zulegen sollte.

Die Alben bekommt Ihr bei allen gängigen Anbietern unter folgendem Link:

https://conceptionband.lnk.to/ReissuesPR

Letzte Worte von Roy Khan

Es hat über die Jahre eine wachsende Nachfrage nach unseren ersten Alben gegeben und wir sind sehr froh, sie in Kooperation mit BMG endlich verfügbar machen zu können. Außerdem freuen wir uns sehr, in diesem Paket auch einige sehr alte Demos und bisher unveröffentlichte Songs aus den absoluten Anfangszeiten von Conception zu veröffentlichen. Diese frühen Demos demonstrieren noch eindeutiger die Reise und Entwicklung der Band vom Anfang bis dahin wo wir heute stehen. Viel Spaß damit!

Pressetext CMM-Marketing

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Bildquellen

  • Conception_1995_Noise_Records-skaliert: CMM Promotion
  • Conception Larsen_Lanhed Titelbild: CMM Promotion
  • k-CONCEPTION The Last Sunset-1-: Verfasser
  • k-CONCEPTION The Last Sunset-2-: Verfasser
  • k-CONCEPTION Parallel Minds-2-: Verfasser
  • CONCEPTION In Your Multitude-4-: Verfasser
  • CONCEPTION In Your Multitude-3-: Verfasser
  • CONCEPTION In Your Multitude-2-: Verfasser
  • k-CONCEPTION Flow-1-: Verfasser
  • k-CONCEPTION Flow-2-: Verfasser
  • CONCEPTION Collection-2-Titelbild: Verfasser

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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