Skyclad – großartig mit The Noise Years Part 1

Skyclad 720x340

Am 27. Oktober 2017 hat BMG die ersten fünf Alben aus der Noise Ära der wegweisenden Metal Pioniere Skyclad wiederveröffentlicht. Der geneigte Fan hat die Wahl zwischen Deluxe Digipack CDs oder farbigen Vinyl.  Eine kurze Historie zu Skyclad gibt es hier zu lesen. Ich selber habe Skyclad das erste Mal 1992 im Vorprogramm von Manowar gesehen und war schwer begeistert und so ist dieses Review für mich auch eine willkommene Gelegenheit noch einmal ausgiebig in die alten Songs reinzuhören. Vorab sei noch gesagt, was 1992 galt, gilt auch heute noch, wenn nicht sogar noch mehr. Hier ist das Video zu „Thinking Allowed“:

 

Skyclad – Wayward Sons Of Mother Earth (1991)

Das erste und thrashigste Album von Skyclad und auch noch ohne feste Violinistin. Bereits hier an Bord – als Produzent – war Kevin Ridley, der heute selber am Mikrofon steht. Ich denke man kann „Wayward Sons Of Mother Earth“ mit Fug und Recht als eines der ersten Folk Metal Alben bezeichnen. Wegweisend und bahnbrechend war der Einsatz einer Violine, die sich in der Folge als wichtiges Merkmal im Sound von Skyclad herausstellen sollte. Martin Walkyier mag vielleicht nicht der begnadeteste Sänger sein, aber sein Talent als Texter ist unbestritten und sorgte dafür, dass Skyclad aus der Masse der Bands herausstach. Mit „The Sky Beneath My Feet“ wird das Album rau, aggressiv und mit Stakkato Vocals eröffnet und trotzdem schaffen es Skyclad hier passend die Violine einzustreuen. „Trance Dance (A Dreamtime Walkabout)“ gefällt mit einer prägenden Basslinie und überraschenden Wendungen, ist aber immer noch sehr thrashig. Auf das ruhige „A Minute’s Piece“ folgt dann mit „The Widdershins Jig“ der wichtigste Song des Albums überhaupt. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass Skyclad hier den ersten wahren Folk Metal Song geschaffen haben! Die weitere musikalische Entwicklung der Band war hier schon deutlich erkennbar und die Violine als gleichberechtigtes Instrument im Bandkontext etabliert. „Our Dying Island“ ist noch mehr oder minder ein überlanger Thrash Song. Auf das „Intro: Pagan Man“ folgt „Cradle Will Fall“, ein klassischer früher Skyclad Song, der wegen seiner Lyrics heraussticht. Der Song „Skyclad“ selber wird geprägt von Martin Walkyiers markantem Gesang und musikalischer Variabilität. Akustisch und mit richtigem Gesang überrascht dann „Moongleam And Meadowsweet“, durchaus ein Highlight. Beendet wird dieses wegweisende Debüt der Folk Metal Pioniere mit „Terminus“ mit einem apokalyptischen Unterton, Chorgesang, spoken words um dann abrupt loszulegen und den Hörer wegzublasen.

Skyclad – A Burnt Offering For The Bone Idol (1992)

Dieses Album nimmt für mich immer einen besonderen Stellenwert in der Skyclad Historie ein, da ich die Band über dieses Album kennen- und liebengelernt habe. Aber auch objektiv betrachtet hat „A Burnt Offering For The Bone Idol“ eine Menge zu bieten. Mit Fritha Jenkins haben Skyclad jetzt eine feste Violinistin und Keyboarderin an Bord und haben auch zu ihrem Stil gefunden. Auf das Intro „War And Disorder“ folgt „A Broken Promised Land“. Ein guter Skyclad Song, aber kein Vergleich zum folgenden Evergreen „Spinning Jenny“! Dieser Song gehört auch heute noch unbedingt zum Live Repertoire und basiert auf einem Geigenriff und ist einfach unfassbar gut. „Salt On The Earth (Another Man’s Poison)“ ist im direkten Vergleich nicht so eingängig, zeigt aber die ganze Bandbreite des Könnens von Skyclad. „Karmageddon (The Suffering Silence)“ fällt im Kontext des Albums etwas ab, ist aber immer noch ein Song, den dutzende andere Bands gerne geschrieben hätten. „Ring Stone Round“ ist dann eine sanfte, akustische Überraschung und zeigt einfach die Vielseitigkeit von Skyclad. „Men Of Straw“ beginnt in bester Headbanger Manier, bringt dann einen wundervollen Spannungsaufbau und einen bestens aufgelegten Martin Walkyier. Zum Ende werfen sich dann Geige und Gitarre gegenseitig die Melodien zu, grandios! „R’Vannith“ ist dann Pagan / Folk Metal in Reinkultur mit einem großartigen Refrain. „The Declaration Of Indifference“ ist mir heute noch vom 1992er Konzert als Support für Manowar im Gedächnis. Das sollte als Qualitätsaussage reichen, toller Song! Abgeschlossen wird die Platte mit „Alone In Death’s Shadow“, einem ruhigen Song, der die Platte gut abrundet. Mein subjektiv-objektives Fazit: Skyclad haben mit „A Burnt Offering For The Bone Idol“ den Grundstein für ein ganzes Genre gelegt!

Fortsetzung folgt…

Hier endet dann auch die Vorstellung der ersten beiden Platten. Der Artikel zu den nächsten drei folgt in Kürze. Noch ein paar Worte zur Ausstattung der Neuauflage. Der Sound ist gut, das Artwork wurde beibehalten und es gibt sehr ausführliche Liner Notes. Großer Pluspunkt! Aber was fehlt und was bei einer Band wie Skyclad eminent wichtig ist, sind die Texte. Klar, die lassen sich übers Internet finden. Aber sie hätten auf jeden Fall dazu gehört. Nichtsdestotrotz gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Nein, Aufforderung! Skyclad gehören in jede vernünftige Sammlung! Wer die alten CDs schon hat, sollte die Gelegenheit nutzen und sich jetzt die Vinyl-Version zulegen. Das sage ich ganz subjektiv… Mehr zu Skyclad findet ihr auf der Band Homepage oder ihr besucht sie direkt bei Facebook. Das Review zur letzten Scheibe „Forward Into The Past“ vom April diesen Jahres findet hier. Bestellt werden kann sie auch direkt über den Link unten.

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Bildquellen

  • Skyclad 720×340: cmm GmbH
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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