WOLFHEART – „King Of The North“ Review

(English review below)

Melodic Death Metal

WOLFHEART (Homepage, Facebook) wurden im Jahr 2012 gegründet und sind seitdem sind die finnischen Hünen immer ein Garant für gute bis sehr gute Alben gewesen.

Das letzte Album ‚Wolves Of Karelia‘ befasste sich mit der Region Karelien, die nicht nur für endlose unberührete Natur und Wildnis steht, sondern auch wegen ihrer speziellen geografischen Lage in einem kriegerischen Konflikt zwischen Finnland und Russland eine Rolle spielte. Bei diesem Album zeichnete sich bereits ab, dass WOLFHEART ihrer Musik immer mehr einen epischen Touch und dichtere Atmosphäre spendierten. (Review)

Jetzt steht der Release des neue Albums „King Of The North“ am 16.09.’22 an. Die Band selber bedarf sicherlich keiner Vorstellung mehr. Daher steigen wir direkt in das Album ein.

Hammer des Nordens

Abnutzungserscheinungen scheinen für WOLFHEART ein Fremdwort zu sein. Genauso wenig hat die Band ihren Stil geändert, vielmehr immer weiter entwickelt. Sie bleiben ihrem Sound treu ohne das man auf der Stelle tritt und es in Langeweile ausartet. Natürlich bleibt eine gewisse Entwicklung nicht aus. Man geht den Weg vom letzten Album weiter und mir scheint, als ob WOLFHEART ihren Sound mit „King Of The North“ perfektioniert haben.

Für diese Entwicklung steht direkt am Anfang der monströse Opener „Skyforger“, dem länsten Songs auf dem Album. Das war früher eher unüblich, hat sich aber mittlerweile häufiger etabliert. „Skyforger“ führt den Hörer in epischer Art und Weise in das Geschehen ein. Melodische Riffs mit geheimnisvollen Chorgesängen im Hintergrund bilden die Einleitung, die langsam aber sicher an Volumen und Härte zulegt, um schließlich die Bühne für die harschen Growls die Bühne zu bereiten. WOLFHEART vereinen in diesem Song ihr gewaltiges Potential und zeigen eindrucksvoll, dass man durchaus in der Lage ist opulente Songs zu komponieren.

Epische Monstrositäten

Beeindruckend ist nach wie vor die Vehemenz, mit der WOLFHEART hervorbrechen. Der zweite Song „Ancestor“ brettert in zerstörerischer Manier davon. Die Blastbeats pusten den Schmalz aus den Ohren. Und doch schaffen sie es durch geschickte Veränderungen im Tempo und atmosphärischen Erscheinungsbild des Songs nicht plump und stumpf werden zu lassen.

An dieser Stelle möchte ich auch die megamäßigen Gitarrensolos erwähnen, die auf dem ganzen Album eine wahre Wucht sind. Bei diesem Song hat sich Sänger Jesse Leach von KILLSWITCH ENGAGE die Ehre gegeben und seinen Beitrag geleistet, um diesen Song zu einer besonderen Hymne werden zu lassen.

Zwischen melodischem Gefühl und monumentaler Zerstörung

„Knell“ fährt wieder mehr auf der melodischen Schiene und zarte Pianoklänge prägen diesen Song mit. Man mag es kaum glauben, wie toll diese Symbiose der eigentlich gegensätzlichen Klangwelten funktioniert, denn von einer balladesken Erscheinung ist man weit entfernt, wenn die gewaltigen Riffs erklingen.

„Desolated Land“ ist ein ganz besonderes Schmankerl und ist für mich DIE Hymne des Albums. Dabei haben mich diese kraftvollen clean Vocals sehr begeistert. Und auch wenn der Song relativ verhalten mit melancholischer Attitüde beginnt, entwickelt er sich mittendrin zu einem rasenden Sturm mit einem gigantischen elektrisierenden Gitarrensolo.

Für den Song „The King“ wurde ein beeindruckendes Video in einer wunderbaren Winterlandschaft abgedreht. Es ist einer der melodischsten Songs auf dem Album und stampft sehr majestätisch durch den hohen Schnee.

Eine wilder Haufen

waren WOLFHEART ja schon immer und auch Melodien waren den Mannen nie fremd, doch auf dem „King Of The North“ werden den Melodien noch mehr Raum eingeräumt. Dies betrifft vor allem den Gesang, der nun in cleaner Form durch Vageliss Karzis und Lauri Silvonen Einzug gefunden haben. Trotzdem muss man sich aber keine Sorgen machen, dass WOLFHEART nun zu einem Kinderchor mutiert sind oder der Sound irgendwie weichgespült wird.

Vielmehr bereichert es den kolossalen Sound und verleiht den Songs eine noch erhabenere Ausstrahlung. Bei meiner Review vom letzten Longplayer „Wolves Of Karelia“ beschrieb ich einen Sound, der mehr in die epische Richtung geht und zum Teil von orchestralen Elementen unterstützt wird. Nun, diesen Weg ist man weiter gegangen und auch wenn der Sound noch einige Spuren melodischer ausgefallen ist, so sind die Wölfe dennoch weiterhin sehr bissig, wenn man sich beispielsweise den Song „Cold Flame“ anhört. In einer wilden Hatz brettert der Song gnadenlos voran und dann sogar noch in pure Raserei ausartet, für die sich Gastmusiker Karl Sanders von der Band NILE mitverantwortlich zeichnet.

Ein ergreifender Schlußtrack

Der Abschlusstrack „Eternal Slumber“ könnte in seiner Gestaltung für das Ende des Albums nicht passender sein. Man könnte es sogar als Ballade bezeichnen, nur in WOLFHEART-Manier. Eine melancholisch-mystische Komposition mit gewohnter Kraft, die sich in einen sehnsüchtigen Refrain ergießt, der das Herz berührt. Und auch die beiden Stimmen im Duett üben eine besondere Faszination aus. Auch sie wären nicht WOLFHEART, wenn sie nicht noch eine rasante Passage einbauen würden. Und wieder einmal erklingt ein göttliches Gitarrensolo in den Ohren. Ein Song für Gänsehautgefühle!

Fazit

WOLFHEART lassen sich nicht beirren und halten an ihrem brachialen Monumental-Metal fest. Dabei setzen sie mit „King Of The North“ ihrem Sound die Krone auf und brillieren mit dem vielseitigsten und epischsten Werk ihrer Historie. Das Album ist beeindruckend ausgearbeitet und es lassen sich vielerlei Feinheiten in der ganzen Soundgewalt entdecken. Es ist ein Album voller nordischer Hymnen, die mit toller Atmosphäre ein heroisches Gefühl entfachen und die Seele mit Stärke erfüllt. Ein wahrlich göttliches musikalisches Festmahl! Ich liebe es!

English version

Melodic Death Metal

WOLFHEART (Homepage, Facebook) were formed in 2012 and since then the Finnish giants have always been a guarantor for good to very good albums.

The last album ‚Wolves Of Karelia‘ dealt with the region of Karelia, which not only stands for endless untouched nature and wilderness, but also played a role in conflicts between Finland and Russia because of its special geographical location. At that time it was already apparent that WOLFHEART were giving their music more and more of an epic touch and denser atmosphere. (Review)

Now the release of the new album „King Of The North“ is coming up on 16.09.’22. The band itself certainly needs no introduction. Therefore we get directly into the album.

Hammer of the North

Signs of wear and tear seem to be foreign words for WOLFHEART. Just as little has the band changed their style, rather always evolved. They stay true to their sound without treading water or degenerates into boredom. Of course, a certain development is not missing. One goes the way of the last album further and seems to me, as if WOLFHEART have perfected their sound.

For this development stands directly at the beginning of the monstrous opener „Skyforger“, the longest song on the album. This was rather unusual in the past, but has now established itself more often by many bands. „Skyforger“ introduces the listener to the action in epic fashion. Melodic riffs with mysterious choir vocals in the background form the introduction, which slowly but surely increases in volume and hardness, to finally set the stage for the harsh growls. WOLFHEART unite their enormous potential in this song and show impressively that they are quite capable of composing opulent songs.

Epic monstrosities

The vehemence with which WOLFHEART burst forth is still impressive. „Ancestor“ breaks away in a destructive manner. The blast beats blow your mind. And yet, through clever changes in tempo and atmospheric appearance of the song, they manage not to let it become clumsy and dull. At this point I would also like to highlight the mega guitar solos that are a blast throughout the album. On this song, singer Jesse Leach from KILLSWITCH ENGAGE did the honors and did his part to make this song a special anthem.

Between melodic feeling and monumental destruction

„Knell“ drives again more on the melodic track and delicate piano sounds shape this song. It’s hard to believe how great this symbiosis of actually opposing sound worlds works, because you are far away from a ballad-like appearance when the powerful riffs sound.

„Desolated Land“ is a very special treat and is THE anthem of the album for me.I was very enthusiastic about the powerful clean vocals. And even if the song starts relatively restrained with a melancholic attitude, in the middle of it it develops into a raging storm with a unique electrifying guitar solo.

For the song „The King“ an impressive video was shot in a wonderful winter landscape. It is one of the most melodic songs on the album and stomps very majestically through the high snow.

A wild bunch

WOLFHEART have always been and also melodies were never foreign to the men, but on the new album the melodies are given even more space. This applies especially to the vocals, which are now also used in clean form by Vageliss Karzis and Lauri Silvonen. But you don’t have to worry that WOLFHEART have mutated into a children’s choir or that the sound is somehow softened.

Rather, they enrich the colossal sound and give the songs an even more sublime aura. In my review of the last longplayer „Wolves Of Karelia“ I described a sound that goes more in the epic direction and is partly supported by orchestral elements. Well, this way they have gone further and even if the sound has turned out more melodic, the wolves are still very biting. If you listen to the song „Cold Flame“ for example. In a wild chase, the song breaks mercilessly forward and then even degenerates into pure frenzy, for which guest musician Karl Sanders of the band NILE is partly responsible.

A touching final track

The closing track „Eternal Slumber“ could not be more fitting in its design for the end of the album. This could even be called a ballad, only in WOLFHEART manner. A melancholic mystical composition with usual power that pours into a longing chorus that touches the heart. And both voices in the duet also exert a special fascination. Also they wouldn’t be WOLFHEART if they wouldn’t include another fast-paced passage. And once again a divine guitar solo resounds in the ears. A song for goose bumps feelings!

Conclusion

WOLFHEART do not let themselves be distracted and stick to their brute monumental metal. With „King Of The North“ they put the crown on their sound and shine with the most versatile and epic work of their history. The album is impressively elaborated and many subtleties can be discovered in all the sound power. It is an album full of Nordic hymns that ignite a heroic feeling with great atmosphere and fill the soul with strength. A truly divine musical feast! I love it!

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Bildquellen

  • WOLFHEART King Of The North Cover+Infos: Cover+Infos-->Napalm Records // Rest-->Pixabay
  • WOLFHEART King Of The North Titelbild photo credit to Teppo Ristola: Napalm Records

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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