WOLFHEART – Wolves Of Karelia (VÖ 10.04.2020)

Wolfheart

„Du weißt nichts, Jon Schnee!“

Wer kennt diesen berühmten Satz aus der „Game Of Thrones“-Saga nicht?

Jon Schnee, der kühne Held, bekommt diesen Satz von seiner rothaarigen heißblütigen Geliebten aus dem nordischen Volk im kalten Hinterland jenseits der Mauer immer mal wieder zu hören.

Apropos kaltes Hinterland… Nehmen wir uns noch mal den Albumtitel vor:

Wolves Of Karelia“.

Um etwas gegen mein „Nichtwissen“ zu tun, habe ich mal aus Neugierde recherchiert, um etwas mehr zu erfahren, was sich hinter dem Begriff oder dem Ort „Karelia“ verbirgt. Tatsächlich ist es kein Phantasiename, sondern hat einen ernsten realen Bezug zu einer Region in Nordosteuropa, welche sich genau zwischen Finnland und Russland befindet. In der geschichtlichen Vergangenheit war diese Region mehrfach heftig umkämpft, bis es schließlich zwischen Finnland und Russland aufgeteilt wurde. Auf der finnischen Seite befinden sich nun Nord- und Südkarelien. Diese Thematik wird später noch in diesem Bericht interessant, wenn man sich die Worte von Frontmann Tuomas Saukkonen zu Gemüte führt.

Die Region hat aber noch etwas anderes zu bieten. Wer die Natur liebt und sich mal abseits von allem bewegen will, der sollte sich auf den Weg dorthin machen. Unberührte, nie enden wollende Wildnis mit Meeren von Wäldern breitet sich vor einem aus. Im Internet habe ich eine schöne Seite entdeckt, die sich mit der Region beschäftigt. Eine Frau hat sich auf den Wolfspfad begeben und dazu einen wirklich schönen Bericht mit noch schöneren Fotos veröffentlicht. Der Beitrag hier ist auf jeden Fall lesens- und sehenswert. Aber zurück zur Plattenvorstellung.

Kolossal wie eh und je

geben sich die Hünen von WOLFHEART auch auf dem neuen Album. Man darf sich auf ein DEATH-Metal-Spektakel der Extraklasse freuen. Der Sound ist sehr dicht konzipiert und der Hörer wird von einem Soundgewitter zum nächsten getragen.  

Was haben die Finnen nun anders gemacht als beim Vorgänger. Nicht viel, denn besser kann man es kaum machen.

Trotzdem wurde natürlich hier und da am Sound gebastelt und ich bin der Meinung, dass das neue Material in einigen Bereichen noch wilder und druckvoller wirkt, aber auch eine Spur epischer ausgefallen ist. Das ist mir vor allem bei dem eher gemäßigten Song „Ashes“ aufgefallen, der für mich eines der Highlights auf dem Album ist. Dazu ist bereits seit Februar ein Lyrik-Video veröffentlich worden, was ich wirklich sehenswert finde. Die wahnsinnig beeindruckende, unberührte Natur Kareliens wird einem dort eindrucksvoll vor Augen geführt.

Der Song beginnt sehr ruhig und zurückhaltend mit einer wohlklingenden Akkustikgitarre und entpuppt sich dann zu einem epischen Monstersong. Zusätzlich betonen Streichinstrumente diese epischen Momente. Der Song erfährt seine Besonderheit durch die unterschiedliche Songstruktur. Einerseits diese rauen harten Riffs, dann wieder dieser epische Einsatz der Leadgitarre gepaart mit dem gutturalen Gesang. Ich bin der Meinung, dass dieser Song die Natur in all ihrer unendlichen, unberührten Weite, aber auch in ihrer Unbarmherzigkeit, vortrefflich beschreibt. Es ist für mich ein herausragender Song.

Die Natur als Amboss

Mit dem zweiten Video vom Song „The Hammer“ finde ich wieder den Bezug zu meiner geschichtlichen Anmerkung zur Region Karelien. In dem Gebiet wurden immer wieder Kämpfe zwischen Finnland und Russland ausgetragen.

WOLFHEART-Frontmann Tuomas Saukkonen erzählt über den Inhalt dieses Songs:

(Übersetzung aus dem Englischen durch den Verfasser.)

“ ‚The Hammer‘ ist das beste Lied, um die finnische Beharrlichkeit und Willenskraft zu auszudrücken. Niemals kapitulieren! Niemals zurückziehen! Die letzte Verteidigung! Der Hammer des Nordens! Diese Zeilen unterstreichen wirklich die Tatsache, dass unabhängig von den Bedingungen der Feind gestoppt werden musste. Die Natur war der Amboss und man musste ein Hammer werden, so dass zwischen diesen beiden keine Invasionsarmee überleben konnte. Mit dem Video wollten wir die Brüderlichkeit in der Band und der Crew im Gegensatz zum Zorn der Texte widerspiegeln.

Das Lied spielt geschickt mit verschiedenen Elementen und wird sehr mächtig mit orchestralem Anteil eingeleitet. Im Laufe des Songs wechseln die massiven Parts zu wilder Raserei, als ob Thor persönlich wie von Sinnen seinen Hammer kreisen lässt und die Töne wie Donnergrollen vom Himmel niederfahren. Zum Ende hin versöhnt eine akkustische Gitarreneinlage die Gemüter und entschleunigt das Ganze. Dies wird durch das schöne instrumentale Zwischenspiel „Eye Of The Storm“ weiter fortgeführt.  Mit dem durchschlagenden „Born Of Fire“ findet dies aber sein jähes Ende und es geht wieder in die Vollen.

Einen hab´ ich noch

Ich möchte den Song „Hail Of Steel“ als Opener des Albums nicht unerwähnt lassen, denn auch dieser wurde bereits mit einem Video visuell umgesetzt. Es ist ein sehr aufwendiges Video, welches das Thema Krieg und Kampf thematisiert. Es ist ebenfalls ein mächtiger bombastischer Song, der das Album mehr als würdig einleitet.

Fazit

WOLFHEART gehen ihren Weg konsequent weiter und wandeln auf sicheren Pfaden. Die Hünen aus Finnland erheben sich wie die gewaltigen majestätischen Schattenwölfe aus „Game Of Thrones“ und begeben sich unaufhaltsam auf Streifzug durch Karelien. Dabei geben sie sich noch druckvoller, eine Spur wilder und noch epischer als auf ihrem letzten Album „Constellation Of The Black Light“ (hier von uns vorgestellt).

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Wolfheart: Amazon

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechs + acht =