INTENSE – Wiederholungstäter an der Mühle
Mit INTENSE aus Basingstoke im Westen von London gibt es zum wiederholten Male eine Band aus Großbritannien beim RAGE AGAINST RACISM.

In the Beginning…
Die Band existiert bereits seit Ende der 1980er Jahre und trat 1991 mit einem ersten Demotape in Erscheinung. Nach zwei weiteren Demos gab es 1997 eine EP. Mit dem ersten kompletten Album 2004 stellte sich auch ein bis heute bestehendes stabiles Line Up ein.

Am letzten Wochenende hatte der Hellion den Bandgründer und Sänger Sean Hetherington zumVideointerview in der Leitung.
Metal-Heads.de (MH): Hallo, Sean. Wie besprochen habe ich dem Interview einige Infos zum Werdegang der Band vorangestellt. Euer seit 2004 stabiles Line Up – inwieweit ist das verantwortlich dafür, dass ihr immer noch aktiv die Metalszene bereichert?
Treue Mitarbeiter und eine gute Chefin
Sean Hetherington (SH): Das hat einen großen Anteil. Denn wir müssen nicht zusätzlich zu allen anderen Schwierigkeiten, die man als kleine Band sowieso in diesen Zeiten hat, auch noch auf die Kontinuität bei Neuzugängen in der Band achten. Ich habe immer mal wieder gehört, wir seien eine „Hobbyband“. Das stimmt insoweit, als dass niemand von uns von der Band leben kann. Wir haben alle unsere day jobs. In meiner Arbeit leite ich ein großes Team von fast 40 Leuten und muss notgedrungen viel Zeit in diese Aufgabe investieren. Ich bin seit dem Tag eins mit langen Haaren und schwarzen Shirts unterwegs, wenn ich nicht einen der seltenen Kundenkontakte habe. Aber die Vorgesetzte meines direkten Chefs ist auch Metalfan, deswegen komme ich wunderbar klar mit meiner Leidenschaft. Alles rund um INTENSE, die ich lange Jahre alleine gemanagt habe, ist mein Ausgleich und mein Kontrast zum Alltag.
INTENSE – weltbekannt in Westeuropa
MH: Bei „Hobbyband“ habe ich gerade gezuckt. Wenn man sieht, wo, in welchen Locations und mit wem ihr schon gespielt habt, ist Hobbyband fast eine Frechheit, oder?
SH: Wir sehen das überhaupt nicht so eng. Außer auf heimischen Bühnen sind wir in Deutschland, Belgien und den Niederlanden in den 2000er Jahren regelmäßig aufgetreten. 2005 bei einem der ersten Dong Open Airs ganz hier in der Nähe, beim Metal Bash in Hamburg oder einige Jahre darauf beim Headbangers Open Air. Meine Highlights waren Auftritte mit den Jungs von THE RUFFIANS und 2008 eine Tour mit BLITZKRIEG.

Eine Heimat in der Fremde?
MH: Wo wir gerade berühmte Locations aufzählen: wie waren für euch die Gigs am 23.07.2004 und am 17.11.2006?
SH: (mit gespielter Begeisterung in der Stimme) Highlights durch und durch. Du sprichst unsere ersten beiden Auftritte in der Mühle an, wo auch das RAGE AGAINST RACISM stattfindet. Das ist wirklich wegen der einzigartigen Location mit der Umkleide im runden Mühlenturm und wegen des jeweils tollen Tages in Erinnerung geblieben. 2004 hatten wir zwei Tage vorher unseren ersten Gig überhaupt außerhalb von Großbritannien und deshalb war der Impact noch größer als 2006. Dazwischen hatten wir auf dem Dong das größte Publikum bis dahin vor unserer Bühne.
Erzwungener Neustart
MH: In 2020 habt ihr zu den großen Pechvögeln gehört. Euer viertes und bislang letztes Album „Songs of a Broken Future“ wurde in den ersten Wochen der Pandemie veröffentlicht und hat live keine Sonne gesehen.
SH: Oh, ja. Es hat fast zwei Jahre gedauert bis zum ersten Gig nach Covid. Und zum RAGE geht es zum ersten Mal wieder auf das Festland.
Stream for me, Duisburg!
MH: Wie sieht es um die Rechte an den bisherigen Alben aus? Bestünde auch die Möglichkeit, eure Musik inklusive der Demos und der EP digital zur Verfügung zu stellen? Zum Beispiel bei Plattformen wie Bandcamp, wo für die Bands spürbar Geld übrig bleibt?
SH: Momentan sind wir in der Tat „nur“ bei Spotify dabei. Durch den Ablauf der Zeit dürften die Rechte wieder bei uns liegen. Das wäre wirklich mal etwas, was man in Angriff nehmen könnte.
The next hot shit
MH: Nicht nur live geht es weiter mit INTENSE. Ihr seid auch im Studio für ein neues Album. Wie ist da der Stand der Dinge?
SH: Wir liegen in unserem selbst gesetzten Zeitplan für eine Veröffentlichung im späten Sommer. Ich hatte dir den bereits fertigen Song „Hunger Within“ schon geschickt. Dazu arbeiten wir parallel an einem Lyric-Video. Das bekommen wir noch vor unserem Auftritt beim RAGE hin.

Metallisch sozialisiert
MH: Sean, du hast nie ein Geheimnis daraus gemacht, für welche Musik dein Herz schlägt und man hört das auch auf allen Alben seit 2004. Was ist aktuell für dich hörenswert?
SH: Ich bin bei meinen Favoriten immer dabei, auch bei älteren Songs. ICED EARTH, BLIND GUARDIAN, unsere Landsleute von DRAGONFORCE. Momentan toll finde ich die aktuelle EVERGREY und ich habe auch schon bei CRIMSON GLORY reingehört. Ich freue mich auf das KIT Legions-Festival im August bei euch in Deutschland, wo ich einige fantastische Bands nach einiger Zeit wieder sehe. Meinen akuten Bedarf an SAVATAGE habe ich mit dir und Doc Rock letztes Jahr in Oberhausen schon gedeckt. Aber da kann ich noch eine Dosis vertragen.
Ready to Rumble…!

MH: Was ist dein Ausblick auf den RAR-Samstag, wenn ihr euren Auftritt habt?
SH: Wir sind früh dran mit unserem Slot [13:50h; MH.de]. Das ist aber absolut ok für uns. Wir spielen circa 40 Minuten und eröffnen mit „Hunger Within“. Nach dem Gig freuen wir uns auf ein deutsches Bier und einige tolle Bands, die wir mit allen vor Ort abfeiern wollen.
Das Lyric-Video liefern wir nach. Wort!
Mehr Informationen zu den Veröffentlichungen von INTENSE gibt es wie immer auf Metal Archives.
Wer checken möchte, wo er Sean und seine Kollegen schon gesehen haben könnte, ist auf der Homepage gut aufgehoben.
Up-to-Date bleibt ihr bei INTENSE auf Facebook und dem Instadings.


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