Dong Open Air 2019 – Der zweite Tag

Dog Eat Dog - John Connor - Publikum
Dog Eat Dog - Dong Open Air 2019

Das Dong Open Air 2019 in Neukirchen-Vluyn feierte am 12.07.2019 den zweiten Festivaltag.


Dong Open Air 2019 – Der zweite Tag


Nachdem unser Metal-Heads.de Team Uwe und Scumbag für euch über den ersten Festivaltag berichten durften (Bericht Tag 1) und unser DocRock mit Teil 3 bereits vorgeprescht ist, wurde die Berichterstattung für den Freitag an Treasureman übergeben. Ob der zweite Festivaltag zu den „Holidays in the sun“ wurde oder ob böse Mächte eventuell die Sonne verdunkelten, erfahrt ihr jetzt im zweiten Teil unserer Reportage! Viel Spaß!


Deathcode Society aus Frankreich


Wir starten unsere Berichterstattung um 15 Uhr mit den Symphonic-Death-Black-Metallern von Deathcode Society. Das Quintett setzt sich aus Musikern aus Südfrankreich und England zusammen und existiert schon seit 2009. Allerdings hat es die Band bisher nur auf ein reguläres Studioalbum (Eschatonizer-2015) und ein Live-Album (The Armageddon Carnival-2018) gebracht. Und was direkt offensichtlich wird, ist die Tatsache, dass die Musiker partout nicht erkannt werden möchten. Gehören doch Maskerade und Vermummung fest zum optischen Gesamtbild der Armageddon Metaller. Dementsprechend düster und apokalyptisch ist auch der Sound der Band, der den Zuschauer direkt in die tiefsten und dunkelsten französischen Katakomben zerrt.

Die beschworene Apokalypse

Und als ob das nicht schon alles düster genug wäre, ziehen sich auch noch die Wolken über dem Dong Berg zusammen und es beginnt wie aus Kübeln zu schütten. Innerhalb von Minuten wird der Festivalplatz unter Wasser gesetzt und kleine Bäche laufen in das Festzelt hinein. Beginnt nun die Apokalypse? Na glücklicherweise nicht, obwohl die Atmosphäre stimmt und sich der orchestrale Black-Death-Metal der Marke Emperor / Dimmu Borgir jetzt richtig ausbreiten kann. Durch das Unwetter ist mittlerweile das Zelt komplett gefüllt und die Gesellschaft um Sänger/Gitarrist Arnhwald Rattenfänger bekommt die nötige Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Mit einem mächtigen Blastbeat-Inferno endet die Show punktgenau nach 45 Minuten.



The Crimson Ghosts aus Köln


Es bleibt düster. Jedenfalls auf der Bühne mit den Kölner Horrorpunkern The Crimson Ghosts, die um kurz nach 16 Uhr rocken dürfen. Das Grusel-Quartett war 2014 schon Gast hier auf dem Dong und kann auf eine größere Anzahl Fans vertrauen. Zudem haben die Misfits-Freaks ihr aktuelles Album „Yet Not Human“ dabei. Wir sind gespannt auf die Rocker, die die Totenkammer des Kölner Doms wieder verlassen haben, um die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Aber so schrecklich sieht Sänger Vlad gar nicht aus. Und anscheinend freut er sich auch über die ganzen Fotografen vor der Bühne, so dass er sich um Ernsthaftigkeit bemühen muss. Sein Bass spielender Sidekick Monstro dagegen sieht mit seinen unterschiedlichen Augenfarben schon recht cool aus!

Überzeugend und solide

Der Einstieg in „Patchwork Fuckface“ erfolgt fehlerfrei und mühelos. Die Band bringt ihren angenehm eingängigen Rock zum Besten und erntet dafür mehr als nur den Anstandsapplaus. Songs wie: „Bloodred“ , „Unleashed“ und „Rebirth“ stehen heute auf dem Plan und kommen sauber und solide rüber. Die Domstädter nutzen ihre 45 Minuten Spielzeit und können in Neukirchen-Vluyn punkten. Die Ghoulies beenden mit Metallicas „Creeping Death“ ihren Auftritt und wir sind alle froh, dass wir den Auftritt überlebt haben.



Impureza aus Frankreich und Spanien


Als wir den Namen Impureza lesen, denken wir an eine vielleicht griechische Kapelle. Das ist natürlich falsch aber immerhin verbindet die Band mehrere Kulturen. Aus Frankreich und Spanien stammend bietet der Fünfer rasanten Death Metal mit spanischer Folklore. Dazu wird die Bühne schön festlich zurecht gemacht und auch traditionelle Akustik Instrumente finden Platz im musikalischen Kosmos der Band. Coole Sache denken wir und erwarten schon fast feierliche Töne. Doch weit gefehlt! Nach einem Intro wird das Dong Open Air gefühlt von einem Death Metal Panzer überrollt! „Sangre para los dioses“ und „Besar la mano del infame“ reichen schon, um zu erkennen das brutaler Death und schleppender Doom Metal auch zusammen funktionieren können.

Blastbeats und Flamenco

Donnernde Blastbeats, die martialisch gegrunzten Vocals von Frontmonster Esteban Martín treffen hier auf rhythmischen Flamenco. Das erweist sich als wirklich krasse Mischung. Esteban lässt ordentlich die Matte kreisen, was natürlich ins Publikum übergeht. Amtliche Moshpits entstehen und sorgen für Bewegung. Leider gehen die Instrumental-Parts ein wenig in den Blastbeats unter. Unterm Strich bleibt aber eine energiegeladene Death Metal Show mit spanischen Texten übrig. Für Fans dieses Genres definitiv ein Gewinn!



Storm Seeker aus Neuss


Nach den ganzen heftigen Bands gibt es ab 18:15 Uhr einen Stilwechsel mit den aus Neuss stammenden Storm Seeker. Die Piraten Folk Metaller sind auch schon alte Bekannte hier auf dem Dong und der Metal-Heads.de-Redaktion noch in bester Erinnerung vom letztjährigen Rage Against Racism Festival in Duisburg. Seit dem Auftritt auf dem RAR ist die Formation weiter gereift und konnte viele Auftritte verbuchen. Nur an der Drehleier gab es eine Neubesetzung in Person von Fabi. Beste Voraussetzungen also das Dong Open Air erfolgreich zu Entern! Und so geschieht es auch. Die sympathischen Piraten versprühen mit ihren Tracks „Jack“ , „Pirate Squad“ und „Shoot This Ship Down“ einfach unbändige gute Laune.

Entertainer Timothy

Das Publikum hat auch richtig Bock zu feiern und gibt ordentlich Gas! Sänger/Bassist Timothy agiert ganz im Stile eines Entertainers und findet immer die besten Worte, um den Pit richtig anzuheizen! Während den laufenden 45 Minuten kommen wie gehabt alle Instrumente wie die Drehleier, Cello und Tin Whistle zum Einsatz, was die Band zu etwas besonderen macht! Mit den Songs „Chop The Head Off“ und „Rum“ endet der wirklich kurzweilige und ganz starke Auftritt!



Dog Eat Dog aus New Jersey


Nach den doch noch recht jungen Storm Seeker kommt ab 19:20 Uhr die dienstälteste Band des Festival-Freitags zu ihrem Auftritt. Dog Eat Dog die Crossover-Legende. Als diese Band mit ihren Hits „Who´s The King“ , „No Fronts“ oder „Expect The Unexpected“ die Charts enterten, dürfte ein Großteil der heute anwesenden Besucher noch gar nicht auf der Welt gewesen sein. Und so waren wir extrem auf die Reaktionen aus dem Pit gespannt, da man ja davon ausgehen musste, dass es sich hier heute in Neukirchen-Vluyn nicht nur um Die-Hard-Fans der Band handeln dürfte. Aber so etwas wie Berührungsangst oder stilistische Ausgrenzung ist für einen John Connor (voc.) seit jeher ein Fremdwort, wie er direkt mit dem Opener „Thing/In The Doghouse“ beweist.

Das kann auch Mal ins Auge gehen

Kurze Intervention mit den Zuschauern und die Band ist schon auf der Siegerstraße! Immer wieder faszinierend diese Combo! Angesichts der Best-Of-Setlist ist aber auch wirklich gar nichts anderes zu erwarten. Ob die älteren Hits wie „Pull My Fingers“ oder die neueren Songs wie „Vibe Cartell“ , alle Tracks werden begeistert von den Fans aufgesogen und abgefeiert! Das hier ist eine Mischung aus Punk-Rock, Heavy Metal und Reggae der bis auf die Knochen zelebriert wird. Stolz hält Basser Dave sein schwer angeschwollenes Augenlid in die Kamera. Da hatte er sich kurz vorher seinen Bass reingerammt.

Keinen Tag gealtert

So ist die Band. Bodenständig, ehrlich und immer bereit alles zu geben! Heute auch! Wir könnten selbstverständlich auf jeden einzelnen Musiker eingehen, aber das brauchen wir nicht. Die Crossover-Legende um Main-Man JC (der übrigens einen Tag später Geburtstag feiert) hat die Show zu jeder Minute im Griff und begeistert mit jedem Move! Highlight!



Insomnium aus Finnland


Mit den Melodic Death Veteranen von Insomnium gibt es nach den Party-Königen einen krassen Stilwechsel. In den Texten der Band handelt es sich weitestgehend um Trauer, Verlust und Schmerz. Passend dazu wird das Licht gedämmt und die Bühne verdunkelt. Schwermut zieht ins Dong-Zelt ein. Technisch einwandfrei dargeboten und auf seine ganz eigene Art faszinierend! Die Band hat sehr viele Fans am Start, die sich ganz dem Schmerz hingeben möchten. Bei Insomnium handelt es sich immerhin um eine Band, welche die mehrfach die deutschen Charts geknackt hat! Die Männer um Sänger/Basser Niilo Sevänen starten mit dem Song „Equivalence“ von ihrem 2009er Album „Across The Dark„. Sofort ziehen uns die Finnen in einen Strudel des Abgrunds.

Pure Energie für 3500 Besucher

Was für eine Energie! Allerdings muss man so etwas mögen. Aber die anwesenden 3500 Besucher mögen es! Song um Song! Headbanger wohin das Auge reicht! Es folgt „Where The Last Wave Broke„. Was für ein Brocken! Erstklassiges Death Metal Riffing, wie man es besser nicht hinbekommen kann! Die Finnen drehen in ihren verbleibenden 60 Minuten voll auf! Präsentieren Songs aus ihrem 22 jährigen Schaffen. Wer die Band bisher nicht kennt, der sollte sich mal die Songs: „The Killjoy„, „Into The Woods“ oder „While We Sleep“ reinziehen! Die Festival-Besucher haben es gemacht und die Reaktionen im Pit sprechen Bände! Viele Fans verlassen das Zelt mit strahlenden Gesichtern und uns kommt im Anschluss wirklich kein negativer Kommentar zu Ohren! Krasse Performance!



Alestorm aus Schottland


Nach der Schwermut kommt der Headliner des Freitags. Alestorm! Und die sind bekanntermaßen alles, nur nicht schwermütig! Au Mann, was für ein Haufen! Alleine die Bühnendekoration, deren Mittelpunkt eine ca. 1,5 Meter große Plastikente bildet, ist schon ein ungewohntes Bild. Vor allem mit dem Hintergrund, dass die Band ja angeblich eine Art Viking-Metal spielt. Aber schon ein Blick auf die Protagonisten lässt eine außerordentliche Prise Humor erahnen. Was ich persönlich sehr sympathisch finde und sofort das Eis schmelzen lässt. Na klar, den meisten hier im Zelt wird die Band um Frontmann/Keytarspieler Christopher Bowes schon ein Begriff sein. Mittlerweile hat die Band auf allen großen Festivals rund um den Globus gespielt!

Des Piraten Schottenrock

Und diese Routine merkt man den Musikern auch direkt an. Auch wenn die mittlerweile wohl nicht mehr ganz nüchtern sein dürften. Genannter Christoph ist auch der auffälligste Musiker der Band, da er ein Keytar (ein umhängbares Keyboard) spielt. Dazu trägt er auch einen traditionellen Schottenrock. Spart Euch bitte die nächste Frage! 😉 Los geht die Sause mit dem Track „Kheelhaunted“ und was Neukirchen-Vluyn ab da an erlebt, ist wirklich unfassbar! Ehrlich, die Masse gibt sich total den Schotten hin. Singt, tanzt, springt quasi durch das ganze Zelt! Ein Kickstart von Null auf Hundert! Bis hierhin haben die Security Leute im Graben nahezu einen ruhigen Abend verlebt. Das was sich unserem Auge jetzt bietet ist pure Ekstase und bringt Crowdsurfer ohne Ende!

Der Tag der toten Ente

Und das dürft ihr wörtlich nehmen. Wie auf einem Hardcore-Konzert! Whoop! Christopher, Gareth, Mate, Peter und Elliot machen einen exzellenten Job. Blödeln sich durch ihren Auftritt und drücken ordentlich auf das Gaspedal. „Magnetic North“ , „Nancy The Tavern Wench“ und die Bandhymne „Black Sails At Midnight“ es kommt alles wie aus einem Guss! Und die Emotionen schwappen nur so aus dem Publikum auf die Bühne. Selbst ein Sexspielzeug findet irgendwie den Weg auf die Bühne, wo es natürlich gerne in den Set eingebaut wird. Zum Schluss wird dann auch noch die Party-Ente zum sterben in den Pit geschmissen!



Dong Open Air 2019 – Das Ende des zweiten Tages


Lange haben wir nach dem triumphalen Auftritt noch Ohrwürmer wie „Mexico“ oder „Fucked With An Anchor“ oder die Coverversion „Hangover“ im Ohr. Verdammt, was für ein geiler Tag!

Natürlich werden wir auch im nächsten Jahr über das Dong Open Air Festivals berichten. Ein solch geiles Festival ist immer einen Besuch wert!!!


1: Deathcode Society:

2: The Crimson Ghosts:

3: Impureza:

4: Storm Seeker:

5: Dog Eat Dog:

6: Insomnium:

7: Alestorm:

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Bildquellen

  • Deathcode Society – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • The Crimson Ghosts – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Impureza – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Storm Seeker – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Dog Eat Dog – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Insomnium – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Alestorm – Dong Open Air 2019 – 12.07.2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Titelbild: Dog Eat Dog – Dong Open Air 2019: © 2019 by Metal-Heads.de/Treasureman
Treasureman

Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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