Abaddon – The Wayfarer

Vom Bier zum Review

Da stehe ich letztens mit ein paar Bekanten auf dem Dong Open Air und trinke kaltes Bier. In dieser illustren Runde sollte auch Christopher stehen, den ich bis dato nicht kannte. Man kommt so ins Gespräch und es stellte sich raus, das er in einer Band trommelt, die sich Abaddon schimpft. Nie gehört, aber das geht mir leider bei vielen Bands so. Wir sind an dem Abend mit dem Versprechen auseinander gegangen, dass ich mir das Album anhören werde.

Abaddon

Ein paar nackte Fakten gebe ich immer gern mit und das soll auch hier nicht anders sein. Der Sitz der Band ist in Wesel und die fünf bezeichnen sich selbst als Symphonic Metal Band. An anderer Stelle auch als Black Symphonic Metal Band. Ok, elektronisch wird es also werden. Ich bin gespannt. Da ich mich bei dem Namen dauernd verschreibe (ich will immer „abandoned“ schreiben), musste ich erst mal Wikipedia bemühen, was das eigentlich zu bedeuten hat.

Abaddon (von hebräisch abad „Untergang“, „Abgrund“ über griechisch abaton „Grube“)

The Wayfarer

Es erwarten mich 9 Songs verteilt auf 41 Minuten. Die meisten Lieder sind um die 4 Minuten lang. Der erste Track heißt gleich mal wie die Band und startet mit einem Intro, wo ich mich im ersten Moment etwas erschrocken habe. „Äh…Huch?!“. Das trägt etwas dick auf, aber ok…ich bin hier im Symphonic Metal Bereich, da macht man das wohl so. Dann setzt aber der Gesang ein und der hat mich direkt wieder beruhigt…tiefe Stimme mit Growls, dazwischen immer wieder hoher Klargesang. Sehr melodische, beinahe epische Grundstimmung mit viel Gitarre. Danch folgt „One by One“ und das gefällt mir doch direkt…schnelles Tempo, Growls, ein Breakdown und es wird melodisch, geil. Finde ich echt richtig gut. Mit „Shadowstalker“ folgt ein richtiger Killertrack, der mit Growls startet und plötzlich – wie aus dem Nichts – von einer wunderschönen weiblichen Stimme begleitet wird. Klingt sehr harmonisch und fügt sich gut ein, erinnert mich an den alten Sampler „Beauty in Darkness“.  Definitiv hitverdächtig, der Song.

„The Fallen“ und“Fields of Sorrow“ machen genau in dem Schema weiter. Wieder zwei starke Tracks, die mich ansprechen. Insgesamt einiges an Black Metal und Melo Death Einflüssen im ersten Teil und der Shouter macht einen super Job.

Die Symphonic Keule

Dann kommt Teil 2 der CD und irgendwie ist da ein kleiner Bruch drin. Für mich insgesamt eine Spur zu viel elektronisches. Der Drummer kommt zu wenig raus in den letzten Songs. „Dein Sancta Sanctorum“ kann mich dann auch nicht mehr so richtig packen, der Refrain ist mir einfach too much. Leider verliert sich die Scheibe dann generell etwas in diesem Stil. Denn auch „Starburst: Prometheus‘ Call“ macht ähnlich weiter. „Bale“ startet gut und macht es insgesamt wieder etwas besser, als die 2 Tracks davor. „The Wayfarer“ schlägt zum Abschluß nochmal in die epische Kerbe und startet wie ein melodisches Outro, trägt dann aber wieder zu dick auf, ähnlich wie „Abaddon“ beim Intro.

Fazit

Ein Fazit muß es immer geben, auch wenn ich mich hier etwas quälen muß. Nicht weil das Album schlecht ist, dass ist es auf gar keinen Fall. Sondern weil ich meinen persönlichen Geschmack ein wenig zügeln  muß, bezogen auf die zweite Hälfte der CD. Und wenn mir das gelingt, dann haben wir hier ein tolles Album vorliegen, mit ein paar kleinen Schwächen in der Mitte und am Ende. Alleine die Tracks 2-5 sind es Wert, sich die Scheibe rein zu ziehen, die sind wirklich überdurchschnittlich. Auch wenn auf dem Album in der Hauptsache nicht mein Musikstil vertreten wird, schafft die Band es trotzdem, mich mit diesen Songs absolut zu fesseln. Am Rest kann ja noch gefeilt werden. Ich hoffe wirklich sehr, dass von der Kombo in Zukunft noch mehr kommt.
In dem Sinne…support the Underground, Leute. Gebt diesen jungen Musikern bitte ordentlich Klicks in den sozialen Medien als Bestätigung für ihre Arbeit. Das Album kann übrigens auf Spotify und Youtube gehört werden, falls ihr es nicht direkt blind kaufen mögt.

Anspieltipps sind auf jeden Fall „One by One“, „Shadowstalker“ und „The Fallen“.

Tracklist

  1. Abaddon
  2. One by One
  3. Shadowstalker
  4. The Fallen
  5. Fields of Sorrow
  6. Dein Sancta Sanctorum
  7. Starburst: Prometheus‘ Call
  8. Bale
  9. The Wayfarer

Lineup

Darius Widera – vocals and programming

Marek Widera – guitar

Torsten Stoltenow – guitar

Steffen Schmitz – bass guitar

Christopher Lankes – drums

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Bildquellen

  • Abaddon: Christopher Lankes - Abaddon
  • Abaddon – Live: Christopher Lankes- Abaddon
  • Abaddon – Beitrag: Christopher Lankes - Abaddon
Moldi

Moldi

Angefangen hat der Metal Virus im zarten Alter von 15 mit einer Iron Maiden LP aus dem Gebrauchtplattenladen. Mein Geschmack ist inzwischen sehr breitbandig, gehört wird, was gefällt.

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