Deep Purple – „SPLAT!“ (VÖ: 03.07.2026)
Mit ihren drei Vorab-Singles „Arrogant Boy“ , „Diablo“ und „Guilt Trippin´ “ haben Deep Purple bereits ordentlich die Werbetrommel für ihre neue Scheibe „SPLAT!“ gerührt. Am vergangenen Freitag ist mit „SPLAT!“ das 23. Studio-Album dieser Rock-Legende erschienen. Wir von metal-heads.de stellen euch den Longplayer hier heute gerne vor.
Das Konzept hinter „SPLAT!“
Wie bereits im Vorfeld berichtet (klick), liegt diesem Konzeptalbum folgende Idee von Sänger Ian Gillan – seines Zeichens auch schon junge 80 Jahre geworden – zugrunde: Das Ende der Menschheit sollte nicht als Zerstörung, sondern als Transformation jenseits der physischen Existenz begriffen werden. Metamorphose statt Apokalypse, so verpacken Deep Purple das Ende der Menschheit auf „SPLAT!“ gewohnt rockig in 13 neue Songs. Hier kommt für euch der Opener:
Die Hard facts zum heaviest Deep Purple-Album
Die Classic-Rock-Pioniere gehen bei ihrem neuen Masterpiece mehr hart als zart zu Werke. Das heaviest Album aller Zeiten – so auch die Vorab-Ankündigung – ist wirklich extrem druckvoll. Und besonders. Denn die Band um das einzig verbliebende Original-Gründungsmitglied aus dem Jahre 1968 – Schlagzeuger Ian Paice – den beiden im Folgejahr 1969 hinzugekommenen Ikonen Roger Glover (Bass) und Ian Gillan (Gesang), dem Hammond-Orgel-Tongeber Don Ailey (seit 2002 für den verstorbenen Jon Lord dabei) sowie „Youngster“ Simon McBride (Gitarre, seit 2022 Nachfolger von Steve Morse) hat sämtliche Songs als Quintett live eingespielt. Und zwar in den Sound Studios in Nashville/USA sowie den Noble Street Studios in Toronto/Kanada.
Das Ergebnis kann sich zuerst einmal mehr als sehen lassen. Sehen deshalb, weil das Vinyl in einem edel wirkenden, aufklappbaren Plattencover mit lackierter Prägeschrift daherkommt. Und neben den beiden 180 Gramm schweren – und auch im limitierten Lila oder Gelb erhältlichen – Langrillen zudem hübsch bedruckte Innenhüllen aufweist. Als weitere Zugabe gibt es ein 12-seitiges Booklet der italienischen Designer Jekyll & Hyde. Alles also sehr wertig. So macht das persönliche Unboxing vor dem eigentlichen Hörgenuss daheim bereits viel Freude.
Deep Purple spielen live
Aber kommen wir nun zum Wichtigsten: Zur Musik nämlich.Schon beim Opener „Arrogant Boy“ hört man ganz klar den für Deep Purple so markanten Hammond-Orgel-Klang heraus. Der gemeinsam live eingespielt noch einen Ticken echter, frischer und dynamischer klingt als „nur“ im Studio zusammengemixt. Große Klasse. Als Zweites sticht der glasklare, heavy klingende Gitarrensound heraus. Auch hier ein Lob, dieses Mal für den neuen Mann an den Saiten, Simon McBride. Drittens: Die geschliffen klare Produktion. Die hat man erneut einem guten alten Bekannten hinter dem Mischpult zu verdanken: Bob Ezrin nämlich. Dieser Herr hat ja seit dem Jahr 2013 sämtliche Deep Purple-Scheiben betreut. Eine Erfolgsgeschichte. Denn der Sound ist 1A. Bei den Soli dominieren abwechselnd Hammond-Orgel und E-Gitarre, ohne dass die satte Rhythmus-Fraktion zu kurz kommt. Der Mix und auch die finale Mastering-Version des Albums klingt einfach rund. Das muss man erst einmal so hinbekommen.
Unser Favorit
Mit „The Only Horse in Town“ catchen uns Deep Purple total. Was eine Orgel-Intro. Danach entwickelt sich der 4:41 Minuten lange Song zu einer absolut melodischen Hard Rock-Nummer, die in einem Ohrwurm-artigen Refrain mündet. Getoppt wird dies ab Minute 2:34 noch durch ein Gitarren-Solo, welches es in sich hat. Da haben die Mitwirkenden an diesem Track ganze Arbeit geliefert. Das Lied wäre als Instrumental-Stück für jede TV-Serie die absolute Wiedererkennungs-Melodie. Finden wir zumindest!
Das Album „SPLAT!“
Aber auch die weiteren Stücke haben es in Sachen qualitativ hochwertigem Songwriting sowie professionellster Produktion in sich. Ob nun ein Song wie „Sacred Land“ , der sich quasi von den ersten zarten Tönen – die fast wie Dudelsack-Klänge anmuten – zu einer richtig coolen Hardrock-Nummer entwickelt. Oder nehmen wir die bluesrockige Variante auf dem Album, den Track „The Beating Of Wings“ . Herausragend aber ist die Aufbau-Struktur von „Guilt Trippin´ “ . Klassisch anmutende Piano-Klänge sorgen zu Beginn für einen echten Gänsehaut-Moment auf „SPLAT!“ . Doch dann übernimmt die Gitarre, Drums setzen ein – und dieser Song kommt so richtig in Fahrt. Müsst ihr einfach mal selbst hören. Und vor allem: Die Boxen auf Maximum aufdrehen. Am besten hier und jetzt bei uns:
Britischer Humor in den Songtexten
Begriffe wie „Hoosanackamackerel“ oder „Schwanamagoo“ werdet ihr ebenso hören (im Song „Scriblin’ Gib’rish“ nämlich) wie auch ein Lied namens „Jessica’s Bra“ . Und wer da zotigen Altherren-Humor unterstellt, liegt natürlich total falsch. Handelt der Song doch einfach nur von einer Kneipe, in deren Namen es zu einem kleinen Buchstabendreher kam. Ian Gillan kann es halt immer noch. Pointiert seinen Humor einsetzen, ohne dass es zu klamaukig wird. Uns gefällt´s.
Unser Fazit
Nach dem letzten Nr.1-Album „=1“ von Juli 2024 haben sich Deep Purple weniger als zwei Jahre Zeit gelassen, um erneut einen klasse Nachfolger mit „SPLAT!“ aus dem Hut zu zaubern. Mit viel Liebe wurde nicht nur das Songwriting und die Produktion betrieben, sondern auch das Drumherum. Vom Plattencover-Artwork bis hin zur Werbe-Lawine vor VÖ. Entstanden ist ein sehr facettenreiches Album. Aber wird es erneut für Platz 1 der deutschen Album-Charts reichen?

Reicht es für Platz 1 der Album-Charts?
In dieser Woche (03.07-09.07.2026) liegen – noch – die Neueinsteiger Finch, Fury In The Slaughterhouse sowie Muse mit ihren neuen Platten auf den Plätzen 1-3 der TOP 100. Aber schon am 10. Juli dürfte die Best-Of-Alben-Liste wieder kräftig durcheinander gewirbelt werden. Doch wo werden Deep Purple landen? Wir können nur raten. Und halten uns da der Einfachheit halber an das obige Bildchen von der Album-Release-Party bei EarMusic in Hamburg von letztem Freitag. Zwei Feuer-Fontänen brennen auf dem Foto noch – also prognostizieren wir einen Chart-Einstieg auf Platz 2. Aber nur deshalb, weil die Konkurrenz mit dem neuen Longplayer von Madonna knüppelhart zurselben Zeit auf den Markt gekommen ist. Und in der Folge-Woche wird es nicht einfacher. Denn da rollen die Rollenden Steine auf Deep Purple los. Doch wer weiß schon, was wird? Schließlich landeten drei der letzten vier Scheiben von Deep Purple jeweils auf Platz 1 der deutschen Album-Charts. Der Sprung nach ganz nach oben aufs Treppchen ist daher wieder definitiv möglich. Verdient hätte es diese Rock-Legende allemal. In diesem Sinne: Hört mal rein – denn „SPLAT!“ klingt fett!
Deep Purple live auf Tour
Und wer von euch Lust hat, die Classic Rock-Pioniere live zu erleben, hat an folgenden Terminen hierzu die Gelegenheit:
31.10.2026 – Leipzig, QI Arena
01.11.2026 – Hamburg, Sporthalle
03.11.2026 – Dortmund, Westfalenhalle
04.11.2026 – Berlin, Uber Arena
06.11.2026 – Frankfurt, Festhalle
07.11.2026 – Nürnberg, Arena
Mehr zu Deep Purple findet ihr auf deren Internet-Präsenz – und natürlich auch hier bei uns auf metal-heads.de!
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Bildquellen
- Deep Purple Release Party beim Edel-Sommerfest in Hamburg: (c) Ralf@metal-heads.de
- Deep Purple Album-Cover „SPLAT!“: Kai Manke, earMusic / Edel


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