Pandorium – The Eye Of The Beholder

Pandorium - The Eye Of The Beholder
Pandorium / Roll-The-Bones - 2019

Pandorium haben ihr 3. Album „The Eye Of The Beholder“ am 23. Februar 2019 veröffentlicht!


Pandorium – The Eye Of The Beholder [VÖ: 23.02.2019]

Mit dem Album „The Eye Of The Beholder“ hat die Mindener Thrash-Metal Band Pandorium am 23. Februar 2019 ihr drittes Werk veröffentlicht. Herausgebracht wurde die Scheibe auf Roll The Bones Records, bei denen das Thrash-Quartett ja seit kurzem unter Vertrag steht. Und da sich der geneigte Metal Freak, im Bezug auf hohe musikalische Qualität, auf das Essener Metal-Label in der Vergangenheit stets verlassen konnte, waren wir bei Metal-Heads.de sehr auf das neueste Ergebnis aus dem Hause Pandorium/Roll The Bones gespannt. Ob das schicke (Digipack)- Artwork hält, was es verspricht und ob es sich bei „The Eye Of The Beholder“ ebenfalls um ein Qualitätsprodukt handelt, erfahrt ihr jetzt in unserem Review!


Pandorium - The Eye Of The Beholder

Pandorium – The Eye Of The Beholder-Cover-2019

Zuallererst einige Fakten. Wie oben schon beschrieben liegt uns die CD in einer sehr schönen, wertigen und hochglanzpolierten Digipack-Version vor. Das von Colin Marks (Rain Song Design/ u.a.: Exodus, Jeff Loomis, Suicide Silence, uvm.) entworfene Artwork kommt sehr detailliert daher und weckt sofort die Neugierde auf den musikalischen Inhalt. Optisch erinnert das Cover, das liegt natürlich im Auge des Betrachters, an das 1995 erschienene Death Album „Symbolic“. Kann Zufall sein oder auch gewollt, aber da die Band selber ja auch unter anderen Death (die Band) als Innovationsquelle angibt, liegt die Verbindung ja recht nah.

12 Seiten Booklet mit Texten

Wie dem auch sei, das Digipack ist komplett hochglänzend hergestellt worden und beinhaltet auch im inneren künstlerische Aspekte. Zudem gibt es selbstverständlich ein 12-seitiges Booklet mit allen Songtexten. Wer möchte kann also mitlesen, mitsingen oder sich auch nur die Band als solche anschauen. Je nach Geschmack. Was noch interessant für Gitarrenliebhaber sein könnte, ist die Tatsache das alle (Solo-) Parts ebenfalls in den Texten aufgezählt werden. So weiß der Hörer immer, wessen Finger gerade über die Griffbretter fliegen. Und glaubt uns, es gibt einige Solis!


9 Tracks mit 53 Minuten Spielzeit

Insgesamt werden 9 Songs mit einer gesamt Spielzeit von 53:29 Minuten aufgeführt, die alle von Fadil Bajrami und Marvin Hilbig geschrieben, getextet, produziert und im Pandorium-Headquarter aufgenommen wurden. Gemastered wurden die Stücke von Ole „Shibbstertweets“ Kuhlmann im Shibbster´s Bolthole Studio in Berlin.


Piano-Intro zum Einstieg

Kommen wir zur Musik. Den Einstieg in „The Eye Of The Beholder“ bereitet ein, knapp 2 minütiges, Piano-Intro welches noch überhaupt keine Hinweise auf die stilistische Ausrichtung der Scheibe gibt. Das Intro ist nett anzuhören, mehr aber auch nicht.


7 Minuten Vollgas

Mit „Via Negativa“ geht es dann allerdings direkt in die Vollen. Und ist mit 7 Minuten definitiv kein Song für das Radio. Schon die ersten Sekunden lassen den Hörer staunen. Anscheinend sind hier sehr versierte Saitenhexer am Werk. Nach einem kurzen Solo-Geplänkel steigt die Band mit einem eher melodischen Death-Metal Riff (erinnert ein wenig an Arch Enemy) in den Song ein. Doppelfußpedal Geballer und aufheulende Gitarren von Beginn an. Das kann ja heiter werden. Sänger Fadil Bajrami der neben Lead-, Rhythmus- und Klassikgitarre auch die Lead Vocals inne hat, brüllt die Lyrics in bester Thrash/Hardcore Manier in das Mikrofon.


Saiten Hexerei auf obersten Niveau

Der Song, der ein Fachbegriff aus der negativen Theologie darstellt, ist beladen mit unbändiger Spielfreude und demonstriert eindrucksvoll die Fingerfertigkeiten der Herren Bajrami und Hilbig. Hier steht die Gitarrenarbeit eindeutig im Vordergrund. Die Rhythmusabteilung um Schlagzeuger Florian Burkardt und Basser J.B. kann einem da schon fast leid tun. Jedoch komplettieren sie unauffällig den Pandorium Sound zu einer druckvollen Sache! Wer auf eingängige oder gar einfache Musik steht, ist hier jedoch komplett fehl am Platz. Vertragt, sperrig, ja sehr technisch sind die Mindener. Der progressive Anteil von Pandorium ist schon ziemlich hoch. Das muss man mögen. Aber wie oben schon beschrieben, gibt es (alleine in den ersten 10 Minuten) sehr viel zu entdecken oder zu hören!


Maze Of Traits

Mit Blastbeat Drumming und Hochgeschwindigkeits Gefiedel geht es auch im folgenden Track „Maze Of Traits“ zur Sache. Ebenfalls ein Song mit Überlänge und definitiv ein Hörvergnügen für alle Fans von technischem Geplänkel. Hier wird wirklich alles geboten, was man nur in einem Titel so unterbringen kann. Pre-Chorus, Chorus,Lead-Break, Post-Chorus. So sieht es aus, wenn Musik-Sachverständige einen Song kreieren. Und das sind Pandorium! Lyrisch einwandfrei und wütend, aggressiv vorgetragen. Band-Leader Fadil muss sich dabei allerdings richtig ins Zeug legen, um gegen die instrumentale Perfektion nicht den kürzeren zu ziehen. Das klappt aber bisher wirklich gut und bisher sind keine schwächen auszumachen. Richtig Spaß machen auch die gelegentlichen Einsätze der allseits bekannten Jammerhebel!


From Individual To Entirety

In puncto Professionalität wandeln Pandorium definitiv schon in den Fußstapfen der ganz Großen! Und wem 7 Minütige Gitarrenschlachten zu kurz sind, bekommt mit „F.I.T.E.“ dann halt ein 8 minütiges Inferno! Neben unzähligen Solo-Arien gibt es im Mittelteil, zur Abwechslung mal klassische Gitarre und (teil-) gesprochene Chöre. Und auch die intelligenten Texte (das gilt für das ganze Album) sind von aller erster Güte. Leider aber fehlen den Songs hier und da einige richtige Hooklines oder ein paar Überraschungsmomente, damit die Tracks auch wirklich im Gehirn hängen bleiben. Und ein kleiner Kritikpunkt, geht so dann auch in Richtung Gesang, der zwar im Großen und Ganzen ordentlich ist, aber über die gesamte Spiellänge doch ein wenig zu eindimensional wirkt.


Cacophony Of Thoughts und Contradictions

Bei den Songs „Cacophony Of Thoughts“ und „Contradictions“ das selbe Bild. Musikalisch und textlich ohne Makel. Tolle Melodien und klasse Instrumentalisierungen, die teilweise schon in den Power Metal Bereich eindringen möchten. Doch Fadil´s Gesang holt die Band immer wieder zurück in den wütenden Thrash/Death what ever Bereich. Wo die Band zweifellos sehr gut aufgehoben ist. Bei diesem Gedanken kommen mir auch immer wieder die Schweden-Thrasher Divine Sin in den Sinn. Was aber hauptsächlich an Fadil´s Stimmfarbe liegen dürfte.


Eine Trilogie zum Schluss

Der letzte Titel „The Tower“ kommt als Trilogie daher. Und splittet sich wie folgt aus dem, gehabt metallischen: „Act1: Hyperbolical“ . Dem instrumentalen, an King Diamond/ Mercyful Fate erinnernden: „Act2: The Essence Of Inner Freedom“ und dem etwas orientalisch angehauchten: „Act3: Infinte Mind“ . Die hieraus entstehenden (fast) 15 Minuten Spielzeit bringen schließlich noch einmal alle technischen Raffinessen und Vorlieben der Band auf den Punkt. Ohne Überraschungen, dafür mit jeder Menge Schnörkeln und ausgefeilten Melodien.


Das MH-DE-Fazit:


Nach über 53 Minuten wird die Gitarrenarbeit eingestellt. Und tatsächlich habe ich ein solches technisches Album schon lange nicht mehr gehört! Rein instrumental spielt sich das Mindener Thrash Metal Quartett auf „The Eye Of The Beholder“ schon sehr nah an die erste Metal Liga! Die ausgearbeiteten Arrangements sind durchweg druckvoll, technisch und bis ins letzte Detail erstklassig inszeniert worden. Das einzige was hier zum großen Erfolg noch fehlt, ist ein Song der sich so richtig in die Gehörgänge frisst. Bei dem ganzen technischen Gezocke kommt die Eingängigkeit ein wenig zu kurz, was das Album auch nur für richtige Tech/Math/Progressive-Metal Enthusiasten wirklich interessant machen dürfte.


Alle Zeichen stehen auf Sturm

Pandorium haben mit ihrem 3. Longplayer wirklich ein temporeiches, außerordentlich metallisches Album in die Umlaufbahn geschossen, dass locker den Angriff auf die internationale Thrash/Death Metal Szene nehmen kann!

Allen Metalfreaks, die mal hören möchten wie man eine Gitarre bis ans Ende ihrer Möglichkeit bringt, sollten hier unbedingt zugreifen! Es lohnt sich! Und wer Fan folgender Bands ist: Death, Nevermore, Testament, Exodus, Forbidden, Divine Sin oder Machine Head, der wird an Pandorium ebenfalls sehr viel Spaß haben!


Tracklist:

01: Single Cause Fallacy

02: Via Negativa

03: Maze Of Traits

04: From Individual To Entirety

05: Cacophony Of Thoughts

06: Contradictions

The Tower

07: Act 1: Hyperbolical

08: Act 2: The Essence Of Inner Freedom

09: Act 3: Infinite Mind


Spielzeit: 53:29 Minuten

Label: Roll-The-Bones Records

Vertrieb: Edel Distribution


Pandorium – Infinite Mind


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Bildquellen

  • Pandorium – The Eye Of The Beholder: Pandorium Press-Kit / Roll-The-Bones-Records
  • Titelbild: Pandorium – The Eye Of The Beholder: Pandorium Press-Kit / Roll-The-Bones-Records
Treasureman

Treasureman

Seit 1987 mit dem Metal- Virus infiziert. Der Einstieg erfolgte mit Twisted Sister, Iron Maiden und den Onkelz. Meine Themenschwerpunkte liegen seit langem im Hardcore- und Crossover/Punkrock Bereich. Ihr findet mich da, wo das Herz auf der Bühne steht!

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