Shining – International Blackjazz Society

Shining ist die Schöpfung von Multiinstrumentalist, Singer/Songwriter Jorgen Munkeby. Er und alle anderen Bandmitglieder haben Musik an verschiedenen Hochschulen studiert. Shining nennen sich stolz die Erfinder des Blackjazz. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus progressivem, technischem Metal, Jazz, Avantgarde und experimentellen Sounds. Die Band existiert bereits seit 1999, wobei da aber noch moderner akustischer Jazz gespielt wurde. Mit ihrem fünften Studioalbum „Blackjazz“ ändert sich das aber. Hier wurde progressiver Metal mit starkem Jazzeinfluss gespielt, und das Album kam unter die Top 10 der norwegischen Charts. Mittlerweile liegt Album Nummer sieben vor, welches den Namen „International Blackjazz Society“ trägt. Das gute Stück wurde von Sean Beavan (Depeche Mode, A Perfect Circle, Slayer, etc.) gemixt und in Los Angeles von Tom Baker (NIN, Deftones, Beastie Boys, etc.) gemastert.

Also nichts wie rein mit dem silbernen Teil und gemütlich im Sessel zurücklehnen.

Jazz geht’s aber los

Shining - International Blackjazz Society

 

Nach den ersten Tönen fall ich fast vom Sessel. Mit „Admittance“ geht die Scheibe mit einem Intro los, welches auf anderen Alben wohl als Outro durchgegangen wäre. Ein schreiendes Saxophon, unterlegt von hektischen Drums, bläst dem Hörer entgegen. Das schreiende Saxophon steigert sich in eine Melodie, die mich sehr an spanische Musik erinnert. Das alles kommt verdammt jazzig daher, wird aber mit einem sehr harmonischen Schlußakkord zur Freude des Hörers aufgelöst. Puhhh, harte Kost. Nix mit gemütlich im Sessel sitzen.
„The Last Stand“ im Anschluss ist eine rotzige Nummer, die dabei durch den Beat hervorragend tanzbar wird. Ein sich widerholender Refrain animiert zum mitsingen und die Füße halten nicht still. Find ich ganz gut soweit.
An der Stelle, wo bei anderen Bands ein Gitarrensolo erwartet wird, gibt es hier eins vom Saxophon. Jazzig und abgedreht. „Burn it all“ beginnt eher langsam, der Gesang ist wie bei allen Stücken recht verzerrt und wird meinstens geschrien. Im Refrain geht dann hier auch ordentlich die Post ab. Hat ein bisschen was von Marilyn Manson und Rob Zombie. Ansich geht der Song ganz gut durch, nicht allzu abgespaced.

RAMMSTEIN, mein Sax brrrennt

Bei „Last Day“ beginnt der Song mit einem Elektrosound, der genauso auch von Rammstein hätte kommen können. Naja, besser gut geklaut als schlecht selbstgemacht. Das ist auch schon immer mein Motto. Hier wird der Tanzbeat von vorhin nochmal ausgegraben. Klingt alles ziemlich nach Industrial, viele Wiederholungen von Refrain und Riff. Im Mittelteil wird’s jedoch spannend. Ein Keyboardsolo, welches sich durch eine chromatische Bridge in ein Saxophonsolo wandelt. Der Beat wird stampfend und lockert den Song ungemein auf.
„Thousand Eyes“ mit 6.50 Minuten einer der zwei längsten Songs. Für mich der Anspieltip auf der CD. Schneller Passagen wechseln sich mit langsamen ab. Immer wieder der verzerrte Schreigesang und zwischendrin ein instrumentaler Teil, inklusive Drumsolo, und absolut abgefahrenem jazzigen Headbang-Ausrastteil der sich gewaschen hat. Mich versetzt das in eine positiv-agressive Stimmung. Guter Aufwärmer um abends auf die Piste zu gehen.

Ist das Jazz, oder kann das weg?

Bei „House of Warship“ geht’s so los wie beim ersten Song. Wahnsinniges Saxophonintro. Hierbei handelt es sich jedoch um ein Intro welches 4.35 Minuten lang ist. Der Song ist durch und durch Freejazz. Muss man als Metalfan jetzt so auf Anhieb nichts mit anfangen können. Vielleicht wird’s ja bei mehrmaligem Hören besser. Meistens wird wohl die Skiptaste herhalten müssen.

„House of Control“ stellt hier die Ballade dar, wenn man das so nennen kann. Er ist in langsamen Tempo gehalten, der Gesang melodiöser und weniger verzerrt als bei den anderen Songs. Macht Spaß. Hier macht’s die Abwechselung zu den Liedern vorher. Man kann sich einwenig entspannen, ehe es mit „Need“ in die letzte Runde geht. Hier wird nochmal alles gegeben.
Aggressiv, hart und schnell. Booom. Da ist sie vorbei, die Runde Blackjazz.

Für mich eine gelungene Mischung aus Industrial, Jazz und Progressivmetal Elementen, die mich an eine Jamsession von Rammstein, Marilyn Manson, Rob Zombie und nem irren Jazzmusiker erinnert. Selbstredend unter Einfluss aller zur Verfügung stehender bewusstseinserweiternder Mittel.

Für alle zu empfehlen, die glauben zu verstehen was ich damit gemeint habe oder für die Leute die auch mal was anderes hören wollen als den Einheitsbrei.
Geht ins Bein, in den Kopf, aber vor allem gut ab.

Tracklist:
-Admittance
-The Last Stand
-Burn it all
-Last Day
-Thousand Eyes
-House of Warship
-House of Control
-Church of Endurance
-Need

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Bildquellen

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Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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