DARK DELIRIUM-„New Era“ Review

(English review below)

Melodic Death Metal

DARK DELIRIUM (Facebook) aus Norwegen gehören für mich mit zu den fleißigsten und ambitioniertesten Newcomer-Bands, die ich kenne. Innerhalb von Monaten haben sie zwei komplette Alben veröffentlicht. Da wären das schon sehr gute Debütalbum „Fallen“ und den noch besseren Nachfolger „Sulphur“ (Review). Beide Alben könnt Ihr auf Bandcamp (Link) erwerben. Wer mehr über die Band erfahren möchte, kann sich gerne das Interview auf ‚metal-heads.de‘ durchlesen.

Simeon Ekse

Nun wird das neue Album „New Era“ am 25.11.2022 erscheinen. Das Album wurde allerdings unter neuen Bedingungen erschaffen. Der alte Sänger David musste leider wegen gesundheitlicher Probleme schweren Herzens aufhören. So hatte sich Songwriter und Gitarrist Simeon Ekse kurzerhand entschieden, das Mikrofon selber in die Hand zu nehmen.

Eine eigene Handschrift

haben DARK DELIRIUM auf jeden Fall. Sie haben sich einen speziellen Stil zu eigen gemacht, indem sie eine besondere Mischung aus diversen dunklen Zutaten in den Hexenkessel schmeißen, um daraus ihr eigenes finsteres Süppchen zu kochen. Die Lyrics donnern zu 90% mit extremen Vocals durch die Boxen. Der Gesang besteht meist aus Screams, die eher nach Black-Metal klingen, und finsteren Growls. Instrumental bewegt man sich im weitestgehend im Melo-Death-Bereich, taucht aber auch mal gerne in den doomigen Bereich ab. Allen Songs gemeinsam ist aber eine ergreifende Intensität mit einer dichten Atmosphäre. Die Dunkelheit wird hier mit wunderbaren Melodien gezeichnet.

Schneidende Riffs

Halvar Moen

servieren den ersten Song „Draug“, die noch einen recht rockigen Charakter haben, zumindest für Extreme Metal-Verhältnisse. Es dauert nicht lange und Simeon steigt mit seinen infernalischen Vocals ein. Ich finde es positiv, dass er bei den Vocals stellenweise eine Varianz reinbringt, um es nicht zu monoton werden zu lassen. Nach einem ruhigen sphärischen Zwischenpart kommt der Song noch mal richtig in Fahrt.

Unheimlicher Horror

Der Sound von DARK DELIRIUM lässt in mir häufig das Gefühl entstehen, als wäre ich in einem Horrorfilm. Ursächlich dafür ist eine bedrückende unheimliche Atmosphäre, welche den Songs innewohnt. Ein Paradebeispiel liefert dafür der zweite Song „My Child“, der zwar mit einprägsamen schönen Leads aufwartet, jedoch mit einer mächtigen bedrohlichen Langsamkeit ein finsteres Gewand webt, welches sich um den Hörer windet. In einer diabolischen Synfonie des Grauens mit kolossalen Bläsern erhebt sich ein gigantisches Gitarrensolo vom Gastmusiker Jan T. Vinningland. Richtig geil gemacht!

Rock`n Roll in der Hölle

Logi Thorsteinsson

„Herectic“ macht es wieder anders und stampft flott mit kraftvollen Schritten heran, wobei mir auch die angrifflustigen Drums sehr gut gefallen. Überraschenderweise erklingen hier cleane Vocals, was dem Song einen gewissen Rock’n Roll Charakter verpasst. Gastsänger Chris Andre Rødfjell macht hier mit seinen Vocals einen guten Job und bringt wieder ein zusätzliches Überraschungsmoment im Sound von DARK DELIRIUM. „Break From Reality“ verzaubert inmitten der Düsternis eine klangliche Oase, die dann wieder von der Schwärze verschlungen wird. Auch ist wieder Gastsänger Chris zu hören.

Machtvolle Präsenz

Der Song „Wither“ gefällt mit seiner eigenwilligen Rhythmik. Das Spiel der hohen fiesen Screams mit den dunklen Growls sorgt für interessante Kontraste. Der flottere galoppierende Part im Song ist toll eingearbeitet und sorgt für zusätzlichen Dampf im Kessel.

„Echo Chamber“ nutzt die stimmlichen Wechsel ebenfalls in sehr beeindruckender Weise und hier kommt noch eine weibliche Stimme als zusätzliches Element ins Spiel, die dem Song noch einen speziellen Kick verpasst. Im finalen Instrumentalpart erzeugt ein prägnanter Bass durch seine Schwingungen Wellen auf einem dunklen See in einer Vollmondnacht, während melodische Gesänge dich sanft in die Tiefe ziehen, wo dich eine schöne Melancholie umgibt.

„Echo Chamber“ nutzt die stimmlichen Wechsel ebenfalls in sehr beeindruckender Weise und hier kommt eine weibliche Stimme als zusätzliches Element ins Spiel, die dem Song noch einen speziellen Kick verpasst. Der machtvolle Instrumentalpart mit dem knackigen Bassspiel erzeugt eine tolle Atmosphäre, um mit

Zum Abschluss hauen DARK DELIRIUM noch einen massiven Monstertrack „Black Butterfly“ raus, welcher das Album standesgemäß beendet. DARK DELIRIUM verstehen es einfach eine unheimliche und bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Und mit dem tenorartigen Gesang gibt es wieder ein pfiffiges Element, dass zwar strange ist, aber passt.

Fazit

DARK DELIRIUM haben bis jetzt von Album zu Album eine stetige Entwicklung gezeigt, wobei bereits das Debütalbum schon von überdurchschnittlicher Qualität war. Auch mit dem dritten Album „New Era“ gehen sie in ihrer Entwicklung einige Schritte weiter. Hier und da lassen sich Nuancen im ideenreichen Sound sicherlich noch etwas optimieren, doch im Ergebnis steht folgendes fest: Mit „New Era“ haben DARK DELIRIUM ein ganz exquisites Album erschaffen, dass mit sehr gut ausgearbeiteten Songs überzeugt und den individuellen Charakter der Band effektvoll widerspiegelt.

Somit haben DARK DELIRIUM für mich mit diesem Album den Schritt in den Beginn der Neun-Punkte-Zone vollzogen.

English review

Blackened Melodic Death Metal

DARK DELIRIUM (Facebook) from Norway are one of the most hardworking and ambitious newcomer bands I know. Within months they have released two complete albums. There is the already very good debut album „Fallen“ and the even better successor „Sulphur“ (Review). Both albums can be purchased on Bandcamp (Link). If you want to know more about the band, you can read the interview on ‚metal-heads.de‘.

Simeon Ekse

Now the new album „New Era“ will be released on 25.11.2022. However, the album was created under new conditions. The old singer David unfortunately had to quit with a heavy heart because of health problems. So songwriter and guitarist Simeon Eckse had decided without to take the microphone.

An own style

DARK DELIRIUM definitely have. They throw a special mixture of various dark ingredients into the witch’s cauldron to cook their own dark soup. The lyrics thunder to 90% with extreme vocals through the boxes. The vocals consist mostly of screams, which sound more like black metal, and sinister growls. Instrumentally, the band moves in the melo-death area for the most part, but also likes to dive into the doomy ocean. However, all songs have in common a poignant intensity with a dense atmosphere. The darkness is drawn here with wonderful melodies.

Cutting riffs

Halvar Moen

serve the first song „Draug“, which still has quite a rocky character, at least for Extreme Metal standards. It does not take long and Simeon enters with his infernal vocals. I find it positive that they bring in a variance in the vocals in places, so that it doesn’t become too monotonous. After a quiet spherical intermediate part, the song really gets going again.

Eerie horror

The sound of DARK DELIRIUM often makes me feel as if I were in a horror movie. The reason for this is a depressing eerie atmosphere, which is inherent in the songs. A prime example of this is the second song „My Child“, which has catchy beautiful leads, but with a powerful ominous slowness weaves a sinister robe that winds around the listener. In a diabolical synphony of horror with colossal horns rises a gigantic guitar solo from guest musician Jan T. Vinningland. Really cool done!

Rock`n Roll in hell

Logi Thorsteinsson

„Herectic“ makes it differently and stomps briskly with powerful steps, whereby I also like the aggressive drums very much. Surprisingly, clean vocals can be heard here, which gives the song a certain rock’n roll character. Guest vocalist Chris Andre Rødfjell does a good job with his vocals here and again brings an additional element of surprise to DARK DELIRIUM’s sound. „Break From Reality“ enchants a sonic oasis amidst the gloom, which is then swallowed up by the blackness again. Guest vocalist Chris can also be heard again.

Powerful presence

The song „Wither“ pleases with its idiosyncratic rhythm. This play of the high nasty screams with the dark growls provides interesting contrasts. The faster galloping part in the song is great incorporated and provides additional pressure.

„Echo Chamber“ also uses the vocal changes in a very impressive way and here a female voice comes into play as an additional element that gives the song another special kick. In the final instrumental part, a concise bass creates waves on a dark lake in a full moon night through its vibrations, while melodic vocals gently pull you into the depths, where a beautiful melancholy surrounds you.

At the end DARK DELIRIUM hit out a massive monster track „Black Butterfly“, which ends the album properly. DARK DELIRIUM simply know how to create an eerie and threatening atmosphere. And with the tenor-like vocals there is again a smart element that is strange, but fits.

Conclusion

DARK DELIRIUM have shown a steady development from album to album, whereby already the debut album was of above-average quality. Also with the third album „New Era“ they go some steps further in their development. Here and there nuances in the imaginative sound can certainly be optimized a little, but in the result the following is certain: With „New Era“ DARK DELIRIUM have created a very exquisite album that convinces with very well elaborated songs and effectively reflects the individual character of the band.

For me, DARK DELIRIUM have taken the step into the beginning of the nine-point zone with this album.

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Bildquellen

  • DARK DELIRIUM New Era Cover+Infos-1-: DARK DELIRIUM
  • DARK DELIRIUM Titelbild: DARK DELIRIUM

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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