Hamburger Dark-Rock mit [SOON] – Better Days (VÖ 23.09.2016)

[Soon]

[SOON] heißt eine Metal/Dark-Rock-Band aus Hamburg, die bereits seit 2003 am Start ist. Mit ihrem am 23.09.2016 veröffentlichten 5. Album „Better Days“ (Label: Oscillation Music / Vertrieb: AL!VE) wollen die drei Protagonisten – Sänger Eric, Gitarrist Lenny und Schlagzeuger Jakob – in der jetzigen 2. Dekade ihres Bestehens durchstarten. Wir von metal-heads.de haben uns die Scheibe mit den 9 Songs für euch angehört. Hier ist unser Fazit:

[SOON] bieten sphärischen Rock der Marke Placebo

In den knapp 40 Minuten Spielzeit bewegen sich [SOON] gesangstechnisch im Bereich von sphärischem Dark-Rock der Marke Placebo (wie beim Opener „Rather In Your Mind„). Eric bietet in den Strophen eine angenehm tiefe Sprechstimme. Der Gesang weiß aber auch auch in den leicht höher gesungenen, teils durch Backgroundgesang mehrstimmigen Refrains – wie in „Blessing In Disguise“ – durchweg zu gefallen. Darauf, dass [SOON] angelsächsisch singen, müssen wir hier vermutlich nicht extra eingehen, denn das dürftet ihr euch anhand der Namen der Songtitel ja bereits selbst gedacht haben.

Harte aber melodische Gitarren-Riffs

Spielerisch finden sich außer den obligatorischen Synthesizer-Passagen jedoch wesentlich härtere Gitarren-Riffs bei [SOON] als im Dark-Rock-Genre üblich. Jakob am Schlagzeug treibt dazu die Songs ordentlich an („Empty Promises„). Richtig heavy klingen die Jungs aber nur beim Titeltrack des Albums „Better Days“ , ohne jedoch von ihrem durchweg harmonisch melodischen Sound abzurücken.

Für die Rhythmus-Fraktion bietet „Danger At Hand“ das bassläufige Highlight des Albums, bevor bei „Against The Grain“ (nicht das von Bad Religion) die Violinen-Stimmen am Keyboard für die Intro ausgepackt werden. Dieser über 5 1/2 Minuten lange Song entwickelt sich geradezu episch. Er wirkt aber trotz seiner Powerballaden-Attitüden keineswegs kitschig. Auch eher ruhig geht es in „Truth“ zu. Dafür kann man sich auf den Songtext konzentrieren und weiß spätestens jetzt, dass es nie die eine und einzige Wahrheit im Leben gibt. Ein Arschtritt für alle Besserwisser, die nicht von ihrer eigenen Meinung abweichen wollen.

Gesampelt wird dann zu Beginn von „Attempts To Deceive“ , wo [SOON] wieder eine etwas härtere Gangart anziehen, um dann mit dem Schlussakkord in Moll, dem piano-lastigen „Out Of Mind“ eine traurige Ballade vom Feinsten aufzufahren. Schade, dass hier der Songtext im arg dünnen Booklet fehlt. Aber auch so verstehen wir die Gefühlswelt von Sänger Eric. Und das, obwohl das letzte Lied so schnell endet wie es begonnen hat. Genauer gesagt nämlich bereits nach weniger als 2 Minuten. Mit „Out Of Mind“ klingt die CD aus und man bleibt ein wenig ratlos zurück.

Sind [SOON] jetzt Fleisch oder Fisch? Auf alle Fälle nicht so brutal Dark-Rock der Marke Silke Bischhoff und schon gar kein Gothic. True Metal kann man dem Trio trotz der ordentlichen Gitarrenarbeit von Lenny auch nicht wirklich bescheinigen. Dafür fehlt die nötige Härte. Bleibt ein bunter Mix aus allem. Solide gemachte Rockmusik also und wirklich schön anzuhören. Aber so richtig hängen bleibt leider kein Song. Aber vielleicht geht es euch ja anders. Probiert euch doch einfach mal durch die bisherigen Werke der Band aus den Jahren 2006 (End Isolation), 2007 (Without A Trace), 2011 (Lonely Way) und 2013 (Dead-End Street). Oder fangt hier mit der aktuellen Scheibe „Better Days“ von [SOON] an und bildet euch ein eigenes Urteil.

Mehr Infos zur Band gibt es hier im Netz!

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Bildquellen

  • [Soon]: www.amazon.de
Ralfi Ralf

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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