Mammoth Storm – Fornjot – Album Review (VÖ 6.11.2015)

Mammoth Storm Band

Wenn es sich um Doom Metal handelt, wird der Oger neugierig. Wenn es sich dabei noch um die zweite Band des Draconian Gitarristen Daniel Arvidsson handelt, kann der Oger einfach nicht anders und hat zwecks Review des am 6.11. erscheinenden Albums Fornjot bei Napalm Records  angeklopft und wurde erhört. Jetzt lausche ich  dem ersten Full-length-Werk von Mammoth Storm und bin schwer beeindruckt.
Kinners, da kommen keine Klänge aus meinen Boxen, sondern es tropft bleischwer und dick aus jedem einzelnen Töner. Und dieser Zustand hält an für die nächsten 6 Tracks, mit einer gewaltigen Spielzeit von 53:26 Minuten –
das ist Dooooom mit 5 o’s.

Nordische Mythologie vom Finstersten

Der erste Song Augurs Echo ist genau das, was ich von schwerem, dicken, schleppenden Doom erwarte. Man merkt direkt, dass hier erst ein Gemütszustand erreicht werden soll, bevor es richtig los geht. Das heißt, das man sich mit dem Aufbau des Songs ordentlich Zeit lässt und das Riff auf sich wirken lassen kann. Mit über 11 Minuten Länge des Tracks muss sich ja auch nicht beeilen. Sänger Daniel Arvidsson klingt, als würde er auf einer Klippe stehen und gehen den Sturm ankämpfen und dabei Steine zu bersten bringen. Für Mammoth Storm hat der Schwede die Gitarre gegen den Bass getauscht und mit Christer Ström an der Gitarre und Emil Alma am Schlagzeug und der Orgel noch 2 Mitstreiter gefunden, die ebenfalls ihr Handwerk verstehen und einen sauberen Job abliefern. Während es bei Draconian eher melancholisch zur Sache geht, ist Mammoth Storm der große düstere Bruder. Kompositionell und auch melodisch gibt es keine Nähe zur ersten Band Daniels.

Fornjotr war Gigant und Herrscher über Finnland, Kvenland und Gotland, Erstbesetzer von Norwegen – als auch Vater von Aegir, dem Herrscher der Meere, Logi, einem Feuergiganten und Kári, dem Gott des Windes. Und diesen Bezug zu der nordischen Mythologie hört man aus jedem Song heraus. Der 2. Song Vultures Prey drückt ebenso finster, wie kraftvoll aus den Boxen, während das Instrumental Sumerian Cry einem Aufruf in die Schlacht von eben jener Klippe gleich kommt.

Der Titeltrack Fornjot überrollt mit fetten Brat-Gitarren – auch hier überwinden wir nur knapp die 55 BPM und wenn man sich das Riff und den Gesang genau anhört, merkt man die, auch von der Band angemerkten, Einflüsse zu Candlemass oder alten Cathedral-Scheiben
Ultra-Depressiv aber herrlich!

Holt die Schaufel raus!

Horns of Jura ist eine sehr starke Drone Nummer mit lang nachklingenden Riffs – mit dem Echo auf dem Gesang, den atmosphärischen Keyboardeinspielern und der Leadgitarre im Hintergrund muss ich auch an alte Tiamat Scheiben denken.

Zum Abschluss walzt mich der längste Track des Silberlings, Hekla, mit fast 14 Minuten platt. Schon das Riff und das Schlagzeug mit gerade mal 50 BPM zu Beginn, lässt einen die Schaufel holen und im Garten schon mal graben. Der Soundteppich, der nur alleine durch die Gitarren erzeugt wird ist so tief, das man komplett darin versinkt. Gerade im Mittelteil, bei dem der angeschlagene Ton gerne mal einen kompletten Takt lang stehen bleibt, geht mir das Doom Herz noch weiter auf und als dann noch die Orgel einsetzt, ist dann sowieso vorbei!

Fazit

Alter Schwede, ist das eine düstere…dicke…schleppende…depressive Scheibe! Ich liebe sie und kann jedem, der auf Doom & Drone steht nur wärmstens ans Herz legen. In Verbindung mit der Musik läuft im Kopfkino die Story der nordischen Mythologie komplett von alleine ab. Da kommt während der knappen 54 Minuten kein bisschen Sonnenlicht durch den Sturm! Die Schweden sind derzeit auch mit der deutschen Funeral Doom Band AHAB auf Tour (siehe unten) und man sollte sich die Band auf jeden Fall live anschauen!

TracklistMammoth Storm Fornjot Artwork

1. AUGURS ECHO 11:19
2. VULTURES PREY 6:42
3. SUMERIAN CRY 2:41
4. FORNJOT 9:29
5. HORNS OF JURA 9:21
6. HEKLA 13:56

Lineup

Daniel Arvidsson | Bass, Gesang
Christer Ström | Gitarre
Emil Ahlman | Schlagzeug, Orgel

Tourdaten

30.10.15 DE – Jena / Kassablance
31.10.15 DE – Bambi Galore / Hamburg
01.11.15 DE – Köln / Underground
02.11.15 FR – Paris / Glazart
03.11.15 FR – Nantes / Le Ferailleur
06.11.15 DE – Stuttgart / Club Cann
07.11.15 CH – Pratteln / Z 7
08.11.15 DE – Heidelberg / Schwimmbad Club

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Bildquellen

  • Mammoth Storm Fornjot Artwork: Label: Napalm Records
  • Mammoth Storm Band: Label: Napalm Records
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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