Novelists – Souvenirs – Album Review (VÖ 13.11.2015)

Wir schreiben das Jahr 2013, Paris, als die Durand Brüder Florestan (Gitarre) und Amael (Drums) sich entschließen die Band Novelists zu gründen. Nach kurzer Suche wurden in Matt Gelsomino (Vocals), Charly Kelevra (Gitarre) und Nicolas Delestrade (Bass), die bereits zusammen bei A Call To Sincerity spielten, die richtigen Mitstreiter gefunden. Ziemlich schnell wurde dann bereits auch im April des Jahres die erste Single Twenty Years released. Innerhalb der nächsten 10 Monate releasten die Jungs 5 weitere Songs, welche ihren Höhepunkt in der Veröffentlichung ihrer ersten EP fanden.

Während die Band mit voller Kraft an ihrem ersten Langspieler arbeiteten, spielten sich sich aber über einige Festivals, wie Euroblast, Ghostfest und dem Damage Fest in die Herzen der Fans. Durch die Live-Energie aufgeladen gingen die Franzosen in die Fertigstellung von Souvenirs, was am 13.11.2015 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das Album  enthält 12 Songs mit einer – und das sei vorweggegriffen – kurzweiligen Spieldauer von 49:20 Min.

Die Auskopplung der ersten Single Gravity wurde als Video online gestellt und erhielt über 100.000 Zugriffe in den ersten sechs Wochen!

Spielfreude ohne in wirre Gitarrenläufe auszuarten

Wir starten mit dem Song Inanimate, welcher ein nettes Klavierintro bereit hält, was uns den kompletten Song über begleitet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Nach etwas über 2 Minuten ist der Song, der in Gänze ein Intro darstellen soll, auch schon vorbei und hat eine gute Vorstellung gegeben, wohin auf dem Album die Reise hin gehen soll. Viel Melodie und Spielfreude.

Bereits im nächsten Track Earth Graver verstehe ich, warum man hier Wert darauf legt, unter dem Attribut progressiv genannt zu werden. Schöne Rhythmuswechsel mit feinen Gitarrenläufen, immer wiederkehrender Melodie der Leadgittaren und ohne die Aggressivität zu verlieren.

Vorangenannter Gravity zeigt Leichtigkeit durch verspielte Gitarren und Atmo-Klängen im Hintergrund. Hier hören wir auch zum ersten Mal die klare Gesangsstimme von Sänger Matt, welche sehr angenehm rüberkommt, ohne dabei nervig oder zu seicht zu werden. Auch hier merkt man beim Spiel der Gitarristen Florestan und Charly, dass sie ihr Handwerk verstehen.

Midtempo ohne Druck zu verlieren

Genau mit dieser Spielfreude geht es durch die weiteren Songs. Antares wartet dazu noch mit leichtem Chorus auf. Obwohl wir uns auch hier, wie bei den vorangegangenen Songs eher im Midtempo bewegen, geht der Druck nicht verloren. Während einzelne Passagen eher an Metalcore erinnern, sind andere Passagen ganz klar dem Progressive Metal zuzuordnen.

Ouroboros startet hier eher im klassischen Stakkato des Metalcores und ist bis zu diesem Zeitpunkt der düsterste Song des Albums, obwohl der klare Gesang hier am, nennen wir es sanftesten rüber kommt. Allerdings ist das auch nur eine kurze Passage im Refrain, denn Sänger Matt gibt in den Strophen ordentlich zu verstehen, dass das hier kein Kindergeburtstag ist.

Blacklights ist eher als Prelude zu verstehen, sehr Atmo-lastig und weicher, klarer Gesang und mit 1:27 eine kurze Überleitung zu The Voyager, bei dem es wieder progressiver zugeht. Mit fällt allerdings auf, dass sich die Klänge im Hintergrund mit anderen Songs vorher decken. Scheint vielleicht eine Absicht, oder als Thema zu verstehen sein. Es ist nicht langweilig oder in einem Sine nervig, es fällt nur bei weiterem Hören auf. So kann es auch als Erkennungsmermal gelten.

Ok, jetzt wird es wirklich düster und auch etwas schneller. Mouchos Touchey bietet dabei ordentlich Druck und die Stimme geht noch einen ticken agressiver und dunkler. Der Song ist zwar sehr kurz (2:39) hat aber für mich neben Gravity eine der besten Stimmungen auf dem Album. Fette Breakdowns und das sehr simple Klavier im Mittelteil passt einfach zur kranken Stimmung des Songs.

Echoes dagegen liefert mit seinen progressiven Riffs und dem anfangs klaren Gesang wieder ein gutes Kontrastprogramm zu Mouchos Touchey. Der Song liefert ein gutes Breitenspektrum und ist von der Komposition her der abwechslungsreichste auf dem Album.

5:12 heißt der nächste Track, der uns mit wenig Distortion und einem eher klassischen Solo begrüßt. Die mit Abstand ruhigste Nummer auf dem Album und die Jungs an der Gitarre dürfen jetzt auch mal zeigen, wie man in Frankreich Soli spielt.

Der vorletzte Song auf Souvenirs heißt The Lichtenberg Figure (Wikipedia) und geht nach einem ruhigeren Start in eine etwas schnellere Midtempo-Nummer über.

Zu guter Letzt präsentieren uns Novelists den Album-Titeltrack Souvenirs, der mit 6:26 auch der längste Song auf dem Silberling ist. Hier zeigt uns die Band noch mal alles, was wir in den vorangegangenen Songs zu hören bekamen.

Fazit

Novelists ist mit Souvenirs ein sauberer Wurf gelungen. Es ist für mich nicht DIE Progressiv Entdeckung des Jahres 2015, aber die Franzosen machen einen ordentlichen Job. Musikalisch bin ich mir sicher, dass die Jungs noch wesentlich experimentierfreudiger und progressiver spielen können und man das komplette Potential der noch jungen Band erst noch erfahren wird. Es ist eine stimmungstechnisch recht abwechslungsreiche Scheibe, wobei ich viele Hintergrundmelodien wiederfinde, was aber auch in der Anzahl eher als Thema oder Widererkennungswert gewertet werden kann.

Tracklist

Novelists - Souvenirs - Artwork

Inanimate                  2:08
Earth Graver              3:34
Gravity                        4:54
Antares                       4:46
Ouroboros                  4:42
Black Lights                1:28
The Voyager              4:35
Mouchos Touchey     2:39
Echoes                        4:29
5:12 AM                     4:28
The Lichtenberg Figure        5:21
Souvenirs                   6:26

Lineup

Matt Gelsomino | Vocals
Florestan Durand | Guitar
Amael Durand | Drums
Charly Kelevra | Guitar
Nicolas Delestrade | Bass

Mehr zu Novelists und Tourdates unter der Webseite oder der Facebook-Seite der Franzosen. Souvenirs erschien bei Arising Empire, dem brandneuen Label von Markus Staiger (Inhaber Nuclear Blast) und Tobbe Falarz (ex-People Like You Label Manager)

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Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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