SPIRITS OF FIRE – „Spirits of fire“ (VÖ: 22.02.2019)

SPIRITS OF FIRE - Albumcover Spirits of fire

SPIRITS OF FIRE – „Spirits of fire“ (VÖ: 22.02.2019)

Es gibt ja bei Ankündigungen der neuen Alben von Bands, „die keiner kennt“ gerne mal den Hinweis FFO (for fans of) und dann werden andere meistens namhafte Kapellen aufgezählt, die vom Stil her in eine vergleichbare Kategorie passen und dem interessierten Musikfan somit im besten Fall eine Idee davon geben, was ihn musikalisch bei diesem Release erwartet. Diese Angaben fallen natürlich leicht, wenn man das Produkt einer Band bewerben muss, deren Musiker zuvor bei JUDAS PRIEST, SAVATAGE, FATES WARNING und ähnlich namhaften Acts aktiv waren.

Große Namen – große Leistung?

Das ist bei SPIRITS OF FIRE der Fall. Das Quartett namhafter Musiker hat vor wenigen Tagen sein selbstbetiteltes Debüt abgeliefert. Jetzt kann man es natürlich zwiegespalten sehen. Auf der einen Seite hat man sicherlich die jahrzehntelange Erfahrung im Business, auf der anderen Seite hängt natürlich die Messlatte der Erwartungen sehr hoch, wenn man diese geballte Kompetenz ein Album aufnehmen lässt.

Wir von metal-heads.de habe für euch die Scheibe mal durchgehört und hier ist unsere Meinung dazu.

Wer bei den Bandmitgliedern auf Qualität setzt, will auch sonst keine B-Ware und so hat man als Produzenten Roy Z. verpflichtet. Beste Voraussetzungen also für ein hörenswertes Werk. Was eure Ohren so erwarten dürfen, haben wir auch ja schon mit Kostproben (in Form von Videos zu zwei Songs hier und dort) vorab angepriesen. Los geht das Album mit „Light speed marching“. Direkter Einstieg mit E-Gitarren, die auch zügig von packenden Drums unterstützt werden. Lange müssen wir dann auch nicht warten, bis Tim „Ripper“ Owens das Mikro ergreift. Wenn ich es mal knapp formulieren darf: wenn man mir gesagt hätte, dieser Song stammt von einem JUDAS PRIEST-Album. Das hätte ich geglaubt. Starker Metal im Stil der britischen Veteranen. Große Klasse. Klar, der Sänger prägt eine Band bzw. deren Musik besonders.

Ein JUDAS PRIEST-Song, aber auch eine Menge eigene Ideen…

Aber SPIRITS OF FIRE zeigen, dass es letztlich auch auf das Zusammenspiel ankommt. So werden schon beim Track 2 die progressiven Wurzeln des ehemaligen FATES WARNING-Drummers Mark Zonder deutlich. Präzise, wie ein Uhrwerk, mit der nötigen Power…aber eben auch der Prog-Note, die dem Ganzen eine entsprechende Würze gibt.

Vielseitigkeit ist auch ein Trademark von Chris Caffery. Wer neben SAVATAGE und dem TRANS SIBERIAN ORCHESTRA noch bei diversen anderen Projekten die Gitarre bedient hat, kann auf eine Erfahrung blicken, die verschiedene Stile beinhaltet. Der gute Mann beherrscht die Prog-Seite der Musik ebenso wie den Metal. Das passt! „All comes together“ ist ein solcher Song, wo es die verschiedenen Anteile zu hören gibt.

Beim nachfolgenden Titeltrack ist teils Highspeed angesagt, an anderen Stellen gelingt es aber auch, das Tempo gekonnt herauszunehmen. Mit „It´s everywhere“ zeigen SPIRITS OF FIRE im nächsten Song, dass man auch eine deutlich ruhigere Gangart anschlagen kann. Immer noch ein amtlicher Rocker! Das Line up komplettiert Steve DiGiorgio am Bass. Der Mann hat sich u.a. bei Szenegrößen wie TESTAMENT einen Namen gemacht.

Welch vielseitigen Gesang er performen kann, zeigt der „Ripper“ bei „A game“. Getragene Stimmung und gemäßigtes Tempo. Nachdenklich und fast ein wenig melancholisch. Stark gemacht und satte 7 Minuten Musik! Mit einer gewissen Düsterkeit kommt „Stand and fight“ daher, den hatten wir euch ja bereits als Video vorgespielt. Gerne hier noch einmal (falls es Jemand verpasst hat):

Track 8 ist den tiefen Tönen gewidmet und kommt teils grollend daher. Filigranes Gitarrenspiel sorgt da für willkommene Abwechslung mit höheren Noten. Klasse! „Never to return“ ist wieder eine eher ruhigere und emotionale Nummer. Sorgt für Ausgewogenheit auf dem Album. Da die Granaten und dort die eher ergreifenden Tracks mit gedrosseltem Tempo. So klingt dann dieses Debütalbum auch nachdenklich aus. „Alone in the darkness“ sorgt für eine ansatzweise traurige Stimmung und lässt den Hörer etwas deprimiert zurück. Nichts gegen solche Songs. Aber vielleicht wäre zum Schluss ein etwas hoffnungsvollerer Ausklang netter gewesen…damit man optimistischer in den restlichen Tag startet…

Experiment mit namhaften Musikern – Ergebnis gelungen

Fazit: große Namen verpflichten und setzen im Zweifel hohe Erwartungen in das Produkt. In diesem Fall kann man das Ergebnis aber auf jeden Fall als gelungen bewerten. Die passende Mischung aus traditionellem Metal und progressiven Einflüssen bringt eine gewisse Eigenständigkeit, so dass man nicht andauernd mit Vergleichen („Das klingt wie…“) arbeiten muss. Obwohl man natürlich seine Wurzeln nicht leugnen kann. Aber wenn diese so ehrbar sind, muss man das ja auch nicht.

 

 

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Bildquellen

  • SPIRITS OF FIRE – Albumcover Spirits of fire: CMM online
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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