Sólstafir mit Myrkur und Árstíðir im Dezember auf Berdreyminn-Tour

Solstafir

Eine interessante Zusammenstellung nordisch-atmospärischer Klänge im Dreierpack, die da im Dezember unsere Konzerthallen unsicher macht. Das dachte sich auch unsere Gastredakteurin Birgit HochmannDie ’sanften‘ Klänge von Árstiðir, die durchkomponierten Black-Metal-Elemente von Myrkur und die eindrucksvollen atmosphärischen Klänge von Sólstafir wollten für sie zunächst so gar nicht zusammenpassen. Erst einmal die Konzertdaten und dann stellt euch Birgit die Bands noch einmal detailliert im Einzelnen vor.

Sólstafir mit Myrkur und Árstíðir – live

08.12.2017 – Wien, Arena Wien (Österreich)
12.12.2017 – Berlin, Heimathafen Neukölln
13.12.2017 – Köln, Die Kantine
14.12.2017 – Osnabrück, Rosenhof Osnabrück
17.12.2017 – Hamburg, Gruenspan

 

Sólstafir – Atmosphärischer „Icelandic Heathen Metal“

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Mit Sólstafir verbinde ich vor allen Dingen eigenwillige, auf den ersten Alben doch sehr sperrige Songs, aus denen sich nach und nach der für Sólstafir typischen Stil herauskristallisierte. „Svartir Sandar“ steht für mich nicht nur für ein konzeptionell in sich geschlossenes Album, sondern insbesondere durch Songs wie „Ljós í Stormi“ auch für die Schönheit und Urgewalt der isländischen Natur. Dies setzt sich in „Ótta“ fort. Hier haben sie mit „Náttmál“ und „Lágnætti“ eine Klangwelt erschaffen, die mir immer wieder Gänsehaut verschafft. „Berdreyminn“ ist sicherlich eine konsequente und reife Fortsetzung, konnte mich aber nicht sofort begeistern, was wohl daran liegt, dass keiner der Songs wirklich heraussticht oder so aufrüttelt wie z.B. „Fjara“. Insgesamt rufen Sólstafir aber wieder eine Stimmung hervor, die Bilder von Island entstehen lässt: die Klarheit karger weiter Landschaften, die fast zu einer Konzentration auf Wesentliches zwingt. Ich habe Sólstafir schon mehrfach live erlebt. Sie haben es immer wieder geschafft, mich für ihre Songs einzunehmen, weil es ihnen nicht nur in den großen Hallen, sondern auch den kleinen Clubs gelingt, diese Atmosphäre von Weite, Ruhe und Zeit (dies insbesondere durch die langen Songs) zu vermitteln.

 

Myrkur – finstere zerbrechliche Klänge

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Myrkur ist das Ein-Frau-Projekt der Dänin Amalie Bruun. Sie nutzt sowohl Black-Metal-Elemente als auch skandinavische Folklore und nimmt in den Texten Anleihen bei der nordischen Mythologie. Auf dem Album „Mareridt“, das in diesem Jahr herauskam, hat sie die Black-Metal-Anteile (die ich auf dem ersten Album nicht immer gelungen fand) zugunsten von Folk-Elementen und fast psychedelischen Klängen reduziert. Dort, wo sie zum Tragen kommen, schaffen Sie eine Finsternis, von der sich der manchmal fast zerbrechlich wirkende Gesang abhebt. Diese Gegensätze sind es, die mir bei Myrkur gefallen. Manchmal fühle ich mich an die raue, harsche Musik von Arkona erinnert, mal an die feenhafte Stimme von Eyvør. Es bleibt abzuwarten, ob Amalie Bruun diese Gegensätze live so ausspielen kann, dass sowohl die Vielfältigkeit ihrer stimmlichen Möglichkeiten als auch die Bandbreite der Instrumentierung deutlich werden und dies alles doch zu einem Ganzen wird, das atmosphärisch in die nordische Mythologie und Natur entführt.

 

Árstíðir – harmonische Melancholie

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Die Indie-Folk-Band aus Reykjavík hatte auch in Deutschland bereits einige Auftritte. Mit dem Video ihrer a cappella – Version des isländischen Liedes „Heyr Himna Smíður“ im Wuppertaler Bahnhof sind sie zumindest bei YouTube ziemlich bekannt geworden. Auf ihrem dritten Studioalbum „Hvel“, das sie über eine Kickstarter- Kampagne finanziert haben, zeigen sie ein gutes Zusammenspiel klassischer Instrumente wie Violine, Cello und Klavier und elektronischer Anteile wie elektrischer Geige und Synthesizer. Und natürlich wird auch hier wieder wunderbar harmonisch gesungen: von Dunkelheit, Natur und Liebe. Die Musik von Árstiðir versetzt mich immer in eine eher melancholische Stimmung. Sie passt zu verregneten Tagen und dunklen, kalten Winterabenden.

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Bildquellen

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soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds „Port Royal“ und „Abigail“ von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen…

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