Edensong – Years In The Garden Of Years

Years In the garden Of Years CD-Cover

Edensong ist ein Progressive-Rock-Quintett aus New York City, dessen Ursprünge ins Jahr 2002 zurückreichen. Sechs Jahre später, also 2008, hat die Band ihr Debüt The Fruit Fallen eigenständig veröffentlicht. Für Edensong hat sich dieser Schritt gelohnt, wurde das Erstlingswerk doch als Meisterwerk von den Kritikern gefeiert. Diese positiven Kritiken haben dann dazu beigetragen den Weg für die ersten größeren Live-Shows und bemerkenswerte Festival-Auftritte in ganz Nordamerika zu ebnen.

Edensong lassen und nehmen sich Zeit

Jetzt, erstaunliche acht Jahre später, steht mit Years In The Garden Of Years der Nachfolger in den CD-Regalen. In diesen acht Jahren wurde nicht nur getourt, sondern mindestens auch die letzten fünf Jahre an dem nun erscheinenden Album hart gearbeitet. Hierbei handelt es sich um ein Konzeptalbum um das Thema Zeit, welches in den Songs von verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. Und die Zeit einer CD wird bei über 71 Minuten Spielzeit auch fast komplett ausgenutzt.

Bandfoto Edensong

Der erste Eindruck

Da ich noch nie etwas von Edensong gehört hatte, war ich also gespant was mich erwartet. Also CD rein in den Player und das Album mal anhören. Das erste Instrument, welches sofort auffällt, ist die Flöte. Und ein Blick ins Booklet verrät mir, dass es sich tatsächlich um eine Flöte handelt und nicht um ein Keyboard. Barry Seroff heißt der Mann hinter der Flöte und er ist auch der einzige in der Band, der nur einen Job hat. Alle anderen spielen ein Instrument und singen noch. Dabei handelt es sich um James Byron Schoen (Gitarre und Gesang), Tony Waldman (Schlagzeug und Begleitgesang), Stefan Paolini (Keyboards und Begleitgesang) sowie TD Towers (Bass und Begleitgesang). Für die Interessierten unter euch: das TD steht für Theodore Danikov.

Zeit im progressiven Gewand

Weiter geht es jetzt aber mit der Musik. Nach der Flöte geht es mit Progressive Rock weiter. Und dieses nicht zu knapp. Teilweise wird aber etwas übertrieben und die Musik und der Gesang rutschen ins experimentelle rein (ich sage immer: hört sich an wie Free-Jazz). Dieses macht das Album dann auch etwas sperrig und schwergängig für die Rock gewöhnten Gehörgänge. Für progressive Musik gewöhnte Hörer hingegen machen diese Parts doch erst das Salz in der Suppe aus. Spätestens beim zweiten Durchlauf hört man diese Stellen aber nicht mehr. Mit dem Opener Cold City wird einem also schon mal die Bandbreite der Band bewusst.

Der zweite Song End Times In Retrospect eröffnet rein instrumental den Konzeptteil Years In The Garden Of Years des Albums, welcher mit Regenerations abgeschlossen wird. Dazwischen liegen sechs Lieder, die sämtliche Facetten eines Progressive-Rock-Albums abdecken. Von hard-rockig über akustisch-ruhig hin zu abgedrehten Songideen und eingängigen Melodien.

Der letzte Song Yawn Of A Blink vereint nochmals alles vorher gehörte, ein passender Abschluß des Albums.

Years In The Garden Of Years – die Kritik

Aber wie ist es denn nun das Album wirklich, fragt ihr euch jetzt sicherlich. Ich muss sagen, dass mich das Album komplett begeistert und das wirklich komplett. Schwächere Songs kann ich nicht finden, nur ein paar etwas Hervorstehende (Cold City, Down The Hours, The Atman Apocalypse). Ich war zwar am Anfang etwas skeptisch, da sich doch vieles nach alt bekannten Bands aus dem Prog-Bereich anhört (insbesondere Dream Theater und Spock’s Beard sowie Jethro Tull und Psychotic Waltz, dieses aber hauptsächlich wegen der Flöte), aber das bleibt ja nicht aus. Doch meine Skepsis löste sich dann in Luft auf. Den eigenen Stil haben Edensong auf jeden Fall gefunden und erfolgreich umgesetzt. Dazu gehören nicht nur die abwechslungsreichen Melodien, sondern auch die passenden Texte.

Years In the garden Of Years CD-Cover

Alle fünf Musiker verstehen ihr Handwerk prächtig und auch die Stimme von James Byron Schoen passt super zur Musik und wird nicht von ihr dominiert. Wenn ich mir so anschaue, was der Sänger alles sonst noch so bei CD-Produktion gemacht hat, würde ich sagen, er ist der Chef im Ring. Die Musik ist von allen geschrieben worden, die Texte nur von James Byron Schoen (ist jetzt auch nicht so außergewöhnlich). Produziert, aufgenommen und gemischt wurde es aber auch noch von ihm alleine, obwohl Schlagzeuger Tony Waldman ihm dabei unter die Arme greifen durfte. Das Mastering des Albums wurde dann von Grammy Gewinner Bob Katz übernommen. Das tolle CD-Cover und die Illustration des Booklets (Frauen würden jetzt sagen niedlich) stammen vom Künstler Dan May.

Fazit – was lange währt…

Unterm Strich steht ein tolles Album, welches einem die kommenden kalten und dunkleren Tage zu erhellen vermag. Soll heißen: Kaufen lohnt sich!

Da Edensong planen, das Album auch live zu supporten, können wir ja auf ein paar Gigs in Deutschland hoffen. Ich würde gerne sehen, ob die fünf New Yorker auch live das Potential haben, das sie auf dem Album zeigen.

Years In The Garden Of Years wurde am 30. September 2016 über The Laser’s Edge/Alive veröffentlicht.

Lyric-Video zu Cold City

Für alle Interessierten haben wir noch das Lyric-Video zum Opener Cold City für euch.

 

Playlist: Years In The Garden Of Years

  1. Cold City 7:34

Years In The Garden Of Years

  1. End Times In Retrospect 5:36
  2. In The Longest Of Days 5:01
  3. The Hollowed 9:33
  4. Down The Hours 6:07
  5. Chronos 9:37
  6. Generations 3:42
  7. The Atman Apocalypse 9:28
  8. Regenerations 8:05
  1. Yawn Of A Blink 6:18

Edensong sind:

  • James Byron Schoen – Gitarre und Gesang
  • Tony Waldman – Schlagzeug und Begleitgesang
  • Stefan Paolini – Keyboards und Begleitgesang
  • Barry Seroff – Flöte
  • TD Towers – Bass und Begleitgesang

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Bildquellen

  • Edensong_Band: cmm-online
  • Edensong_Cover_YITGOY: cmm-online
Frosch

Frosch

Hör den Summs jetzt schon seit über 30 Jahren. Alles fing damals mit Maiden und Saxon an. Dann kam die legendäre Heavy Metal Night bei Rockpop in Concert, und der Drops war gelutscht.

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