THE BLUE POETS: Live Power (Live-Album VÖ: 13.04.2018)

The Blue Poets

„Are you ready for the blues?“

Mit dieser Frage wird das Live-Album von THE BLUE POETS eröffnet, das mehr als eine Stunde abwechslungsreichen, leidenschaftlichen Bluesrock enthält.

Wer THE BLUE POETS   live erlebt hat, kann sicher bestätigen,  dass die emotionsgeladenen Songs direkt und in mehrfacher Hinsicht bewegen. Wobei die Performance auf der Bühne niemanden unberührt lässt, der etwas für Bluesrock übrig hat.

Sowohl die schnellen, kraftvollen  Stücke wie  „Too High“ als auch die zurückhaltenderen wie „Alien Angel“ zeigen eindrucksvoll, wie Blues gefühlvoll und gekonnt mit einem in den 70ern verwurzelten Rock verbunden werden kann.

Spielfreude und Leidenschaft

Das, was auf der Bühne passiert, ist direkt in dieses Album geflossen. 

Hierbei wird deutlich, was die vier ‚Poets‘ Marcus Deml (Gitarre), Gordon Grey (Gesang), Phil Steen (Bass) und Felix Dehmel (Schlagzeug) entwickelt haben.

Die zuletzt Genannten bilden eine Rhythmusabteilung, die die Songstruktur gut herausarbeitet. Damit bereiten sie den Boden, auf dem sich Gitarre und Gesang entfalten und austoben können.

Marcus Deml, der gefühlvoll und technisch auf höchstem Niveau spielt, prägt die Songs virtuos und wandlungsfähig durch seine Melodien und Riffs.

Gordon Grey’s vielseitiger Gesang, der sowohl rau als auch einschmeichelnd sein kann, setzt immer wieder besondere Akzente.

Phil Steens weiche Basslinien schaffen ein konturiertes Fundament und  Felix Dehmel groovt und shuffelt ganz wunderbar.

Die Leidenschaft aller Beteiligten für diese Art des Blues-Rock zeigt sich live und eben auch auf dem „Live Power“-Album in jedem Takt.

Magische Momente der Shows wurden eingefangen

Die ‚richtigen‘ Songs für das Album auszuwählen war sicher keine leichte Aufgabe. „Won’t You Suffer“ ist ein guter Opener. Er gibt einen Ausblick darauf, was im Folgenden zu erwarten ist: abwechslungsreiche Saitenarbeit, eine Reibeisenstimme, die auch weich werden kann und interessante rhythmische Elemente.

Das folgende „Sad, sad, sad“ ist ein Stück Blues-Gitarre mit ganz viel Rock’n Roll. Dieser Song  geht direkt in die Beine, sein Refrain ins Ohr. Mir gefällt hier besonders gut, dass die Gitarre sehr direkt und klar rüberkommt. Der Bass klingt fast wie ein Kontrabass. Dadurch klingt der Song  ursprünglich und authentisch. Wunderbar auch die Lässigkeit, mit der hier die Drums gespielt werden.

 „The Truth“ ist ein Song, bei dem Kopf und Fuß automatisch zu wippen beginnen, während man bei „With Your Eyes“, einem weiteren eher ruhigen Song, einfach dahinschmilzt.

Verbeugung vor Legenden der Bluesmusik

Mit „People get ready“ und „Oh Pretty Woman“   haben THE BLUE POETS zwei Songs adaptiert, die schon von den ganz großen Musikern wie Gary Moore und Jeff Beck interpretiert wurden. Die Versionen, die wir hier zu hören bekommen, sind keine reinen Kopien. Sie klingen vertraut und doch ganz anders.

„Song for Gary“ ist eine Reminiszens an Gary Moore.  Gleichzeitig ist er eine Verbeugung vor einem der ganz großen Bluesmusiker. Die Achtung vor dessen Musik und die Hingabe an den Blues zeigen sich im gesamten Song. Dieser wurde nur bei den Shows begeistert angenommen, sondern ist auch ein besonderer Teil des Albums.

Von langsamem Tempo zu rockigen Nummern

„Alien Angel“ ist ein langsamer Song, bei dem Marcus Deml die Gitarre jammern lässt und Gordon Grey sanft und gleichzeitig lasziv die Liebe des Lebens besingt. Da wünscht frau sich in den Arm und an die Schulter eines Mannes, um sich gemeinsam von der Musik davontragen zu lassen.

 

„Could have lived“ aus der Feder von Deml und Grey ist dann wieder energiegeladen, rockig. Dieser Song lässt einen nicht stillsitzen. Er ist aufgrund seiner Dynamik eine gute Vorbereitung auf  „Too High“, bei dem Bass und Drums ihre Rhythmen kraftvoll durch die vier Minuten treiben. Sie unterstreichen damit die Energie von Gitarre und Vocals.

„… and all the people cry“

Wie ich bereits in der Ankündigung dieses Albums geschrieben habe, ist „For a God“ der Song, der mich am meisten berührt. Die Live-Version lässt bei mir eine Gänsehaut entstehen. Die Musik bildet zusammen mit den Lyrics einen Anti-Kriegs-Song, der unter die Haut geht.  Deshalb verstehe ich, weshalb dieses Lied für Marcus Deml einer seiner Lieblingssongs auf diesem Album ist.

Jeder hat einen anderen Lieblingssong

Ansonsten haben die vier Blue Poets auf meine Frage hin jeweils andere Songs als ihre Lieblingssongs bezeichnet. „People get ready“ wurde dabei mehrfach genannt. Für Felix Dehmel ist es sein Lieblingsstück, weil sehr viele Emotionen und Herz dabei sind.

Gordon Grey hat nach wie vor viel Spaß mit dem temporeichen „Sad, sad, sad“.  Phil Steen hat „Could have lived“ zu seinem Favoriten erklärt.

„Goodbye“ als Ausklang

Mit dem Song „Goodbye“ verabschieden sich THE BLUE POETS mit einer Nummer, die uns in eine verrauchte Bars versetzt. Eine eingängige Melodie, ein warmer Bass, dynamische Drums. Und dazu eine Stimme, die sowohl akzentuiert als zurückhaltend sein kann. Sie transportieren das Thema Abschied so, dass die Hoffnung, eine neue Tür zu finden, auch wenn sich eine gerade geschlossen hat, erhalten bleibt.

Live-Feeling durch Live-Power

Dem Album gelingt es, die Leidenschaft, die in den Konzerten spürbar wird, zu übermitteln. Durch die Auswahl der Aufnahmen konnten tatsächlich magische Momente eingefangen werden. Insgesamt ist ein  räumlicher Klang entstanden, der den Eindruck vermittelt, als würde man in einem Club direkt vor der Bühne sitzen.

Wer keine Gelegenheit hat, THE BLUE POETS bei einem der Konzerte der kommenden Tour zu erleben, sollte sich das Album holen, die Augen schließen und genießen!

Allerdings kommt man vor den heimischen Lautsprechern nicht in den Genuss der Songankündigungen, die Marcus Deml mit Humor, Anekdoten und aktuellen Bezügen anreichert.

Tourdaten

13.04.18 │ Torgau (Kulturbastion)

14.04.18 │ Lübeck (Treibsand)

21.04.18 │ Essen (Zeche Carl)

28.04.18 │ Hamburg (Knust)

04.05.18 │ Unna (Lindenbrauerei/Atelier)

05.05.18 │ Köln (Kantine/Yardclub)

11.05.18 │ Berlin (Quasimodo)

18.05.18 │ Osnabrück (Marktplatz)

14.07.18 │ München (Andechsel Zelt/Tollwood

21.07.18 │ Balge (Rock das Ding)

08.09.18 │ Mannheim Guitar Summit

05.10.18 │ Zülpich (Live Proberaum)

06.10.18 │ NL – Ulft (DRU Cultuurfabriek)

13.10.18 │ Esslingen (Dieselstrasse)

10.11. 18 │ Baden Baden (Blues Club)

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Bildquellen

  • The Blue Poets Live Power: ccm marketing
  • The Blue Poets Live Power: ccm marketing
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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