Iced Earth – Jon Schaffer und der Sturm auf das Kapitol

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Eigentlich hätten wir an dieser Stelle das dreißigjährige Jubiläum des Debüts von Iced Earth feiern können. Und um ganz korrekt zu sein: Die 30th Anniversary Edition von „Iced Earth“ erschien bereits am 18. Dezember 2020. Eigentlich hätten wir das feiern können. Aber dann kam der 06. Januar 2021 und der Sturm eines wütenden Mobs auf das US-Kapitol. Jon Schaffer war offenbar Teil dieser Bewegung und wird mittlerweile anhand des Bildmaterials polizeilich gesucht. Überraschen kann seine Einstellung eigentlich niemanden mehr. Zu bekannt sind seine Ansichten in der Metalszene. Wer mag, kann sich auch einen aktuellen Eindruck verschaffen. Im vergangenen November gab er der Welt Journalistin Caroline Drüten während einer Demonstration in Washington gegen das Wahlergebnis ein Videointerview. Dieses könnt ihr hier sehen. So erhaltet ihr unmittelbar einen eigenen Einblick in seine Gedankenwelt.

Jon Schaffer – Privatmann und Musiker

Jetzt ist es nun die Koinzidenz vom Release der Anniversary Edition und dem Handeln des Privatmanns Jon Schaffer, die mich zu der Frage führt, ob man eben genau diese überhaupt trennen kann. Das Thema wurde ja auch bereits quer durch die social media Netzwerke diskutiert. Eines vorweg: ich mag Iced Earth seit der Platte „Burnt Offerings.“ Und während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Hintergrund das Debüt, das mit Sicherheit nicht das stärkste Album in der Diskographie der Band ist. Aber mit Sicherheit ein richtig gutes Metal Album und für ein Debüt sogar grandios. Es bleibt die Frage: Kann ich als Metal Fan angesichts der jüngsten Ereignisse weiterhin Iced Earth mögen und unterstützen? Die klare Antwort darauf ist: Natürlich kann ich das, wenn ich das möchte. Denn zum Glück leben wir in einem freien Land und nicht in einer Diktatur und daher kann mir hier niemand etwas vorschreiben.

Aber möchte ich das?

Ich für mich habe da eine klare Entscheidung getroffen. Nein, ich möchte das nicht! Ich mag die Musik von Iced Earth weiterhin und werde meine Platten und CDs auch nicht verbrennen oder sonst wie entsorgen. Aber ich werde mir weder neue Platten noch Merchandise von dieser Band mehr kaufen noch etwaige Konzerte besuchen. Denn ich möchte dadurch nicht einen Musiker supporten, der sich derart antidemokratisch verhält. Deswegen bestelle ich auch nichts bei Labels wie Osmose Productions, die auch NSBM Zeugs verbreiten. Deswegen habe ich auch unabhängig der Musik überhaupt keinen Bock auf die Jungs von Mgla. Das Warum hat der Eugen von Pripjat hier gut dargestellt. Auf die Pädophilie-Affäre um Manowars Karl Logan möchte ich hier gar nicht weiter eingehen. Für mich verschwinden das private Handeln oder die privaten Ansichten nicht einfach sang- und klanglos hinter der Musik. Ich mag diese noch so gut finden. Aber steht der Künstler meinem Wertekodex so konträr entgegen, kann und will ich das nicht unterstützen. Was mich zu einer weiteren Frage führt…

Wie seht ihr das?

Schreibt uns (redaktion@metal-heads.de), kommentiert dieses Essay, nutzt den Messenger oder schickt eine Brieftaube. Ganz egal, aber lasst es uns wissen wie ihr seht. Wie sieht es die deutsche Metalszene?

Hinweis:

Es handelt sich hier um die subjektive Meinung des schreibenden Redakteurs und spiegelt daher nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wider.

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Bildquellen

  • Iced Earth Logo: Century Media

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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