Rage Against Racism 2022 – Unser Interview

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Gute Nachrichten für alle Metal-Fans: das tolle Umsonst & Draußen-Festival Rage Against Racism 2022 soll im Juni wieder stattfinden. Wir von metal-heads.de sprachen hierzu mit Levent Tomicki, dem Vereinsvorsitzenden des Fördervereins Inne Mühle e.V.

Nicht nur pandemiebedingte Sorgen ums Rage 2022

Die gesamte Kulturbranche kämpft bekanntlich seit dem Frühjahr 2020 mit den Auswirkungen von Covid-19. Die wackeren Vereinsmitglieder vom Verein Inne Mühle e.V. sowie das Organisationskomitee des Rage Against Racism-Festivals hatten sich offensichtlich zudem auch noch monetären Ärger mit dem Finanzamt eingebrockt (siehe Facebook-Eintrag vom 30.09.2021). Nun aber sendeten Verein und Orga-Truppe positive Signale aus und wir schnappten uns direkt den Vereinsvorsitzenden für ein Interview. Los geht´s.

Das Interview mit Levent Tomicki

metal-heads.de: Die gute Nachricht zuerst: Das Rage Against Racism 2022 soll – vorbehaltlich der Pandemie – im Juni stattfinden. Richtig?

Levent Tomicki: Moin Ralf, ja, das ist richtig. Das heißt: Wir rollen die Planungen für 2020 nun wieder auf und hoffen, alles zusammen zu kriegen um das Festival stattfinden lassen zu können, wenn es denn pandemisch möglich ist. Das sieht ja zur Zeit ganz gut aus… 

mh: Es gab ja nicht nur pandemiebedingte Schwierigkeiten beim Förderverein Inne Mühle e.V.. Wie ist da der Stand? Was kannst, was willst, was darfst du dazu sagen?

Levent: Der Verein Inne Mühle e. V., der das Festival gemeinsam mit dem JugendzentrumDie Mühle“ und der Stadt Duisburg ausrichtet, hatte ein Problem mit der Nachforderung der Steuern ab 2015 – 2017. Der Prozess hat sich durch das Verschulden des Vereins, dem ich seit letztem Jahr vorsitzen darf, so weit verzögert, dass das Finanzamt am Ende schätzte, wie hoch der Gewinn bei so einem Festival wohl ausfallen könnte und dann eine Forderung gestellt, die wir nicht hätten begleichen können. 

Danke an alle Spender….und an das Finanzamt Duisburg-West

Da müssen wir uns ausdrücklich dann beim Finanzamt Duisburg West bedanken, dass uns die Sachlage explizit erläutert hat und uns nochmal (es ist ja jetzt 2022) die Möglichkeit gegeben hat, die originären Zahlen einzugeben. 

Die mussten wir erstmal fundiert erarbeiten und geben Sie die Tage ab. Die dann zu erwartende Steuerlast sollten wir für die Jahre 2015 – 2017 tilgen können, den Rest gehen wir dann nach dem nächsten Rage an. 

Das Geld können wir dann berappen, da wir viele kleine Spenden bekommen haben, uns vor Allem aber die Hörwelt Duisburg einen wirklich fetten vierstelligen Batzen Kohle überwiesen hat. Dazu kommen weitere Spenden, unter anderem von einem Paar, dass uns vor Weihnachten 2000,- Euro überwiesen hat, uns aber vom Namen her leider nicht persönlich bekannt ist… naja… so ist es halt Einzelpersonen und der harten Arbeit/Kommunikation der letzten Monate zu verdanken, dass wir die Kuh wohl erstmal vom Eis haben.

Besten Dank an Alle Spender und sonstige Leute, die uns in den letzten Monaten die Daumen gedrückt haben!

Zur Zeit bewerben wir uns noch um einmalige  Fördergelder von Land und Bund und hoffen so, die letzten Jahre abwickeln und das nächste Festival veranstalten zu können. 

Langfristig müssen wir schauen ob das „Umsonst und Draußen“-Konzept weiter bestehen kann oder wir ab 2023 Eintritt nehmen (so 6 Euro pro Tag) oder wir ein wenig Back to the Roots gehen und die ganz dicken Fische wie Destruction, Flotsam & Jetsam, etc. an uns vorüber ziehen lassen. Sprich: Weniger Geld für Bands ausgeben. Mal seh´n. 

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mh: Wir kennen bisher nur das Plakat, wo der Headliner des 2. Tages fehlt. Komm, verrate uns doch schon mal unter der Hand, wer Samstagabend spielt. Wir verraten es auch nicht weiter (hüstel)?

Zum fehlenden Headliner des 2. Tages

Levent: Ja, da sind wir auch mal gespannt *lach*, Tatsächlich haben wir einige Bands angeboten bekommen, ob der o. g. Lage aber alle an uns vorbei ziehen lassen. Nun wollen wir erstmal prüfen ob wir alles zusammen bekommen, was wir für das Festival brauchen: Genehmigung, Sanitäter, Toiletten, usw. und wenn am Ende feststeht, dass es möglich ist, dann fragen wir mal rum, wer Bock hat, den Headlinerslot zu übernehmen. Wobei wir uns da nicht scheuen, eben nicht ins Volle zu gehen. Wir sind ein kleines Festival mit dennoch rund 5000 Zuschauern. Alles in Allem wollen wir aber vor Allem eine Party für alle Beteiligten sein, d. h. uns keine Sorgen um Morgen machen müssen, wenn wir feiern. Ich persönlich kann das auch sehr gut mit sogenannten „kleinen oder kleineren“ Bands. Wir müssen auf jeden Fall die Waage halten, schließlich wollen wir das Festival nach Möglichkeit die nächsten 20 Jahre noch machen… 

mh: Das Slot Battle der Nachwuchsbands um den freien Startplatz am Samstagmittag findet dieses Frühjahr auch statt? Falls ja: Wann? Und wer wird hieran teilnehmen?

Levent: Da hatte ich tatsächlich nicht drüber nachgedacht, bis Du jetzt gefragt hast. *lach. 

Also, im Moment sieht es nicht danach aus als das wir ein Konzert in der Mühle machen könnten. Bei dem Battle war ja auch immer die Idee, dass die Leute viele Fans mitbringen, die dann für „ihre“ Band abstimmen können. Also auch ein kleiner Mobilisierungswettbewerb… das scheint mir dann dieses Jahr nicht drin zu sein. 

Bewerbungen fürs Slot Battle jetzt und hier!

Der Daniel sichtet alle Bewerbungen die an die Emailadresse: Rage-against-racism@gmx.de gehen… und wird da bestimmt was aus dem Hut zaubern denke ich… ansonsten haben wir auch immer gerne Empfehlungen der Metal – Heads angenommen was Bands angeht, da sind wir gespannt von Euch zu hören. Aber der Slot Battle „gehört“ dem Daniel, der soll da am Ende sagen wer es sein soll und wie wir das bestimmen.

mh: Auf Facebook war zu verlesen, dass ihr letztes Wochenende mit den Helfergruppen gestartet seid. Benötigt ihr noch Manpower?

Levent: Tatsächlich haben wir festgestellt, dass in den letzten Jahren zwar die bekannten Helfer immer wieder mit uns das Festival überhaupt erst möglich machen, neue Helfer aber nicht so leicht zu generieren sind. Das mag verschiedene Ursachen haben. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich a) den ganzen Freiwilligen unendlich dankbar bin und genau weiß, dass es ohne sie kein Festival gäbe. b) die Truppe viel Herz hat und hart arbeitet und c) jeder willkommen ist sich anzuschließen ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und nach getaner Arbeit mit uns zu feiern. 

Freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht

Alex hat dafür eine Gruppe bei Facebook erstellt: Helferlein 2022. Ich sehe hier zur Zeit 123 Mitglieder… 180 – 200 sollen es ruhig werden! Also meldet Euch :-* 

mh: Worauf freust du dich persönlich am Allermeisten am 17. und 18. Juni 2021?

Levent: Neben dem ganzen Festival – Feeling und den Bands, die wir endlich zu sehen bekommen (überlegt mal: Flotsam & Jetsam in Friemersheim!) freue ich mich vor Allem darauf die ganzen Leute wiederzusehen, die doch eigentlich zum Leben gehören, da man sich oft im Jahr bei Konzerten und Festivals traf, aber durch Corona doch schon lange nicht mehr geherzt und begrüßt werden konnten. Dazu gehören natürlich alle Leute die beim Festival mitarbeiten, die Bands, die Fans, die zum Teil ja bald 20 Jahre dabei sind, aber eben auch der Bierlieferant, die Jungs, die die Absperrungen bringen, die Zäune aufbauen, usw. Einfach mal hören wie´s den Leuten geht und mit Freuden ein geiles Festival gestalten für uns alle… dann könnte von mir aus noch die Sonne scheinen und ein Bierchen kalt sein. Perfekt!

„Zahlt eure Steuern und lasst euch impfen!“

mh: Die Schlussworte gehören traditionell unserem Interview-Gast. Also bitteschön!

Levent: Corona und Steuerschulden sind recht zähe Gegner, vor Allem im Verbund, da man ja kein Geld verdienen kann um seine Schulden zu zahlen. Sorgt also dafür, nicht in die gleiche Situation zu kommen wie wir 😉 Zahlt Eure Steuern und lasst Euch impfen! Wir arbeiten hart daran Euch wiedersehen zu können, dass erwarten wir auch von Euch *lach

Danke fürs „Gespräch“!

mh: Wir haben zu danken!

Das Line-Up

Wir bohren natürlich weiterhin nach, was den Headliner des 2. Tages angeht. Und freuen uns bereits jetzt schon wieder auf unzählige Interviews vor Ort. Unsere lauschige Besetzungscouch mit dezenter Werbung für unser Online-Magazin ist quasi bereits aufgebaut, so wie auf dem Foto hier. Und die beiden Redaktionskollegen sind jetzt schon wieder ganz heiß (also auch auf ihren gemeinsamen Mikro-Technik-Test)…

Rage Against Racism 2019
Interviewraum – Rage Against Racism 2019

Für Menschen mit Helfersyndrom

Weiterhin gilt: Alle, die das diesjährige Festival und die kommenden 20 Jahre unterstützen möchten, sind aufgerufen, sich bei der Helferlein 2022-Facebook-Gruppe zu akkreditieren. Oder als aktive Band den Daniel per Mail ( Rage-against-racism@gmx.de ) solange zu nerven, bis er sich euch anhört, euch zum Slot Battle einlädt und ihr den begehrten Warum Up-Slot Battle Winner-Platz gewinnt. Und wer Angst hat, dem Schally von Ignition seine Bratwurstbräter-Schürze zu klauen, muss auch nicht zwingend persönlich vor Ort helfen. Sondern kann spenden. Und zwar hier hin: Kontoinhaber: Inne Mühle e.V. ,IBAN : DE59 3505 0000 0200 0565 47 (Sparkasse Duisburg) oder Paypal Link

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Bildquellen

  • rage-2022-save-the-date: Rage Against Racism
  • Interviewraum – Rage Against Racism 2019: Ralfi Ralf (c) metal-heads.de

Ralfi Ralf

Als ich mir mit 14 zum ersten Mal das Nasenbein beim Moshen mit dem Tennisschläger im heimischen Kinderzimmer brach, war es um mich geschehen! METAL...

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