Party.San 2026 Recap – Anreise und Donnerstag
30 Jahre Party.San Open Air
Wat gibt et schöneres, als so nen zünftiges Extreme Metal Festival? Kein Piraten Metal, kein Geleier, wenig bis kein Symphonic Bombast…einfach nur wohlige Klänge verschiedener härterer Richtungen, verschmolzen zu einem großen Ganzen. Dazu stand noch der 30. Geburtstag des Party.Sans an und gut erzogen wie wir nun mal sind, wollten wir natürlich auch gratulieren.
Das Lineup
Gemecker übers Lineup gibt es auf vielen Festivals. In diesem Fall muss auch ich zugeben, dass ich im Vorfeld milde irritiert war. Es war ja nicht irgendein Party.San angesagt, sondern das Festival feierte seinen 30. Geburtstag. Ob das Lineup jetzt 30 Jahren Party.San Geschichte gerecht wird, sollte jeder für sich entscheiden. Ich empfand das nicht ganz so, vor allem, wenn man z.B. mal mit dem grandiosen 2022er Lineup vergleicht. Am Ende darf man ja mit den Füßen abstimmen, wenn es einem nicht passt und eben woanders hingehen. Für mich waren die Bands allerdings auch weit weg von schlecht, es fehlt nur hier und da ein wenig das I-Tüpfelchen. Für uns zählt außerdem auch das drumherum und da ist das Festival Spitzenklasse.
Party.San 2026 – Die Anreise
So war die Vorfreude bei uns groß. Also den Camper gesattelt und beladen mit allerlei Feinheiten. Mittwochs gegen 15 Uhr machten wir uns auf, die 350km zum Flugplatz Schlotheim/Obermehler abzureißen. Wie immer super dankbar, wenn man vom Niederrhein aus nach Osten muss, einmal durchs ganze Ruhrgebiet. Jedes verdammte mal ein Heidenspaß. Als wir endlich an Dortmund vorbei waren, lief es endlich ohne Probleme. Nach der Autobahnabfahrt geht es nochmal ca. 30km durch die Thüringer Pampa. Kam mir dieser Abschnitt bei meinem ersten PSOA noch wie eine Ewigkeit vor, fährt sich das nun immer besser. Man kennt so langsam die Kurven und Orte und irgendwie ist es eine Mischung aus Tristesse und schöner Landschaft. Ich mag es inzwischen irgendwie.
Ankunft
Wie immer war beim Party.San alles hervorragend organisiert. So gelang der Checkin am Container fix und wir konnten hinter der Bühne langeiern, in Richtung Campground. Schnell einen schicken Platz ausgesucht und während die Kollegen ihr Zelt aufstellten, konnte ich dem Grill etwas einheizen. Nach Stärkung und den ersten Bierchen ging es zur obligatorischen Zeltrunde am Mittwoch Abend. Bei ein paar Bier (4,50 Euro für 0,4l) und Cuba Libre (6 Euro für 0,3l) ließen wir zu guter Musik aus der Konserve den Abend ausklingen.



Donnerstag und Start ins Festival
Da man ja über die Jahre nicht schlauer wird und die wirklich hervorragenden Cuba Libre doch immer wieder bestellt, war leichte Bettschwere vorhanden. Frühstück fabriziert und nen leicht dicken Kopf gehabt. Daher ist das Festival irgendwie…äh, ohne uns gestartet?! So hörten wir Sarcator nur aus der Ferne, was aber glaube ich für den Einstieg in den Tag ok war.
200 Stab Wounds
Dafür wurde mit der zweiten Kapelle direkt ein Knaller auf die Bühne geschubst. Denn 200 Stab Wounds aus den USA standen als nächstes auf dem Plan und die sind einfach eine geile Liveband. Das war jetzt glaube ich mein vierter Gig von denen und ich kann vorab sagen…ich wurde bisher nie enttäuscht. So schickten sie sich an, mit ihrem modernen Death Metal früh den Laden aufzumischen. Das sah auch das Publikum ein und erschien freiwillig und sehr zahlreich. Bei exzellentem Sound ballerten sie roh, wütend und intensiv ihre harten Riffs raus. Für mich definitiv eine Band, die man auch größer aufs Plakat schreiben kann und in Zukunft vielleicht sogar sollte.
Rats of Gomorrah
Ein erster kurzer Blick ins Zelt, zu Rats of Gomorrah. Die hatte ich 2022 schon auf dem Dong Open Air gesehen, da noch unter dem Namen Divide. Eine 2-Mann Death Metal Band aus Kiel, die man sich durchaus geben kann.
Misery Index
Bei den folgenden Bands nur reingeschnuppert, ging es für uns so richtig dann mit Misery Index weiter. Und die haben alles andere als enttäuscht…oder sagen wir es anders: Ich war so begeistert, dass ich mir direkt ein Shirt gekauft habe. Old School Death Metal, routiniert aber bestens gelaunt vorgetragen. Harte Blastbeats, glasklare Riffs und sogar ein Song vom neuen Album…das war richtig geil.
Schirenc Plays Pungent Stench
Da hat das Party.San mal wieder geschickt gebucht. Bevor Martin Schirenc das Projekt Ende des Jahres auflösen wird, gaben sie noch ihre Premiere auf dem Festival. Viel Old Schooliger geht vermutlich kaum und die Jungs mussten wir natürlich mitnehmen. Dazu war noch der original Pungent Stench Bassist nach 27 Jahren zurück. Und so war das auch ein solider Auftritt mit vielen Ansagen, bei dem mir in letzter Instanz vielleicht etwas die Wucht gefehlt hat.
Begging for Incest
Da wir im Zelt bisher kaum waren, mal eben zu Begging for Incest rüber gemacht. Brutal Death Metal aus deutschen Laden und ich würde mal sagen, reines Gegrunze ohne (erkennbare) Texte. Das gab auf jeden Fall voll auf die Fresse…muß man Fan von sein 😉
Wir haben die Zeit genutzt, mal eben den Grill aufzuzünden und etwas zu speisen.
Lamp of Murmuur
Zurück zur Mainstage und zu Lamp of Murmuur. Eigentlich sollten jetzt hier Desaster auf der Bühne stehen und auf die hatte ich mich wirklich gefreut. Leider hatten die recht kurzfristig einen Krankheitsfall zu vermelden und da die Gesundheit ja immer vorgeht, gab es einen Wechsel im Lineup. So wurde mit den US Black Metallern aufgefüllt, die ihren atmosphärischen Black Metal auch gut rüber gebracht haben. Eine, gerade für Black Metal, durchaus energiegeladene Show.
Sventevieth
Nergal von Behemoth hat sich mit den isländischen Black-Metallern von Misþyrming zusammengetan und die Band Sventevieth gebildet. Die schickten sich an, das gleichnamige erste Behemoth Album in Gänze zu spielen. Der Sound böllerte druckvoll über das Gelände und die Kollaboration funktionierte auch ganz gut. So richtig angezündet wurde aber weder ich, noch das andächtig lauschende Publikum. War ok, brauche ich aber nicht unbedingt nochmal.
Sear Bliss
Also wieder rüber ins Zelt zu Sear Bliss. Die Ungarn zelebrierten, passenderweise, das 30 jährige Jubiläum ihres Erstlings und traten zum zweiten Mal auf dem Party.San auf. Die Ansagen kamen zum Teil auf deutsch, die ganze Band war bemüht und das Erlebnis für den Zuschauer wirklich ok. Und Black Metal mit Blasinstrumenten geht irgendwie immer…hier war es glaube ich eine Posaune.
Moonspell
Mit Moonspell dann der Co-Headliner des Abends und ich sage es, wie es ist…meins war das nicht. Gothic Metal aus Portugal, schon ewig in der Szene, wo sie ihren festen Platz haben. Der Sänger tat auch sein bestes, mit Ansagen die Crowd zu motivieren. Das klappte aber eher so mäßig. Mir war das einfach zu schlapp, zu lasch…außer, wenn gegrowlt wurde. Die Growls waren richtig stark. In Summe haben wir uns aber lieber für ein Pilsken verzogen und ne Pause braucht man eh regelmäßig.
Testament
Chuck Billy und Testament durften dann den Headliner des Abends mimen und irgendwie stand der Auftritt unter keinem guten Stern. Erst gab es elendige Soundprobleme, dann wirkte Chuck Billy einfach nicht ganz auf der Höhe. Was allerdings richtig gescheppert hat, war der Song vom aktuellen Album. Auch Testament habe ich 2022 auf dem Dong Open Air gesehen, da noch mit Dave Lombardo an den Drums. Und das hatte einfach mehr Power. So ging ein, musikalisch gemischter Tag mit einem Gig zu Ende, der ok war.
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