Zwischen Reggae Metal und Gewitter: Green Juice Festival 2026
Das Green Juice Festival ist kein reines Metal-Festival. Dennoch bot das kleine Open Air im Bonner Park Neu-Vilich auch 2026 einige gute Gründe, den Blick über den Rand der einschlägigen Genreveranstaltungen zu wagen. Vor allem der Freitag setzte mit dem Headliner Skindred deutliche rockige Akzente – wahrscheinlich der musikalische Höhepunkt für das Metal-Publikum unter den Gästen. Skindreds Crossover aus Metal, Punk, Reggae und elektronischen Elementen funktionierte auch in der vergleichsweise kleinen und entspannten Green-Juice-Kulisse hervorragend.
Zunächst machte allerdings das Wetter dem geplanten Ablauf einen Strich durch die Rechnung. Wegen eines herannahenden Unwetters wurde das Gelände am Freitag vorsorglich geräumt und das Festival unterbrochen. Dass der Abend anschließend fortgesetzt werden konnte und dass alle Bands noch mit verkürzten Sets auftraten, verhinderte, dass die Wetterlage den gesamten Festivaltag überschattete. Die Räumung zeigte zugleich, wie schnell auch ein überschaubares Open Air auf veränderte Bedingungen reagieren muss. Alles lief professionell und reibungslos ohne organisatorische Komplikationen. Und geräuschlos ohne Kritik aus dem Publikum, dafür mit viel Verständnis für die Situation.

Am Samstag hielten vor allem Adam Angst und Deine Cousine die Gitarrenfraktion bei Laune. Adam Angst kombinierten Punkrock mit gewohnt bissigen Texten und gesellschaftspolitischer Schärfe, während Deine Cousine geradlinigen deutschsprachigen Rock mit viel Bühnenenergie präsentierte. Auch The Wombats boten zum Abschluss zwar keinen Metal, aber einen tanzbaren und gitarrengetragenen Ausklang.
Bemerkenswert war darüber hinaus das Gesamtbild des Festivals. Zahlreiche Non-Profit-Organisationen waren mit eigenen Ständen und Themen auf dem Gelände vertreten. Auch die beteiligten Unternehmen beschränkten sich nicht auf das Platzieren ihrer Logos, sondern präsentierten sich mit aufwendig gestalteten und zur lockeren Festivalatmosphäre passenden Aktionen. Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung war die erkennbare Bereitschaft zum Engagement ungewöhnlich hoch.
Ähnlich vielfältig zeigte sich das gastronomische Angebot. Neben einer großen Getränkeauswahl gab es Speisen unterschiedlichster Art und nationaler Herkunft – deutlich mehr als die andernorts noch immer übliche Kombination aus Pommes, Pizza und Bratwurst. Zusammen mit den kurzen Wegen und der grünen Kulisse entstand so eine sehr entspannte, zugleich aber ausgelassene Atmosphäre.

Das Green Juice bleibt damit vor allem ein Indie-, Pop- und Rockfestival. Wer sich als Metalhead jedoch nicht ausschließlich innerhalb enger Genregrenzen bewegt, findet in Bonn ein sympathisches kleines Open Air, das harte Gitarren mit einem vielseitigen Rahmenprogramm und einer auffallend angenehmen Grundstimmung verbindet. Und ein gewisses Maß an Metal ist eigentlich jedes Jahr im Line-up zu finden… Nächster Termin: 6. und 7. August 2027 – der Vorverkauf läuft bereits.
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Bildquellen
- Skindred – live Green Juice 2026 – 3: (c) 2026 Matt / metal-heads.de
- Skindred – live Green Juice 2026 – 2: (c) 2026 Matt / metal-heads.de
- Skindred – live Green Juice 2026 – 4: (c) 2026 Matt / metal-heads.de


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