VUUR und FOR I AM KING im Doornroosje in Nijmegen

VUUR - Live in Nijmegen - 06.04.2018 - 034
VUUR rocken Nijmegen

VUUR, die neue Band der musikalisch umtriebigen Anneke van Giersbergen, spielte am 06.04.2018  im Doornroosje und wurde dabei von FOR I AM KING supportet.

FOR I AM KING – Melodic Death Metal aus Amsterdam

FOR I AM KING sind eine Melodic-Death-Formation aus den Niederlanden. Im letzten Jahr waren sie mit ANY GIVEN DAY auch in Deutschland unterwegs.

Sie eröffneten ihr Set mit „Black Death“, um gleich die Hausnummer bekannt zu geben, unter der sie zu finden sind.  Der Song beginnt mit einer kleinen feinen Klaviermelodie. Die Gitarren nehmen sie in einem präzisen Twin-Riffing auf und bereiten so den Moment vor, in dem Sängerin Alma Alizadeh dem Publikum ihre Growls entgegenschreit. Manchmal klingt sie wie eine Mischung aus Angela Gossow und Thomas Lindberg.

FOR I AM KING - Live in Nijmegen - 06.04.2018 - 014Moderner Göteborg-Metal

Aber nicht nur dadurch werden der Einfluss von Bands wie ARCH ENEMY oder AT THE GATES  hörbar. Insbesondere das Riffing im Göteborg-Stil und das Gefühl für Melodien zeigen diese Einflüsse. Einige Passagen klingen nach neugierigen Experimenten mit den Ideen von Michael Amott. Wie z.B.  „Interlude“, einem klassisch klingenden ruhigen instrumentalen Zwischenspiel.

Frontfrau Alma ist während des gesamten Sets viel auf der Bühne unterwegs und nimmt häufig direkten Kontakt zu den Zuhörern auf. FOR I AM KING scheinen inzwischen über eine  breite  Fanbase zu verfügen. Und das wirklich verdient.

Präzision und ein Gespür für Melodien

FOR I AM KING zeichnen sich durch ein präzises Riffing, das in eingängigen Hooklines der Refrains mündet, aus. Das Gespür für Melodien zeigt sich insbesondere in Songs wie „Tantalus„, „Hades“ oder „Breathe the Fire“

Die Rhyhmusgruppe mit Jurgen am Bass und Jaap an den Drums unterstützen kraftvoll. Jaaps schneller und donnernder Double Bass macht Druck, ohne hastig zu werden. Jurgen nimmt mit dem Bass die Riffs auf und verstärkt sie. Wouter und Koen an den Gitarren duellieren sich mit schönen Melodien, um diese dann in Harmonie zusammen zu führen. So macht moderner Death-Metal mit Metal-Core-Elementen richtig Spaß.

„Hades“ ist mein Song des Abends, da er alles hat: tolle Melodien, druckvolle Rhythmen, detaillierte Riffs, bissige Growls, die den Song gut unterstützen.

FOR I AM KING beschließen ihr Set mit „The Crone“ einem echten Stück Metal mit eingängigen Leads und abwechslungsreichem Einsatz der Vocals. Ein Song, der Lust auf mehr macht. Wer FOR I AM KING live erleben möchte kann dies bei weiteren Shows oder auf dem With Full Force Festival in Gräfenhainichen tun. (Die Termine findet ihr unter dem Artikel)

Schaut euch auch die Bilder vom Abend an, die DocRock gemacht hat.


VUUR – Feuer oder Leidenschaft?

VUUR - Live in Nijmegen - 06.04.2018 - 032VUUR beginnen ihren Teil des Abends mit „Time – Rotterdam“, einem Song vom Debüt-Album „In This Moment We Are Free . Cities“. VUUR starten hier mit einem Progmetal-Song, der aber eher dunkel und schwer daherkommt. Im Folgenden spielen VUUR nicht nur Songs von ihrem Album, sondern auch von anderen Bands, zu denen Anneke van Giersbergen eine musikalische Beziehung hat. Wie zum Beispiel THE GATHERING und THE GENTLE STORM.

Nach zwei Songs begrüßt sie das Publikum und auch ihre Familie, die oben auf dem Balkon Platz genommen hat und fragt, wer bei der Jubiläumsshow von THE GATHERING im Doornroosje dabei war.  Die Erwähnung ihrer alten Band löst ordentlichen Jubel aus, der sich noch steigert, als „On Most Surfaces“ (von THE GATHERING) angekündigt wird.

Beim nächsten Song „The Martyr and the Saint“ kann Anneke van Giersbergen ihre stimmliche Vielfalt zeigen. Ansonsten ist der Song schwermütig und von Dissonanzen geprägt. Zeitweise hatte ich hier und auch bei bei „My Champion – Berlin“ die Befürchtung, dass Gesang und das restliche Arrangement auseinanderlaufen.

Bei den VUUR-Songs wirkt die Verbindung der hellen Stimme, die häufig das Kopfstimmenregister nutzt, und dem Progmetalfundament der Instrumente insgesamt ziemlich sperrig. Manchmal klingt es so, als würden sie nicht zusammen sondern nebeneinander agieren.  Die Songs werden durchaus mit kräftigem Applaus bedacht. Richtig Stimmung kommt aber eher bei Songs wie „Like a Stone“ (AUDIOSLAVE) oder „Strange Machines“ (THE GATHERING) auf.

Satte Riffs, fette Rhythmusbasis, hörenswerte Melodien

Mit VUUR haben sich Musiker zusammengefunden, die auch in den vorangegangen Jahren in der einen oder anderen Kombination zusammen spielten. Neben Sängerin Anneke stehen die Gitarristen Jord Otto und Ferdy Duijsens zusammen mit Bassist Johan van Stratum und Ed Warby an den Drums auf der Bühne. So bekommen wir knackig riffende Gitarren, einen erhöhten Einsatz von Double-Bassdrum und einen immer mal wieder Djentelemente nutzenden Bass zu hören. Die beiden Gitarristen spielen fundierte Metal-Riffs und Soli und bauen zusammen mit Bass und Drums eine ordentliche Klangwand auf. Da hätte ich mir ein wenig mehr Experimentelles und Neues gewünscht. Gerade die Kombination aus den hörenswerten, wenn auch recht eigenwilligen Gesangslinien und Progmetal-Elementen hätte die Möglichkeit geboten, packende und spannende Songs zu entwickeln, die sich voneinander unterscheiden und im Ohr bleiben.

VUUR - Live in Nijmegen - 06.04.2018 - 008Das Publikum liebt Anneke van Giersbergen

Das Publikum geht bei allen Songs gut mit. Wenn Anneke davon erzählt, wie viel Spaß es ihr gemacht hat, mit THE GATHERING oder AYREON zu spielen, kommt Jubel auf. Man hat den Eindruck: das Publikum in Nijmegen liebt Anneke van Giersbergen.

Zum Ende der Show fragt Anneke, ob sie noch einen Song spielen sollen. Aus dem Publikum wird ihr „vier“ zugerufen. Dafür sei aber nicht mehr genug Zeit, meint sie. Sie müsse noch nach Eindhoven und wolle unterwegs noch an einer Tankstelle Fleischbällchen essen. Etliche Lacher erntet sie mit ihrer Erzählung über ihre Erfahrungen mit „Gehaktballetjes“ und deren Qualität.
Dann nimmt sie noch einmal ihre Gitarre und der Abend geht mit „Fallout“ vom Devin Townsend Project und „Reunite“, einer Ode an die Stadt Paris, zuende.

Hier tobt das Doornroosje noch einmal regelrecht und Publikum macht deutlich, dass es gerne noch mehr gehört hätte.

Und hier tolle Bilder, die einen guten Eindruck von der Stimmung auf der Bühne vermitteln.


Wer VUUR einmal live erleben will, hat dazu folgende Möglichkeiten:

21.04.18 │ NL Leeuwarden (Neushoorn)

29.04.18 │ NL Amsterdam (Melkweg)

27.05.18 │ Sohren (Full Pull Festival)

 

Setlist VUUR

Time – Rotterdam
My Champion – Berlin
On Most Surfaces (Inuït) (Cover The Gathering)
The Martyr and the Saint – Beirut
The Storm (The Gentle Storm)
Like a Stone (Audioslave)
Valley of the Queens (Ayreon)
Freedom – Rio
Days Go By – London
Your Glorious Light Will Shine – Helsinki
Strange Machines (The Gathering)
Fallout (Devin Townsend Project)
Reunite! – Paris

 

FOR I AM KING  sind hier zu sehen

21.04.18 │ NL Leeuwarden (Neushoorn)

27.04.18 │ NL Arnhem (Willemsfest)

29.04.18 │ NL Amsterdam (Melkweg)

19.05.18 │ NL Amsterdam (Metalfest)

02.06.18 │ NL Nijmegen (Forta Rock)

14.06.18 │ Gräfenhainichen (With Full Force)

 

Setlist FOR I AM KING

Black Death
Breathe the Fire
The Beast Within
Tantalus
We Must Obey
Lost in Divinity
Interlude
Hades
The Crone

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • FOR I AM KING – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 024: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
  • FOR I AM KING – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 020: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
  • VUUR – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 017: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
  • VUUR – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 010: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
  • VUUR – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 006: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
  • VUUR – Live in Nijmegen – 06.04.2018 – 034: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − 3 =