Jimi Hendrix: ‚Electric Church‘ DVD/Blu-ray VÖ 30.10.2015

Jimi Hendrix Electric Church DVD

Ungefähr 400 Meilen südlich von Atlanta, auf einem Feld nahe der Stadt Byron, findet sich eine Gedenktafel, die von der Georgia Historical Society errichtet wurde und auf der folgender Text zu lesen ist: „An diesem Ort fand vom 3. bis zum 5. Juli 1970 das Second Atlanta International Pop Festival statt, in dessen Rahmen damals über 30 Livebands auftraten. Mit dabei war auch Jimi Hendrix, der bei diesem Event vor dem größten Publikum seiner Karriere spielte.“

Und genau zu diesem Konzert erscheint morgen am 30.10. ein Dokumentarfilm auf DVD und Blu-ray. Er widmet sich Jimis Atlanta-Gig und bietet interessante Einblicke in die Festival-Kultur jener Zeit. Anders als die im US-TV ausgestrahlte Fassung enthält diese Version zusätzliches Bonusmaterial. Das Atlanta Pop Festival, das damals als „Southern Woodstock“ bezeichnet, zählt heute als das letzte große amerikanische Festival jener Zeit.

Die DVD Jimi Hendrix:Electric Church“ zeigt, wie Promoter Alex Cooley seinen Traum vom ultimativen Festival in die Tat umsetzte. Cooley hatte mit Bob Seger, BB King und den Allman Brothers bereits Top-Acts an Bord engagiert, aber erst durch die Zusage von Jimi Hendrix avancierte die Veranstaltung zu einem Großereignis.

In der Dokumentation kommen Jimis Bandkollegen Billy Cox und der verstorbene Mitch Mitchell zu Wort, außerdem gibt es Interviews mit Paul McCartney, Steve Winwood, Rich Robinson, Kirk Hammett, Derek Trucks, Susan Tedeschi und Alex Cooley. Jimis Auftritt wurde damals auf 16mm gefilmt.

Der Gitarrist spielte sensationelle Versionen seiner Klassiker “Hey Joe”, “Voodoo Child (Slight Return)” oder “Purple Haze”. Hendrix präsentierte seinem Atlanta-Publikum aber auch Songs, die damals noch nicht auf einem seiner Alben zu hören waren: “Room Full Of Mirrors” oder “Straight Ahead” hätten sicher den Weg auf den damals geplanten neuen Longplayer gefunden, an dem Jimi gerade arbeitete. Doch nur knappe zehn Wochen nach diesem Auftritt folgte die bestürzende Nachricht vom Tod des Gitarristen. Ein weiteres Highlight des Films ist Jimis Interpretation von “The Star Spangled Banner”, das er vor einem spektakulären Feuerwerk spielte. Ein Moment, der, wie sich Cooley erinnert, „das Publikum aus den Socken haute“.

Regisseur Steve Rash, der später mit Hollywood-Erfolgen wie „The Buddy Holly Story“ und Can’t Buy Me Love“berühmt wurde, orientierte sich bei seinem Film an der legendären Woodstock-Dokumentation. Doch weil es nie zu einer vertraglichen Einigung über die Filmrechte kam, lag das Material Jahrzehnte lang unbeachtet in Rashs Schuppen. Erstaunlicher Weise hat der Streifen unter dieser Behandlung kaum gelitten und vermittelt so auch dem Zuschauer von heute die Faszination des Festivals. Bill Mankin, der beim Aufbau des Festivals dabei war und auch die Bühnenarbeiter unterstützte, schrieb die Liner Notes für das Package. In seinen Ausführungen ist zu lesen: „Und im Auge des Sturms stand der Obermagier der Gitarre, die Personifikation eines erfüllten, wilden Lebens ohne Grenzen, der mit Höchstgeschwindigkeit auf die Sterne zusteuerte.“

Die Gesamtspielzeit der DVD ist 105 Minuten und enthält die Songs Fire, Spanish Castle Magic, Red House *, Room Full Of Mirrors *, All Along The Watchtower, Freedom *, Foxey Lady, Purple Haze, Hey Joe, Voodoo Chile (Slight Return), Stone Free, Star Spangled Banner, Straight Ahead.

Enthält Mitschnitte von drei Songs, die nicht in der TV-Fassung zu hören sind (*), sowie weiteres bisher unveröffentlichtes Hendrix-Bonus-Material (Fotos,…).

Ein Pflichtkauf für alle Freunde der 70er und gepflegter Gitarrenkunst.

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Bildquellen

  • Jimi Hendrix Electric Church DVD: Label: Sony Music Entertainment
Toby the Ogre

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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