ARKONA haben dem Metal mit „Khram“ einen Tempel gebaut

Arkona

Mit dem neuen Album „Khram“ bringen ARKONA am 19.1.2018 ihr achtes Album auf den Markt.

Darin sind sie sich treu geblieben und machen doch alles anders.

Das war zumindest mein Eindruck beim ersten Reinhören. Was ich gehört habe, hat mir gut gefallen. Und das ist auch nach mehrmaligem Hören so geblieben.

ARKONA machen mehr als „angeschwärzten“ Pagan Metal

ARKONA und besonders Sängerin Masha Arkhipova als Komponistin und Texterin haben immer schon eine eigene bis eigenwillige Interpretation des Genres „Pagan-Metal“ gezeigt. Mit dem neuen Album setzen sie dies fort. Dabei der slawischen Mystik treu bleibend, sind Musik und Text deutlich spiritueller als noch bei „Yav“.  Wieder geht es um ihre Betrachtung der Situation der Menschen in der heutigen Welt.

Der Albumtitel „Khram“ bezeichnet einen mystischen Tempel, der uns allen offen steht und in dem die Seele, die Zeit und das Universale ihren Wohnort haben.

Mantra mit schamanischem Gesang

Sieben Lieder werden von einem Mantra umklammert, das sowohl das Intro als auch das Outro bilden.

An schamanische Gesänge erinnernd beginnt das Mantra mit Trommel und Maultrommel, beschwörenden Worten, die zu den Toren des Tempels locken und führen sollen. Und dann bricht mit „Shtorm“ ein wahrer Sturm los: zunächst treibt die Bass-Drum die Gitarren vor sich her, bis sich der Wind dreht und die Gitarren die treibende Rolle haben. Kehliger und klarer Gesang im Wechselspiel, dann Beruhigung durch die Melodie der Sackpfeifen.

Gänsehautmomente

Dann folgt „Tseluya zhizn'“ das mit 17:11 Minuten längste Stück. Hier setzt sich fort, was sich bei „Shtorm“ schon angedeutet hat: die düstere Grundstimmung wird durch gefühlvollen Gesang und Instrumentierung immer wieder aufgelöst. Spätestens, wenn dann nach der Vorbereitung durch die Trommel, die Sackpfeife einsetzt, gibt es den ersten Gänsehautmoment.

ARKONA haben die Möglichkeiten, die lange Songs bieten, gut ausgenutzt: zum einen bieten die Wiederholungen von Themen und rhythmischen Elementen die Möglichkeit, sich mit ihnen vertraut zu machen, zum anderen werden diese Themen in einem Spannungsbogen variiert. Immer wieder wird die Kraft und Energie, die in dieser Musik steckt, spürbar und lässt einen nicht so schnell wieder los.

Tatsächlich ist es Arkona gelungen, den Spannungsbogen sowohl bei „Tseluya zhizn'“ als auch bei „Rebionok bez imeni“ über die gesamte Länge aufrecht zu erhalten.

Mein Tempel ist der Wohnsitz der Seele

Der Titelsong „Khram“ stellt für mich musikalisch wie inhaltlich den Mittelpunkt, das Zentrum des Albums dar.

Beginnend mit für ARKONA eher untypischen breiten Gitarrenklängen und Mashas tiefer Stimme folgt eine Phase der Beunruhigung. Double-Pedal-Passagen und Blastbeats bieten den Untergrund für einen Wettstreit zwischen Gitarren und Bass, die das Chaos nach außen tragen, von dem im Text die Rede ist.

Die Dunkelheit folgt den Spuren des Lichts

Dies wird musikalisch umgesetzt, wenn die folgenden Songs „V pogonie za beloj ten’yu“ und „V ladonyah bogov“ mit Klavier bzw. Akustikgitarre beginnen und dann von den harschen Tönen und harten Rhythmen der anderen Instrumente eingeholt und übertönt werden.

Masha Arkhipova hat hier wieder einmal gezeigt, wie facettenreich ihre Stimme ist, wobei es mich besonders anspricht, wenn sie diese im tiefen Bereich nutzt.

Aber sie sieht, wie ihre Söhne leben und atmen

„Volchitsa“ ist mein Lieblingsstück dieses Albums. Ich sehe die alte Wölfin, die über ihre Aufgabe als Rudelführerin alt und müde geworden ist, vor mir. Wie sie dem Tod entgegensehend auf ihre Söhne schaut.

Mit „Khram“ ist ARKONA ein ausgereiftes, konsequent durchkomponiertes Album gelungen, das die Grenzen des Pagan-Metal an vielen Stellen auflöst. Die Lieder wirken atmosphärisch dichter und dennoch differenzierter als auf dem Vorgängeralbum, bieten viele Überraschungen durch Details sowie den Einsatz von Sackpfeife, Flöten, Klavier, Cello und akustischer Gitarre.

Wenn ihr jetzt hoffentlich neugierig geworden seid oder euch einen ersten Eindruck verschaffen wollt, dann schaut euch das Video zu „Shtorm“ an, das wir von metal-heads euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Ein Blick auf Text und Artwork von „Rotten Fantom“

Ich hoffe, dass es die Texte zumindest in englischer Sprache in allen Ausgaben geben wird, da das Zusammenspiel von Musik und Text die Intensität der Aussagen verstärkt.

Außerdem lohnt sich ein Blick auf das Coverartwork von „Rotten Fantom“. Sie haben auch hier wieder mit der für sie typischen dot-work-Technik gearbeitet, die es ihnen möglich macht, die dargestellten Elemente präzise darzustellen und dennoch einen fast nebelhaften Eindruck zu erzeugen. Ihr Hauptthema ist der nie endende Kreislauf der Natur. Damit wird auch klar, weshalb Arkona gut daran getan haben, das Artwork von „Rotten Fantom“ gestalten zu lassen.

Tour mit KORPIKLAANI, HEIDEVOLK und TROLLFEST

Ab Februar sind ARKONA mit KORPIKLAANI, HEIDEVOLK & TROLLFEST auf Tour.

U.a. sind sie hier zu sehen:

15.02.2018 – BE – Antwerpen / Trix

16.02.2018 – DE – Hamburg / Markthalle

17.02.2018 – DE – Oberhausen / Turbinenhalle 2

18.02.2018 – NL – Amsterdam / Melkweg

27.02.2018 – DE – Aschaffenburg / Colos-Saal

28.02.2018 – DE – Berlin / Columbia Theater

02.03.2018 – DE – München / Backstage

03.03.2018 – DE – Stuttgart / LKA

04.03.2018 – CH – Pratteln / Z7

07.03.2018 – AT – Graz / Orpheum

08.03.2018 – AT – Vienna / SIMM City

09.03.2018 – DE – Leipzig / Hellraiser

10.03.2018 – DE – Geiselwind / Musichall

11.03.2018 – DE – Hannover / Capitol

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Bildquellen

  • Arkona: Napalm Records
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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