Secret Sphere – One Night in Tokyo

Whitesnake 21.07.16 Turbinenhalle Oberhausen

Secret Sphere? Noch nie gehört. So wie mir wird es wahrscheinlich vielen gehen. Jetzt habe ich hier die Live CD/DVD Version ihres neuen Werkes „One Night in Tokyo“ zur Rezension vor mir liegen. Bevor ich euch was zur Musik bzw. DVD sage, werde ich erst mal einen kleinen Überblick über die Band geben.

Secret Sphere

Bei Secret Sphere handelt es sich um eine italienische Powermetalband mit progressiven und symphonischen Einflüssen. Gegründet wurde die Band 1997 vom Kopf der Band, Gitarrist Aldo Lonobile. Desweiteren sind noch Andrea Buratto am Bass, Marco Pastorino an der Rhythmusgitarre, Gabriele Ciaccia am Keyboard, Federico Pennazzato am Schlagzeug und last but not least Michele Luppi am Gesang dabei. Luppi kam mir auf dem Bandfoto recht bekannt vor. Klar, ist er ja auch bei seinem Zweitjob an den Keyboards auf der Whitesnake „Best of“ Tour dieses Jahr auf der Bühne gesehen worden. Das Review zum Whitesnake Gig gibt es übrigens hier. Soviel als kleiner Überblick zur Band.

Mitten im Club in Tokyo

Mal rein mit der DVD. Zuerst mal zu dem, was man da so sieht. Die erste Einstellung, die man zu sehen bekommt, ist ein Blick vom Soundboard aus auf eine dunkle Bühne. Nur auf der rechten Seite sieht man im Bild ein Rack des Soundmanns mit einer grünen Digitaluhr darin. Sieht erstmal aus, als ob ich die falsche DVD eingelegt hätte, nämlich so garnicht nach einer professionellen Liveaufnahme. Im nächsten Schnitt ist man kurz im Backstageraum. Ahhh, doch die richtige DVD. Noch ein paar Einstellungen und die Band betritt die Bühne. Der Club in Tokyo ist ziemlich klein und ähnelt sehr der Bochumer Matrix. Da fühl ich mich irgendwie direkt zuhause. Die Hütte ist voll und die Japaner gehen für ihre Verhältnisse gut mit. Dafür, dass die Band in Japan ihre One Night in Tokyogrößte Fananhängerschaft hat, hätte ich doch eine etwas größere Location erwartet.

Wackler als Pluspunkt

Die Show wurde mit 3 bis 4 Kameras gefilmt. Es gibt eine Einstellung, die den Drummer von der Seite zeigt und die anderen Einstellungen sind auf die Bühne gerichtet. Interessant hierbei ist, dass meistens der Blick aus dem Publikum heraus ist. Mit Händen vor der Linse, wackelnder Kamera und allen anderen Dingen die einem auf nem Konzert so stören. Was hier wahrscheinlich aus Geldmangel heraus entstanden ist, ist für mich nach einigen Minuten Eingewöhnungszeit ein echter Pluspunkt. Der Zuschauer fühlt sich dadurch wie mitten im Club. Als wäre man selbst dabei. Das ist echtes Konzertfeeling, auf einer DVD festgehalten. Technisch gesehen kommt das Video vom Bild her natürlich nicht an eine A-Produktion einer Band mit fetter Kohle im Hintergrund ran. Aber das soll und kann es auch nicht. Auch 2-Kanal-Ton muss hier reichen.

Sound

Nun zum wichtigsten Teil, dem Sound. Der ist brilliant. Da kann man die heimische Anlage mal ordentlich ausfahren. Zum Konzertfeeling  gibt’s hier ’nen astreinen klaren Sound geboten. Nix zu meckern. Die Band fängt mit „X“ an. Geht direkt gut mit Double Bass los. Zügiger Powermetal Song mit guter Stimme von Michele Luppi. Die beiden Gitarristen spielen zweistimmig. Als Opener ein gut gewählter Song. Bei „Healing“ gibt’s ein symphonisches Keyboard zu hören, wie bei vielen Songs von Secret Sphere. Muss man mögen. Hier packt Luppi zum ersten Mal richtig seine Stimme aus und singt in höchsten Lagen. Alle Achtung. Hatte ich mir gar nicht so geil erhofft. Macht mich gespannt auf mehr.

Bei „The Fall“ geht’s heavy zu Werke. ‚Ne Portion Double-Bass, fette Gitarren und Gitarrensqueels. Das klingt hier ein wenig Symphony X inspiriert, was mich aber nicht stört, ganz im Gegenteil. Die Musiker sind ausnahmslos Könner auf ihrem Gebiet. Keyboarder und Gitarrist liefern sich Soloduelle und spielen Parts auch unisono.

Mit „Lie to me“ werden erstmal sanfte Töne ausgepackt. Pianointro. Das Ganze eröffnet sich dann aber schnell als Bombastballade. Da kann man erstmal etwas runterkommen, bevor es mit härterem Material weitergeht. „Eternity“ erinnert mich an „Another Day“ von Dream Theater, was ich auch hier ausnahmslos als Kompliment meine. „Mr. Sin“ ist ein super Mitsing- und Abrocksong. Zum Schluss gibt’s mit „Dance with the Devil“ einen würdigen Rausschmeisser mit sofort mitsingbarer Hook. Schade, dass da das Konzert schon zuende ist. Macht Lust auf mehr.

Und nu..?

Im Großen und Ganzen ist das 2CD/DVD Package von Secret Sphere „One Night in Tokyo“ für Freunde von Symphonic/Powermetalbands absolut zu empfehlen. Gut produziert, klasse Musiker, schöne Mitsingrefrains, Wahnsinnsstimme und ein sympathischer Auftritt. So macht Musik doch eine Menge Spaß. Bleibt zu hoffen, dass Secret Sphere auch in unseren Breitengraden eine größere Bekanntheit erreichen. Vielleicht hab ich euch ja mit meinem Review ein bisschen angesteckt mit dem Secret Sphere Virus. Ich werde die Livescheibe noch ein bisschen im Player lassen, denn die wird mit jeder Umdrehung einfach besser. Ich hoffe, die kommen mal zu uns auf Tour. Echt live ist einfach noch besser als aus der Konserve, auch wenn die sehr gut gemacht ist.

Tracklist
01. Intro: A Journey Through Time
02. X
03. Healing
04. Union
05. The Fall
06. Lie To Me
07. Wish And Steadiness
08. Legend
09. Under The Flag Of Mary Read
10. The Scars That You Can’t See
11. Eternity
12. Mr. Sin
13. Leonardo Da Vinci
14. Lady Of Silence
15. Dance With The Devil

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Bildquellen

  • secret-sphere: amazon.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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