Burning Witches – Hexenhammer (bereits veröffentlicht)

Burning Witches Hexenhammer

Ja, ich gebe es zu. Die neue Scheibe der Burning Witches ist schon ein paar Wochen raus.

Kurioserweise hatte sich die niemand von uns vorgemerkt… dabei sind wir eigentlich alle große Burning Witches Fans, nicht zuletzt, weil es sehr cool war, die fünf jungen Damen beim Rage against Racism Festival 2018 persönlich kennenzulernen. Im Schlepptau Schmier, dem ein und der anderen vielleicht bekannt durch sein Engagement für deutschen Thrash Metal seit gefühlten 1000 Jahren. Der hat dann auch direkt mal, wie beim Vorgänger, gemeinsam mit V. O. Pulver die neue Scheibe produziert. Das ist den Beiden tadellos gelungen. Ein kraftvoller, differenzierter Sound, absolut erstklassig.

 

 

Nun hatte ich ja Gelegenheit, mir das eine oder andere Review der Platte schonmal durchzulesen. Klar erregt es viel Aufmerksamkeit und muss wohl immer wieder auf´s neue betont werden, dass es hier um eine rein weibliche Band geht. In einem männerdominierten Genre unglaublich aufregend.

Gottlob müssen wir hier keine Debatte über Sexismus im Heavy Metal führen, wir sind uns wohl einig, dass der allgegenwärtig ist.

Gut, dass wir nicht zum Mädels gucken hier sind, sondern um Musik zu hören.

Da muss ich, bei aller Qualität der 5 Musikerinnen, erstmal Seraina Telli hervor heben, die Stimme, die meist in Richtung Halford und Doro eingeordnet wird, ist viel mehr als das. Die Stimme könnte auch Blues und Country, ist verdammt jung und dennoch reif. Alleine dafür sollte man sich die Platte holen,  wobei man wahrscheinlich den gesamten Output Serainas der nächsten Jahre einfach mal durch hören sollte… ich könnte mir vorstellen, dass sie vielfältig überzeugen wird, wenn sie es denn angeht.

Für die Burning Witches singt sie aber tatsächlich wie die beiden o. g. Altstars der Szene und überzeugt damit auch vollends. Wäre sie nicht so eine herausragende Sängerin, würde man wahrscheinlich den Schlagzeugsound loben oder über die großartigen Gitarrensoli auf der Platte sprechen… wir würden natürlich kein Wort über das Bassspiel von Sonia Nusselder verlieren, weil man den Bass ja einfach nur am Rande wahr nimmt. Aber Obacht! Wir sind da komplett anders!

„Sonia Anubis“ ist eine großartige, leidenschaftliche Bassistin. Überzeugt Euch bitte selbst auf ihrem Youtube – Kanal!

 

So, die ganze Band kurz durchgelobt, nebenbei noch kurz gesagt, dass alle 5 Musikerinnen herzlich, unkompliziert und professionell beim Rage against Racism Festival waren, für jeden eine Minute Zeit und Aufmerksamkeit hatten, der sie wollte und mit der Show allen Zuschauern große Freude bereiteten.

Ach ja, die Platte…

… die Platte enthält 10 Songs, wobei einer davon Holy Diver von Ronnie James Dio ist. Schon auf dem selbstbetitelten Debüt wurde mit Jawbreaker von Judas Priest eine Coverversion mit aufgenommen. Normal rate ich den meisten Bands davon ab, sich an Songs dieses Kalibers zu vergreifen, da man meist nur „scheißer“ ist als das Original… ihr denkt es Euch schon… aber die Burning Witches kriegen das hin. Das Priest Cover hatte mir noch besser gefallen… aber Holy Diver auf den Konzerten mitzunehmen, wird wahrscheinlich die ohnehin beseelten Fans nochmal mit größter Freude erfüllen.

Klar kann man jetzt noch jeden einzelnen Song der Platte durchkauen, machen wir aber nur im Schnellcheck. Lords of War ballert gut los, hat einen tollen Refrain und macht Lust mehr zu hören. Open your Mind hat mich dann aber nicht wirklich gepackt denke ich… beim genauen hinhören dann aber doch. Der Hit bei dem Song ist sein Inhalt. Ein tolles Statement für Humanität der Schweizerinnen. Die Ballade Don´t cry my tears geht dann tatsächlich an mir vorbei…  aber bei Maiden of Steel kann ich nicht anders, als der großartigen Stimme weiter zu verfallen und mich an der Lead Gitarre zu erfreuen.

Dead Ender und Hexenhammer sind natürlich Highlights des Albums, für mich ist aber in „Maneater“ sehr viel Identität der Band zu fühlen. Der Song ist variabel, hat einen guten Soundteppich,  stimmige, den Song begleitende Gitarren und ist irgendwie ein wenig durchgeknallt.

Das ist auch für mich der Grund, aus dem man die Platte kaufen sollte.

In einem Review habe ich gelesen, dass es sich halt um Musik handelt, die sich an den 80ern orientiert, im Stile von Judas Priest, Doro, U.D.O. und Iced Earth wandelt und niemanden mehr vom Hocker reißen würde, da man die Musik von damals eben nicht nochmal interessant aufbereiten könne.

Dem muss ich wiedersprechen. Die Burning Witches haben eine musikalisch erstklassiges Album abgeliefert mit durchweg hörenswerten Songs, von denen ein paar schon beim ersten Hören zünden. Dabei sind sie traditionell dem Sound und der Metal Tradition der 80er verbunden, interpretieren diesen mit viel Freude, zeitgemäßen Texten und einem stimmigen Hintergrundthema. Dazu ist die Stimme einfach nicht oft genug hervorzuheben, wobei die nur glänzen kann, wenn der Rest der Mannschaft sie auch gekonnt in Szene setzt. Gelungen!

Noch kurz der Hinweis, dass BW live auch echt der Knaller sind (Hatte ich noch nicht erwähnt, ne?) und ab in die Schweiz mit den 8.5 von 10 Punkten.

Tourdaten

  • 11.1.2019, Hannover, Deutschland
  • 12.1.2019, Andernach, Deutschland
  • 13.1.2019, Z7, Pratteln, Schweiz
  • 14.1.2019, München, Deutschland
  • 15.1.2019, Aschaffenburg, Deutschland
  • 16.1.2019, Saarbrücken, Deutschland
  • 17.1.2019, Bochum, Deutschland
  • 18.1.2019, Glauchau, Deutschland
  • 19.1.2019, Neuruppin, Deutschland
  • 20.1.2019, Rotterdam, Holland
  • 22.1.2019, Hamburg, Deutschland
  • 23.1.2019, Berlin, Deutschland
  • 24.1.2019, Neu-Bamberg, Deutschland
  • 25.1.2019, Obertraubling, Deutschland
  • 26.1.2019, Memmingen, Deutschland
  • 27.1.2019, Ludwigsburg, Deutschland

Burning Witches HEXENHAMMER

Genre: Heavy Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ-Termin: 09.11.2018

Tracklist: 1. The Witch Circle 1:28 2. Executed 3:41 3. Lords Of War 3:37 4. Open Your Mind 5:17 5. Don’t Cry My Tears 4:57 6. Maiden Of Steel 4:17 7. Dungeon Of Infamy 0:41 8. Dead Ender 5:09 9. Hexenhammer 6:42 10. Possession 4:06 11. Maneater 3:54 12. Holy Diver 4:02

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Bildquellen

  • Burning Witches Hexenhammer Review: www.amazon.de
  • Burning Witches Hexenhammer Titelbild: www.amazon.de
Yioni Rage

Yioni Rage

In der Jugend passionierter Stagediver. Musik gehört zu allen Situationen im Leben, so geht von Fredrik Vahle über Macklemore bis Satyricon eigentlich Alles!

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