Die Blues Pills sagen „Holy Moly“

Blues Pills 2020

Heute hat es endlich das Licht der Öffentlichkeit erblickt, das ominöse dritte Album der Blues Pills. Nach coronabedingter Verzögerung erscheint „Holy Moly“ heute am 21. August 2020 bei Nuclear Blast. Fast ein ganzes Jahr hat das Songwriting und Recording in Anspruch genommen. Für die Aufnahmen selbst war hauptsächlich Gitarrist Zack Anderson verantwortlich, produziert haben die Blues Pills selber. Nur für das Mixing und Mastering hat man sich mit Grammy Gewinner Andrew Scheps (u.a. Black Sabbath, Red Hot Chili Peppers, Adele) namhafte Unterstützung an Bord geholt. Soweit die hard facts. Aber wie klingt denn nun das Ergebnis? Das Video zum Opener und erster Singleauskopplung „Proud Woman“ gibt uns einen ersten Aufschluss.

Blues Pills – Elin Larsson gibt den Takt an

„Proud Woman“ ist ein starkes und selbstbewusstes lyrisches und gesangliches Statement. Musikalisch ist es jetzt allerdings nicht überragend. Aber dafür kommt die textliche Aussage umso klarer rüber. Vielleicht war das aber auch Absicht. Denn schon beim zweiten Song „Low Road“ zeigen die Blues Pills, dass sie auch anders können. Energisch arschtretend mit ordentlich Groove macht der Song richtig Laune. „Dreaming My Life Away“ schlägt in die gleiche Kerbe. Nur steht hier der Gesang wieder etwas mehr im Vordergrund. Bei solch einer Stimme ist das aber auch ein wahres Vergnügen. Das zeigt sich auch bei „California“, einer tollen Ballade, bei der Elin von sanft-soulig bis hin zum lauten Kreischen ihr ganzes Können zeigt. Eine Radiosender-Suche gleitet über in „Rhythm In The Blood“ und der Song ist quasi selbsterklärend. Stillsitzen ist hier nicht, toller Song. Düster-bluesig kommt „Dust“ aus den Boxen. Einsam grübelnd am Tisch sitzend, vor mir eine Flasche Whiskey und im Hintergrund, vernebelt durch den Zigarettenrauch, spielt die Band dieses Lied… So fühle ich mich bei „Dust“, mein heimliches Highlight der Platte.

Blues Pills sagen der Vergangenheit auf Wiedersehen

„Kiss My Past Goodbye“ ist eine klare Aussage mit einem Refrain, der ins Ohr geht und live mit Sicherheit mit von der Partie sein wird. „Wish I’d Known“ ist passend zur bisherigen Grundstimmung eine melancholische, sparsam instrumentierte Ballade getragen vom Gesang. „Bye Bye Birdy“ zeigt exemplarisch die Vielfältigkeit der Blues Pills. Die erste Hälfte ist soulig und ruhig gehalten, um dann ab der Hälfte rockig zu explodieren. „Songs From A Mourning Dove“ ist ein Song, der ein wenig heraussticht. Er ist der längste (5:34 Minuten), beginnt ruhig mit Pianoklängen und ist vielleicht der Song, der originär nur nach den Blues Pills klingt. Das die Blues Pills eine dunkle Zeit durchgemacht haben müssen, kommt im letzten Song „Longest Lasting Friend“ deutlich heraus. Wer Depression so bezeichnet, hatte es mit Sicherheit nicht einfach…

Blues Pills und „Holy Moly“ hinterlassen mich zwiegespalten

Jetzt komme ich nicht umhin, es auch zu erwähnen. „Holy Moly“ ist das erste Album ohne Dorian Sorriaux an der Gitarre. Aber das ist mir beim Hören tatsächlich relativ egal. Der Gesang steht vielleicht mehr im Vordergrund. Aber wer Elin Larsson als Frontfrau hat, kann mit diesem Pfund natürlich auch wuchern. Aber wo bei den Vorgängern jeweils ein paar Songs so richtig herausstachen, ist „Holy Moly“ mehr aus einem Guss. Und ich weiß noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Am besten fragt ihr mich in ein paar Jahren nochmal. Ein richtig gutes Album ist allemal und es sei jedem Rockfan nur ans Herz gelegt und eins steht fest: Vier Jahre Wartezeit waren definitiv zu lang.

Line-Up und Kontakt

Elin Larsson – Gesang
Zack Anderson – Gitarre
Kristoffer Schander – Bass
André Kvarnström – Schlagzeug

Mehr über die Blues Pills gibt es wie immer auf der Homepage oder direkt bei Facebook. Wer auf Livedates hofft, muss ich leider noch gedulden. Aber wir halten euch natürlich auch auf dem Laufenden und wenn ihr da nichts verpassen wollt, dann abonniert am unseren kostenlosen Newsletter oder folgt uns bei Facebook. Die Bilderfreunde schauen am besten mal bei Instagram vorbei und wer auf Interviews und Unboxings steht, sollte mal einen Blick in unserem YouTube Channel werfen.

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Bildquellen

  • Blues Pills 2020: Nuclear Blast

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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