Oceans Of Slumber mit ihrem vierten Streich

Oceans Of Slumber 2020 720x340

Über zwei Jahre haben sich Oceans Of Slumber für ihr neues und selbstbetiteltes Album Zeit gelassen, das am 04. September 2020 bei Century Media erschienen ist. Der Vorgänger „The Banished Heart“ fand bei mir richtig guten Anklang, war aber auch herausfordernd. Für „Oceans Of Slumber“ mussten sich Debbie Beverly und Cammie Gilbert neue Mitstreiter suchen und haben versucht den inneren Kern, das wahre Selbst von Oceans Of Slumbers auszuloten. Ob ihnen das gelungen ist? Dan Swanö war jedenfalls so begeistert, dass er den Mix des Albums übernommen hat. Und als erste Kostprobe hier schon mal das Video zu „A Return To The Earth Below“:

Oceans Of Slumber mit dem Soundtrack zum letzten Tag

„Soundtrack To My Last Day“ heißt der erste Song und der Titel ist Programm. Düster-Atmosphärisch führt uns Cammie Gilbert durch ein musikalisches Auf und Ab. Zwischendurch durch finsteres Gegrowle unterbrochen. Eine wahre Achterbahnfahrt. Akustikgitarren im Intro und sanfter Gesang zeigen eine weitere Seite von Oceans Of Slumber in „Pray For Fire“. Aber auch hier steigert sich zunehmend die Intensität und steigert die Anspannung. Wahnsinn was hier wieder in knapp siebeneinhalb Minuten untergebracht wird. Aber es ist trotzdem immer stimmig. „A Return To The Earth Below“ holt einen dann wirklich wieder etwas runter. Das war nach den intensiven ersten fünfzehn Minuten aber auch notwendig. „Imperfect Divinity“ ist mit unter vier Minuten nicht nur der kürzeste Song, sondern auch noch rein instrumental und sehr atmosphärisch und ruhig. Umso größer ist der Kontrast zu „The Adorned Fathomless Creation“. Erst Growls die dann wieder von Cammies lieblicher Stimme entschärft werden. Aber es bleibt ein Wechselspiel, das dem Hörer viel abverlangt. Aber seht und hört selbst.

Oceans Of Slumber mit Mick Moss und Wolf Moon

Eigentlich ist „To The Sea“ ein wunderbar, lieblicher Song wäre da nicht dieser bedrohliche Unterton der sich immer wieder unterschwellig einschleicht. Mick Moss von Antimatter steuert seine Stimme zu „Colors of Grace“ bei, ein wunderschön schwermütiges Duett und zu Recht zu Videoehren gekommen. „I Mourn These Yellowed Leaves“ entfesselt in seinen über acht Minuten wieder so viele verschiedene Stimmungen, dass es eine wahre Freude ist. Allerdings ist es auch anstrengend. Man muss sich ganz und gar auf die Musik einlassen, nebenbei hören geht nicht. „September (Those Who Come Before)“ ist wieder ein kurzer (für Oceans Of Slumber Verhältnisse) instrumentaler Zwischenstop. Obwohl auch „Total Failure Apparatus“ ein relativ eingängiger Song ist. Zumindest im Vergleich zum Rest der Platte. Das Wechselspiel zwischen Growls und Cammie ist natürlich trotzdem dabei. Ruhig, aber sehr emotional ist „The Red Flower“ und zeigt, dass es nicht immer ultrahart sein muss. Den Abschluss bildet eine geniale Coverversion von Type O Negatives „Wolf Moon“. Es ist immer schierig so ikonische zu Songs zu covern, aber hier gelingt das hervorragend und Oceans Of Slumber können dem Wolf Moon auch noch ihren eigenen Stempel aufdrücken.

Atmospheric Dark Southern Depressive Progressive Death Doom

Die Überschrift ist ein Versuch zu beschreiben was auf Oceans Of Slumber auf ihrem gleichnamigen vierten Album uns servieren. Und es bleibt ein Versuch. Denn auch damit ist nicht adäquat ausgedrückt auf welche Gefühlsreisen uns diese Platte mitnimmt. Wenn man will und kann. Cammie Gilbert und Dobber Beverly und ihre neuen Mitstreiter legen alles in jeden Song und um all das aufzunehmen, wahrzunehmen und zu verarbeiten bedarf es Ruhe, Konzentration und den Willen sich darauf einzulassen. Macht man dieses, erwartet einen ein vielfältiger und schwermütiger Hörgenuss wie man ihn heute nur noch selten bekommt. Auch die beiden Instrumentals sind genau richtig platziert und geben dem Hörer die Gelegenheit wieder zu entspannen um sich dann erneut in der Tiefe und Vielfalt verlieren zu können. Ganz großes Kino von Oceans Of Slumber!

Oceans Of Slumber – Line-Up und Kontakt

Cammie Gilbert – Gesang
Dobber Beverly – Schlagzeug und Klavier
Mat V. Aleman – Beyboards
Semir Özerkan – Bass und Gesang
Jessie Santos – Gitarre
Alexander Lucian – Gitarre und Gesang

Mehr über Oceans Of Slumber findet ihr auf deren Homepage oder direkt bei Facebook. Wer keine News, Reviews, Interviews und Konzertberichte verpassen will, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter oder folgt uns bei Facebook. Auch unser YouTube Channel ist immer einen Besuch wert. Neben Unboxing Videos und Dokumentationen findet ihr hier Interviews von A wie Avatarium bis Z wie Zakk Wylde. Bilder gibt es en masse bei Instagram, schaut einfach mal rein und lasst uns gerne ein paar likes da. Wir würden uns freuen

Newsletter bestellen für wöchentliches Update!

Bildquellen

  • Oceans Of Slumber 2020 720×340: Head of PR
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

16 + drei =