WITHERFALL -„Curse Of Autumn“-Review

(Review english below german text)

Progressive Metal

WITHERFALL (Facebook ) setzen ihre Erfolgsgeschichte nach dem Vorgängeralbum “ A Prelude To Sorrow“ fort. Mit dem neuen Album „Curse Of Autumn“, welches am 05.03.2021 erscheinen wird, kann sich der geneigte Hörer fast eine Stunde an neuen Songs laben. Es fällt schwer WITHERFALL einem bestimmten Genre zuzuordnen. Vergleiche mit anderen Bands gibt es mittlerweile viele, so dass man letztendlich einfach sagen muss: Es sind einfach WITHERFALL!

Sie spielen dunkel angehauchten melodischen Metal mit ausgefeiltem und progressivem Songwriting. Die Progressivität ergibt sich nicht nur aus den teils überlangen komplexen Songs, sondern auch dadurch, dass sich WITHERFALL insgesamt eine schöne Bandbreite des Metals bieten. Das reicht von Melodic-Metal über Thrash-Metal bis hin zu eingängigem klassischen Heavy-Metal. Das Ganze wird dann noch verziert mit einer

imposanten Theatralik.

So ergibt sich ein opulentes Mahl, was die Amerikaner uns hier vorsetzen. Der Tisch ist reichhaltig gedeckt und bietet diverse erlesene Speisen. Mit dem stattlichen Intro holt man tief Luft, um Euch mit dem Song „The Last Scar“ erst einmal mit einem Sturm wegzublasen. Jeder Thrash-Metal-Fan dürfte seine helle Freude an diesem Burner haben, der direkt losbrettert wie eine Furie (=Rachegöttin, siehe hier). Dieser Song fegt ohne Gnade alles hinweg. „Wirbeln“ ist im übrigen ein gutes Stichwort: Die Gitarrensoli sind der Hammer! Hier tobt man sich in affenartiger Geschwindigkeit hochmelodisch auf der Tonleiter aus, dass man nur bewundernswert staunen kann. Was für eine Kunstfertigkeit!

Ansonsten bietet „The Last Scar“ folgende Elemente: Gewaltige zerfetzende Riffs, excessiv feuernde Drums, treibender Bass. Brutal aggressiv mit einer theatralischen Ader im Chorus. Der famose Sänger Joseph Michael shoutet und singt alles in Grund und Boden. Alles sauber und punktgenau abgeliefert. So kam ich erst gar nicht dazu weiter in das Album hineinzuhören, weil ich mir den Song wieder und wieder reingezogen habe. Nachdem meine Nackenmuskeln schließlich kapitulierten, ging es dann weiter.

Einen Gang runter

schalten WITHERFALL mit dem nächsten Track „As I Lie Awake“ und obwohl es ein toller flotter eingängiger Track ist, habe ich mich dabei ertappt, dass ich mich nach dem Burn Out bei „The Last Scar“ fast etwas „gelangweilt“ fühlte. Bei der Gesamtbetrachtung des Albums muss ich jedoch sagen, dass der hochmelodische Song gut ins Konzept passt und der Geschichte des Albums dienlich ist. Das Tempo wird etwas zurückgenommen und die Aggressivität weicht einer gefühlvolleren Stimmung. Der Song geht am ehesten in Richtung Mainstream und Radiotauglichkeit. Das Video ist aber nicht so harmlos und verleiht dem Song eine überraschend andere Ausstrahlung. Aber höret und sehet selbst.

Eine gefühlvolle Aura

umgibt den Sound von WITHERFALL. Sänger Joseph kann neben energischem Sreaming und Shouting auch sanft und behutsam in das Mikro trällern. Alles zusammen findet sich im Song „Another Face“, der als erster Song auf dem Album eine Spur progressiver rüberkommt. Der Song entpuppt sich als abwechslungsreiche melancholische Power-Ballade mit einer schönen Balance zwischen Gefühl und Härte, wobei der Gesang facettenreich erstrahlt. Der Mittelteil ab Minute 03:30 ist einfach nur crazy. Abgerundet wird der Song von einem tollen versöhnlichen Schlusspart mit wohlklingendem Chorus. Herrlich gemacht!

WITHERFALL-Musical

Ich hatte bereits die theatralische Ausstrahlung des Albums angesprochen. Der Song „Tempest“ ist dafür ein perfektes Beispiel. Mit seiner Spielzeit von über acht Minuten der zweitlängste Song auf dem Album. Es wird noch progressiver und der Song ist mit genialen Ideen gespickt. Ein sehr spannende Angelegenheit mit einer verdammt dichten Atmosphäre. Die Einbindung der glanzvoll gespielten Akustikgitarre mit Flamenco-Ansätzen finde ich hervorragend. Die Riffs sind ungewöhnlich faszinierend. Der Gesang erinnert teils dem Stil eines Musicaldarstellers, was nicht negativ gemeint ist. Denn es wird nicht übertrieben und so wird eine schöne emotionale Ebene erschaffen. Wenn man sich die cineastischen Videos von WITHERFALL anschaut, dann passt es alles zusammen und die Geschichte nimmt ihren spannenden Verlauf.

Der Kreis schließt sich

Mit den zwei kürzeren Interludes „Curse Of Autumn“ und „The Unyielding Grip Of Each Passing Day“ folgt der Song „The Other Side Of Fear“, der von seiner Erscheinung wieder sehr aggressiv auftritt und das Tempo merklich anzieht. Die Wucht erinnert mich wieder an den Song „The Last Scar“ vom Beginn, unterscheidet sich aber doch im Erscheinungsbild. Der Song klingt für mich noch eine Spur böser und gemeiner.

Eine Oase

inmitten der ganzen Wucht und Gewaltigkeit stellt z.B. die reinrassige Ballade „The River“ dar. Ein krasser Gegensatz, bei dem Sänger zunächst nur von einer Akustikgitarre begleitet wird. Hier kann Joseph seine gefühlvolle Ader voll und ganz ausleben. Angesichts der Thematik des Songs könnte es ihm einerseits leicht gefallen sein, aber andererseits auch sehr schwer, denn der Song ist seinem verstorbenen Vater gewidmet.

Sein Vater war begeisterter Angler, so dass der Titel und das Setting des Videos selbsterklärend sind. So ganz ruhig plätschert der Song aber dann doch nicht dahin. Mit Einsatz der übrigen Instrumente gewinnt die Ballade noch richtig an Kraft, die Joseph mit Sicherheit auch benötigt(e), um diesen Verlust zu bewältigen.

Monumental

setzt der Song „… And They All Blew Away“ zum Ende der Geschichte als längster Track auf dem Album an. In über 15 Minuten Spielzeit erwarten Euch noch mal alle Stärken von WITHERFALL in einem Song. Hier setzen sich die Protagonisten noch mal alle grandios Szene und übertreffen sich quasi selbst. Hier zündet Stufe um Stufe. Allein über diesen Song könnte man eine ganze Review schreiben. Meisterhafte Leistung! Eine Wahnsinnsnummer, die das Album perfekt zu einem Ende bringt. Doch moment mal…

WITHERFALL hauen noch eine Zugabe in Form von akustischen balladesken Coverversion von dem Song „Long Time“ raus. Wäre meiner Meinung nicht unbedingt notwendig gewesen, weil es nach dem opulenten Megasong „… And They All Blew Away“ irgendwie als Anhängsel wirkt, aber trotzdem ist er an sich sehr schön anzuhören.

Fazit

WITHERFALL setzen ihre Geschichte mehr als imposant fort und verzaubern Euch mit dem Album „Curse Of Autumn“. WITHERFALL zeigen sich ausgefeilter, pfiffiger und facettenreicher denn je. Dies trifft auch auf den Gesang von Joseph zu, der meiner Meinung nach auf diesem Album noch mehr von seiner mannigfaltigen Kunst darbietet. WITHERFALL erreichen damit ein neue Ebene der musikalisch emotionalen Reichhaltigkeit.

Das ist prachtvolle Unterhaltung und auch angesichts der sehr üppigen Spielzeit kann es für mich nur eine Bewertung geben:

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Review english

Progressive Metal

WITHERFALL (Facebook ) continue their success story after the previous album „A Prelude To Sorrow“. With the new album „Curse Of Autumn“, which will be released on 05.03.2021, the willing listener can feast on the new songs for almost an hour. It is difficult to assign WITHERFALL to a certain genre. There are many comparisons with other bands, so that in the end you simply have to say: It’s simply WITHERFALL!

They play dark melodic metal with sophisticated and partly progressive songwriting. The progressiveness does not only result from the partly overlong complex songs, but also from the fact that WITHERFALL offer a nice range of metal overall. This ranges from melodic metal to thrash metal to catchy classic heavy metal. The whole thing is then partially embellished with a

impressive theatrics.

It is indeed opulent what the Americans present us with here. The table is richly set and offers various exquisite dishes. With the grand intro, they take a deep breath to blow you away with a storm with the song „The Last Scar“. Every thrash metal fan should have a blast with this burner, which breaks loose like a fury (= goddess of revenge, see here). This song sweeps away everything without mercy. By the way, „whirling“ is a good keyword: The guitar solos are awesome! They run riot on the scale in a highly melodic way that one can only admire with amazement. What a skill!

Apart from that, „The Last Scar“ offers the following elements: Violent shredding riffs, excessively firing drums, driving bass. Brutally aggressive with a theatrical vein in the chorus. The fabulous singer Joseph Michael shouted and sang everything into the ground. Everything delivered cleanly and to the point. So I didn’t get to listen to the album at all, because I listened to the song over and over again. After my neck muscles finally capitulated, I continued to listen.

One gear down

WITHERFALL switch gears with the next track „As I Lie Awake“ and although it’s a snappy catchy track, I found myself almost feeling a bit „bored“ after the burn out with „The Last Scar“. Looking at the album as a whole, I have to admit that the highly melodic song fits in well and serves the story of the album. The tempo is somewhat reduced and the aggressiveness gives way to a more soulful mood. This song goes most in the direction of mainstream and radio suitability. But the video is not so harmless and gives the song a surprisingly different aura. But listen and see for yourself.

A soulful aura

surrounds the sound of WITHERFALL. Singer Joseph can not only sream and shout energetically, but also sing softly and gently. Everything together is found in the song „Another Face“, which is the first song on the album and comes across as a bit more progressive. The song turns out to be a varied melancholic power ballad with a nice balance between emotion and harshness, whereby the vocals shine in many facets. The middle part from minute 03:30 is just crazy. It is rounded off by a great conciliatory final part with a melodious chorus. Wonderfully done!

WITHERFALL-Musical

I already mentioned the theatrical aura of the album. The song „Tempest“ is a perfect example of this. With its playing time of over eight minutes, it is the second longest song on the album. It gets even more progressive and the song is peppered with brilliant ideas. A very exciting affair with a damn dense atmosphere. I find the inclusion of the gloriously played acoustic guitar excellent. The riffs are unusually fascinating. The singing is partly reminiscent of the style of a musical performer, which is not meant in a negative way. Because it is not overdone and so a beautiful emotional level is created. If you look at the cinematic videos of WITHERFALL, it all fits together and the story takes its exciting course.

The circle closes

Two shorter interludes „Curse Of Autumn“ and „The Unyielding Grip Of Each Passing Day“ are followed by the song „The Other Side Of Fear“, which is again very aggressive in its appearance and noticeably increases the tempo. The force reminds me again of the song „The Last Scar“ from the beginning, but it is different. The song sounds even more evil and mean to me.

An oasis

in the midst of all the force and violence is represented, for example, by the thoroughbred ballad „The River“. A massive contrast, where the singer is initially accompanied only by an acoustic guitar. Here Joseph can fully live out his soulful streak. Given the subject matter of the song, it might have been easy for him on the one hand, but very difficult on the other, because the song is dedicated to his deceased father.

His father was an enthusiastic fisherman, so the title and the setting of the video are self-explanatory. However, the song doesn’t just plod along quietly. With the use of the other instruments, the ballad gains epic power.

Monumental

the song „… And They All Blew Away“ comes to the end of the story as the longest track on the album. In over 15 minutes of playing time, you can once again expect all the strengths of WITHERFALL in one song. Here, the protagonists all put themselves in the limelight once again and virtually surpass themselves. Stage after stage ignites here. You could write a whole review about this song alone. Masterful performance! An amazing song that brings the album to a perfect end. But wait a minute…

WITHERFALL play an encore in the form of the acoustic ballad „Long Time“. Wouldn’t have been necessary in my opinion, because after the opulent mega song „… And They All Blew Away“ it somehow seems like an appendage, but nevertheless it is very beautiful to listen to.

Result

WITHERFALL continue their story more than impressively and enchant you with the album „Curse Of Autumn“. WITHERFALL are more sophisticated, clever and multi-faceted than ever. This also applies to the vocals of Joseph, who in my opinion presents even more of his manifold art on this album. WITHERFALL reach a new level of musical emotional richness.

This is splendid entertainment and also in view of the very lush playing time, there can only be one rating for me:

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Bildquellen

  • WITHERFALL Curse…-Cover + Infos: Foto & Logo-->Century Media Records //Background-->Pixabay
  • WITHERFALL Titel: Foto & Logo-->Century Media Records

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